«J-Judith!», stammelte George als er das blonde Mädchen sah. Sie hatte ihre Haare zu einen sorgfältig geflochtenen Zopf gebunden, der ihr lässig an ihrer rechten Schulter entlang runterhing. Ihr Kleid war azurblau, ihre Wollstrümpfe schwarz, genau, wie sie George in Erinnerung gehabt hatte. Ihr Gesicht war von lauter Sommersprossen bedeckt und ihre dunkelblaue Augen von dichten Wimpern umrahmt.
Sie war wirklich eine Schönheit.
Glücklich nahm George sie in den Arm, worauf er ihr helles Lachen zu hören bekam.
«Du bist schon aus deinem Urlaub zurück?», er liess von ihr ab.
Sie lächelte.
Judith hatte am frühen Morgen bei den Beatles geklingelt, und alle aufgeweckt. Natürlich hatte George sie hereingebeten, auch wenn ihm Richards Blick darauf beinahe das Herz zerrissen hatte. Um die beiden allein zu lassen, waren Paul und John mit Ringo zu dessen alter Wohnung gefahren, um seine Sachen abzuholen. Hoffentlich brachte sie Rory nicht um...
«Ja, aber es ist wirklich traumhaft gewesen, Georgie»
Es schauderte George bei dem Spitznamen. Er zwang sich dennoch zu einem Lächeln.
«Und ich hab dir was mitgebracht»,strahlte Judith und reichte ihm das Geschenk.
«Eine Ukulele...», murmelte George und nahm das Instrument aus seiner Hülle. Es war kunstvoll mit lauter Blumen und Verzierungen bemalt worden.
«Judith ich... Danke!», sagte George gerührt und umarmte sie erneut.
«Schon gut, Geo!», kicherte sie,
«Auf Hawaii gab es die überall zu kaufen, weisst du?»
George betrachtete die Ukulele begeistert und spielte einen Akkord. Als nur schräge Töne erklangen verzog er das Gesicht und lachte.
«Ich schätzte, die muss noch gestimmt werden»
«George, ich muss mit dir sprechen» sagte sie plötzlich. Ihr Lächeln war verschwunden.
George blickte sie bedrückt an und nickte.
«Ich nun... Ich habe einen Anruf von Pete Best erhalten»
Georges Augen weiteten sich entsetzt. Was hatte er ihr erzählt? Doch etwa nicht ihre Machenschaften?!
«Und...», sie lachte selbstironisch und strich sich eine Strähne aus den Augen.
«Er hat mir nur bestätigt, was ich schon geahnt habe»
George schluckte.
«Und dies wäre?»
Sie blickte ihn mit wachen Augen an.
«Dass du queer bist»
Georges Herz klopfte rasend und er musste tief Luft holen.
«Judy, ich...», sagte er mit gebrochener Stimme und wurde sogleich von Judith in den Arm genommen. Er hatte die Tränen, die seinen Wangen entlang rannen, gar nicht bemerkt.
«Es tut mir so leid», schluchzte er und drückte Judith fest an sich. Diese seufzte und streichelte ihm den Kopf.
«Du musst dich für gar nichts entschuldigen, Georgie»
Er blickte zu ihr auf und wischte sich die Nässe aus den Augen.
«Es ist nur sehr schwer für mich», sagte sie mit dünner Stimme.
«Ich weiss nicht ob du es je tatest, aber ich habe dich wirklich geliebt. Von ganzen Herzen, obwohl ich schon eine Vorahnung hatte. Ich habe dich so sehr vermisst, als ich weg war»
George wischte ihr eine einzelne Träne von der Wange und blickte sie mitleidend an. Er hasste sich dafür, Judith so unglücklich zu machen. Sie war die, die ihn am besten kannte. Neben John, Paul und... Pete, natürlich.
«Wirst du mich anzeigen?», flüsterte George nach einer Weile plötzlich von der Angst gepackt.
Sie lachte.
«Wo denkst du nur hin, Georgie!», sagte sie und und hab ihm einen Kuss auf den Haarscheitel.
Seltsamerweise fühlte das sich nicht komisch an.
«Bitte versprich mir, dass wir trotzten befreundet bleiben», flüsterte sie.
George wurde jetzt, wo er Judith bei sich hatte, bewusst, wie sehr er sie sich vermisst hatte. Die langen Gespräche, die Spaziergänge und natürlich ihre Kochkünste. Ob sie diese Sachen auch noch als Freunde täten? George wusste es nicht.
«Ich kann mir kein Leben ohne dich vorstellen», lächelte er und sie fiel ihm um den Hals.
«Danke», flüsterte sie glücklich.
Als sie ihn wieder losliess, herrschte eine Weile Stille.
George überlegte, ob er ihr von Pete erzählen sollte, wenn er das nicht am Telefon längst schon getan hatte.
«Nun», unterbrach sie seine Gedanken.
«Da ich ja jetzt wieder Singel bin,», George mied ihren Blick, «Stellt sich mir die Frage: Sind John und Paul vergeben?»
George konnte nicht anders als laut aufzulachen. Judith blickte ihn verwundert an.
«Ich sollte dir wohl von John und Paul erzählen», grinste er.
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Something
FanfictionRingo hob eine Augenbraue, «Du scheust wohl vor nichts?» George zuckte mit den Schultern und blickte zu seinen Lippen. Eine Geschichte über George & Ringo und Paul & John. Fanfic Starrison Mclennon and some other stuff
