(8) Well, shit

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"Don't break in my arms, it'll be alright
We'll be alright, I'm right by your side"

In My Arms - Ferreck Dawn

- Sky -

Ein stechender Schmerz rollt wie eine Lawine von meinem Knöchel aus durch mein Bein.

Tränen treten in meine Augen. Mein Kopf dröhnt und schmerzt auch wie verrückt. Habe ich mir den Kopf angeschlagen? Ich weiß momentan nicht mal, wie ich hier unten gelandet bin.

Mühsam richte ich mich etwas auf. Ich bin voller Schaum und fühle mich elendig. Niemand scheint wirklich bemerkt zu haben, dass ich hier verletzt liege. Panisch werfe ich meinen Kopf hin und her, um jemanden von meinen Freunden zu finden, aber niemand ist da. Meine Unterlippe fängt an zu beben und ich bin kurz davor in Tränen auszubrechen, als sich von hinten eine warme Hand auf meinen Arm legt.

Ein riesiger Stein fällt mir vom Herzen, als ich in Ace grüne Augen blicke. "Scheiße, geht's dir gut?" Er sieht so besorgt aus, dass es mir fast leidtut.

Ich mache den Mund auf, um ihm zu sagen, dass mein Bein höllisch schmerzt. Und mein Kopf sich wie ein außer Kontrolle geratenes Karussell im Kreis dreht. Aber kein Wort kommt heraus.

Oder hatte ich schon was gesagt? Moment, was wollte ich überhaupt sagen? Ich greife mir an den Kopf, aber das Karussell stoppt nicht. Der Ace vor mir hat auf einmal zwei Köpfe. Zwei Köpfe, die sich zwei Handys ans Ohr halten und hektisch hineinsprechen.

Mit wem telefoniert er denn jetzt? Irgendwie kriege ich auch diese Frage nicht formuliert. Als er auflegt, sieht er sich suchend um. Auf einmal scheint er gefunden zu haben, was er gesucht hat und schwenkt hektisch den Arm hin und her. Sein Arm erinnert mich in diesem Moment an ein kleines Fähnchen im Wind. Zugegeben, ein Fähnchen mit einem sehr ausgeprägten Bizeps.

„Sky?" Oh. Er scheint mich irgendwas gefragt zu haben. Ich war wohl zu abgelenkt von seinem Bizeps gewesen. Fragend sehe ich ihn also an. Ich schaffe es nämlich immer noch nicht, nur ein Wort über die Lippen zu bekommen.

Aber glücklicherweise scheint Ace mich trotzdem zu verstehen. Wie so oft. Ich hatte schon oft das Gefühl, dass wir beide uns auch vollkommen ohne Worte verstehen können. Manchmal ist Schweigen so viel besser als Reden. Vor allem mit Ace.

„Kannst du aufstehen? Wir müssen hier raus, der Krankenwagen kommt gleich." Aufstehen? Uff. Mein Kopf ist noch immer auf einer ziemlich wilden Achterbahn unterwegs und mein Bein fühlt sich an, als würde es jemand mit einem Presslufthammer bearbeiten.

Ganz sachte bewege ich meinen Kopf von links nach rechts und wieder zurück. Schon von dieser kleinen Bewegung wird mir kotzübel. „Fuck. Okay. Alex, hilf mir mal." Alex? Wo kommt der denn jetzt auf einmal her?

Ein Arm schiebt sich unter meine Kniekehlen, ein weiterer berührt mich am Rücken. Dann werde ich hochgehoben und an eine warme Brust gepresst. Mit schweren Lidern blicke ich hoch zu meinem Träger. Ace grüne Augen huschen immer wieder zu meinen, während er sich im Schneckentempo bewegt. „Pass auf, hier ist es rutschig", erklingt Alex Stimme zu meiner rechten.

Ich lasse meinen Kopf an Ace Brust sinken. Er strahlt eine solche Körperwärme aus, dass es sich fast anfühlt, als würde ich an einer Heizung lehnen. Und sein Parfum. Sein unverkennbares Parfum, das er trägt, so lange ich denken kann. Ich glaube, er hat mir irgendwann mal erzählt, dass da Bergamotte drin ist. Aber ganz sicher bin ich mir gerade nicht.

Mit dröhnendem Kopf schließe ich die Augen und atme tief ein.

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„Sky, aufwachen. Der Arzt ist da." Schläfrig öffne ich die Augen und werde geblendet von dem weiß, das mir entgegenstrahlt. Mit zusammengekniffenen Augen fasse ich mir an den Kopf und versuche, die Personen um mich herum scharf zu stellen.

The Universe Between Us | ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt