𝒜 𝓁 ℯ 𝒶
ᴡɪʟʟɪᴀᴍs
Ich hörte wie jemand an Holz bohrte, hörte zwei männliche Stimmen, die sich angeregt miteinander unterhielten und hin und wieder erklang ein leises Klopfen, als ich in den mit Kartons übersäten Flur eintrat und mich umblickte.
Die Wände waren noch weiß und trist, während an der Decke eine schöne Leuchte angebracht war, die aussah, wie die Blüte einer Rose.
»Du kannst die Kiste dort in der Küche abstellen«, wies mich Clio an und deutete mit einem Kopfnicken in die besagte Richtung. Wie auch zuvor lief er voraus und zeigte mir somit den Weg.
Kysons Wohnung war aufgebaut wie meine, das merkte ich, als ich in den länglich gezogenen Flur eingetreten war, weshalb ich den Weg eigentlich selbst gewusst hätte. Aber ich sagte nichts, sah mich nur weiter um und stellte den Karton auf den runden, schwarz lackierten Tisch, der bereits aufgebaut war.
»Aber zu dritt wohnt ihr hier nicht, richtig?«, fragte ich und runzelte skeptisch die Stirn. Dafür wäre die Wohnung nämlich definitiv zu klein.
Clio lachte, als er seinen Karton auf meinem abstellte und sich die Locken aus der schweißnassen Stirn wischte. Seine grauen Augen beobachteten mich aufmerksam.
»Nein, nein. Nur Kyson. Ich wohne in der Nähe von hier, Ryan etwas weiter weg«, meinte er erklärend und machte auf dem Absatz kehrt.
Ich fühlte mich etwas überfordert, immerhin kannte ich keinen der drei und dennoch fühlte ich mich wohl, irgendwie.
Es war eigenartig, aber Clios lockere Art war ansteckend - beruhigend. Und weder Clio, noch Ryan machten den Anschein von bösen Menschen, also folgte ich Clio vorsichtig und blickte mich weiterforschend um.
Ein paar Kartons waren mit schöner, sehr leserlicher Schrift beschrieben. Auf einem, der am Rande des Flurs platziert war, stand ›privat‹.
»Ich stell ihn dir mal vor - oh, oder musst du irgendwo hin?«, wollte Clio wissen und warf mir einen neugierigen Blick über die Schulter zu, doch ich verneinte höflich.
»Noch habe ich Zeit«, ermutigte ich den Braunschopf und fand mich nach meinem letzten Wort in dem Schlafzimmer wieder, in dem gerade ein hölzernes Bett aufgebaut wurde.
Mitten in der Umrandung saß ein größerer Mann mit breiteren Schultern und kohlrabenschwarzen Haar.
Auf seltsame Weise kam er mir irgendwoher bekannt vor, doch sehen konnte ich nur seinen Hinterkopf und seinen Rücken.
Er trug ein schwarzes Shirt, welches an einigen Stellen staubig aussah und an der linken Seite brachte ein ovales, kleines Loch einen Teil seiner hellen Haut darunter zum Vorschein.
Er trug eine schwarze Jogginghose und schraubte weiter eine silberne Schraube ins Holz, als Ryan ihn mit den Fingern antippte und mit einem Nicken in die Richtung von Clio und mir blickte, bevor er nichtssagend aus dem Schlafzimmer verschwand. Ich sah ihm kurz nach und als ich die Haustür ins Schloss fallen hörte, drehte ich mich wieder um. Wahrscheinlich holte er den nächsten Karton.
Kyson unterbrach das Verschrauben erst, als das silberne Ding kaum noch zu sehen war.
Er legte den Akkuschrauber auf den grauen Parkettboden und strich sich die Hände an den Seiten seines Shirts ab. Schweiß durchtränkte das Shirt an den Stellen und färbte das Schwarz noch dunkler.
Ich spannte mich unbewusst an, denn das Gefühl, dass ich Kyson schon mal begegnet war, wurde immer stärker.
Als er sich umdrehte, war mir sofort klar: Diese apfelgrünen Augen würde ich überall wiedererkennen.
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Kyson Evans
Romance❞Wie soll man einen Menschen lieben, wenn man vor Jahren aufgehört hat, an die Liebe zu glauben?❝ • • • Alea ist es leid, ihr Herz an Männer zu verschenken, die ihre Liebe nicht zu schätzen wissen. Und gerade als sie der Meinung ist, dass ein einsam...
