Leseprobe (Ende)

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Ares traf mit seinen Männern in der Pausenhalle ein und ging zu Thomas um sich einen aktuellen Bericht geben zu lassen.

„Wie sieht's aus?"

„Wir konnten alle im Gebäude befindlichen Schüler und Angestellte hier versammeln. Ein paar von ihnen sind verletzt, aber nicht schwerwiegend. Die Toten haben wir in einen Nebenraum gebracht..."

Bevor Thomas seinen Bericht beenden konnte, hatte ihn Ares bereits am Hals gepackt und drückte ihn gegen die Wand. Er schob ihn an der Wand nach oben so dass dessen Beine in der Luft hingen. Thomas versuchte sich aus Ares Griff zu befreien. Sein Gesicht lief bereits rot an; er war kurz davor ohnmächtig zu werden. Ares Stimme war beherrscht, doch in seinen Augen loderte blanker Zorn.

„Was soll das heißen: die Toten? Ich dachte ich hätte mich klar ausgedrückt: keine Toten ohne meinen direkten Befehl!"

Thomas Gesichtsfarbe war zwischenzeitlich in ein dunkles Rot übergewechselt. Ares ließ ihn abrupt los. Thomas sackte zu Boden; er versuchte röchelnd zu Atem zu kommen. „...nur Jungen...unter den Toten sind nur Jungen..."

Ares kniete sich neben Thomas und blickte diesen durchdringend an. „Hast du sonst noch irgendwelche Überraschungen für mich?"

Angst flackerte in Thomas Blick auf. „Juri..." Ares beugte sich nach vorne und drehte seinen Kopf so, dass er Thomas besser verstehen konnte. „Was ist mit Juri?"

„Er wurde von einer Ausreißerin niedergeschlagen und ist jetzt hinter ihr her..."

Ares eisiger Blick ließ ihn verstummen. „So, ist er das..."

Für einen Moment glaubte Thomas sein letztes Stündlein hätte geschlagen, doch dann erschien ein Lächeln auf Ares Gesicht und er hörte ein leises, tiefes Lachen. So schnell wie das Lachen aufgetaucht war, war es auch wieder verschwunden; nur das Lächeln im Gesicht blieb zurück.

Ares erhob sich und half Thomas beim Aufstehen. „Mal sehen wen er uns da mitbringen wird... dann mal weiter im Text: Sag deinen Männern sie sollen die Jungs von den Mädels trennen und dann zusammen mit den Lehrern in den Versammlungsraum im Untergeschoss bringen."

Thomas hatte seine Fassung zurückerlangt. „Wird erledigt." Er gab seinen Männern lautstark die entsprechenden Instruktionen.

***

Kate hatte gerade ihren Bericht an Roskov beendet. „...so sieht's aus."

Erwartungsvoll sahen die drei Freundinnen Roskov an. Dieser saß mit verschränkten Armen, geschlossenen Augen und einer Zigarre im Mund, unbeweglich in seinem Stuhl. Die Zigarre wippte von einer Seite zur anderen. Gina wurde zunehmend ungeduldiger und fing an, nervös auf ihrem Stuhl herumzurutschen. Geduld war noch nie ihre Stärke gewesen. Gerade als sie den Mund aufmachen wollte, beugte sich Roskov nach vorne und donnerte seine Faust auf den Tisch. Gina zuckte zurück. Die Freundinnen blickten ihn mit offenen Münder und großen Augen an.

„So eine gottverdammte Scheiße!" Die Zigarre zitterte in seinem Mund, fiel jedoch nicht heraus.

„Wie bitte?", fragte Kate irritiert. Schweigen. Amalia lachte nervös. „Alles mit Ihnen in Ordnung?" Noch immer Schweigen. Okay, jetzt hielt es Gina nicht mehr aus. „Geht's Ihnen noch gut oder was? Was soll das?"

Roskov nahm seine Zigarre aus dem Mund, beugte sich vor und fuchtelte damit vor den Freundinnen herum. „Und ihr bindet mir keinen Bären auf? Denn wenn doch, werde ich äußerst ungemütlich."

Kate hatte sich zwischenzeitlich wieder gefangen. „Chief Roskov, alles was wir Ihnen erzählt haben entspricht der Wahrheit."

Einen Moment noch starrte er Kate durchdringend an, dann steckte er sich die Zigarre zurück in den Mund und lehnte sich wieder in seinen Stuhl zurück. „Das will ich schwer hoffen, denn das ist ein Fall für das FBI und ich will mich nicht zum Gespött der Leute machen, wenn ich sie umsonst über den Vorfall in Kenntnis setze."

Gen-X: OuroborosGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt