Katsukis PoV
Ich hörte die Tür ins Schloss fallen und spürte tief in mir drin das Gefühl von Reue. Ich bereute, ihn gerade fast hinausgeworfen zu haben.
Aber ich war so verwirrt.
Während ich für ihn die Kleidung geholt hatte, kam mir der Gedanke, dass alles ein abgekartetes Spiel gewesen sein könnte. Dass er sich so in mein Leben schmuggeln wollte um meine Schwachstellen auszukundschaften und sie letztendlich gegen mich verwenden zu können.
Auch wenn mir der Gedanke abwegig vorkam, so bekam ich ihn einfach nicht mehr aus meinem Kopf heraus.
Sein Blick, als er gegangen war, war so traurig gewesen, dass es mir immer noch weh tat ihn überhaupt so zu sehen.
Dabei war ich so erleichtert gewesen, dass er wieder da war, dass ich ihn am Liebsten überhaupt nicht mehr los lassen wollte.
Und vor allem hätte ich ihn nicht so anschnauzen sollen...
Betrübt warf ich mich auf mein Bett, legte mich auf den Bauch und ließ einen Arm über die Bettkante hängen, so wie ich es die letzten Nächte immer getan hatte.
Der Korb stand noch neben meinem Bett und meine Finger spielten mit dem Rand.
Ich biss die Zähne zusammen, als ich mich an das weiche Fell erinnerte, an das leise Glucksen, an das Vertrauen, das er in mich hatte!
„Verdammt!", fluchte ich und sprang aus dem Bett.
Unruhig tigerte ich im Zimmer umher, warf mich erneut aufs Bett.
In Gedanken versunken starrte ich an die Decke, bis mir die Augen zu fielen und ich einschlief.
.~*~.
Mein schlechtes Gewissen plagte mich auch die folgenden Tage.
Izuku war wieder in der Agentur aufgetaucht, hatte sich bei allen entschuldigt und ging wie gewohnt seiner Arbeit nach.
Doch er wich mir aus. Er hielt sich von mir fern, verließ den Raum fast fluchtartig, wenn wir alleine gelassen wurden, mied jeglichen Blickkontakt zu mir und vor allem sprach er nicht mit mir.
Es nervte mich gewaltig, doch ich konnte es ihm nicht verübeln.
Die Kleidung, die ich ihm geliehen hatte, lag zwei Tage nachdem er wieder er selbst war in einer Papiertüte neben meinem Schreibtisch in der Agentur. Selbst die Schuhe hatte er dazu gepackt. Dabei waren sie doch extra für ihn gewesen. Als Geburtstagsgeschenk...
Ich hatte das Bedürfnis, mich bei ihm für mein Verhalten zu entschuldigen.
Doch er ließ sich eine Patrouille nach der anderen geben, nur um nicht in meiner Nähe sein zu müssen. Zumindest kam es mir so vor.
.~*~.
Nach etwa einer Woche war ich mit meinem Latein am Ende.
Ich war immer noch wütend auf ihn, da ich nicht wusste, was diese ganze Aktion überhaupt sollte. Ich musste daher unbedingt mit ihm reden. Aber nicht nur deswegen.
Während seiner Verwandlung hatte ich ihn vermisst. Sehr sogar. Doch jetzt, als er mir wieder so nah und doch so fern war, da merkte ich erst, wie sehr ich ihn wirklich vermisste.
Jedes Mal, wenn ich ihn sah und sein Lächeln in meiner Gegenwart einfach aus seinem Gesicht verschwand, war es für mich, als würde mein Herz erdolcht werden.
Ich hatte keine Ahnung, was es genau war. Bis Eijirô mir einen Hinweis gab.
Er hatte mich eingeladen, wollte mit mir um die Häuser ziehen, doch ich hatte keine Lust darauf. Stattdessen trafen wir uns bei ihm in seiner Wohnung, wo wir Pizza aßen und über alte Zeiten quatschten. Da wir für unterschiedlichen Agenturen tätig waren sahen wir uns nicht mehr so oft und irgendwie fehlte mir dieser Holzkopf doch schon ziemlich.
„So, und jetzt mal raus mit der Sprache. Was ist mit dir los?", fragte er mich und sah mich durchdringend an.
Ich schüttelte den Kopf, nahm einen Schluck von meiner Cola. Während er Bier trank, war ich bei Cola geblieben. Mir schmeckte das Zeug einfach nicht. „Was meinst du? Ist doch alles prima..."
Eijirô zog eine Augenbraue hoch. „Mir wurde geflüstert, dass du seit Tagen wie ein Zombie durch die Gegend rennst. Glaubst du ernsthaft, das würde niemand merken? Die anderen sind nur zu feige dich darauf anzusprechen!"
Ich zuckte kaum merklich zusammen und senkte den Blick.
„Ist das der Grund, warum du plötzlich etwas mit mir unternehmen wolltest?", fragte ich ihn.
Er seufzte auf. „Ja, auch. Aber in erster Linie wollte ich mal wieder Zeit mit einem guten Kumpel verbringen." Er grinste mich an.
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Bunny!
FanfictionBakuDeku ♥️ .~*~. Katsuki wird für kurze Zeit zum Kaninchenbesitzer, was ihm einiges zu denken gibt.
