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SEVEN: Bergen Ave

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Millie's P.o.V

Wortlos griff ich nach der Milch, träufelte sie über das Frühstück und nahm die Schüssel an mich. Verträumt entfernte ich mich aus der Küche, erreichte den Flureingang und blieb vor Chadys Zimmer stehen. Es dauerte nicht lange, bis ich die Tür öffnete und ich ihn auf seinem Bett erblickte.

»Hey Chady.« Meine Mundwinkel hoben sich an und ich brachte ein herzerwärmtes Lächeln zustande. Mein Sohn sah nur von seinem Handy auf, bis seine grünen Augen auf meine trafen. Allerdings sahen sie mich mit solch einer Kälte an, dass mir fast das Lächeln auf den Lippen gefror.

»Chady, ich habe dir dein Müsli mitgebracht.«

Sofort warf er sich auf die Matratze zurück und zerrte sich die Decke über den Kopf. Das hieß also, dass er immer noch nicht mit mir reden wollte. Trotzdem wollte ich nicht aufgeben, also stellte ich die Schüssel auf seinen Nachttisch und setzte mich auf das Bett. Völlig benommen fasste ich mir an die Hände und blickte auf seine Decke. »Ich weiß ... du willst nicht mit mir reden und das ist auch in Ordnung, aber du kannst mich nicht ewig ignorieren, Chady.«

»Stimmt, weil du dich wieder verziehen kannst«, hörte ich ihn unter seiner Decke brummen und der Riss in meinem Herz wurde immer größer.

Ich schluckte schwer. Diese Art von Zurechtweisung, die mein eigener Sohn mir gab, tat wirklich weh. »Bist du immer noch sauer auf mich?«

Ich brauchte seine Antwort nicht zu hören, um zu wissen, dass er es war. Er lugte unter der Decke hervor und kniff die Augen zusammen. Gerade dachte ich wieder Hoffnung sehen zu können, doch sobald er die Schüssel weiter wegschob, ahnte ich, dass ich verloren hatte.

»Ich brauche deine Mitleidsnummer nicht!«

Tatsächlich hätte ich es nicht länger dulden sollen und egal wie sehr ich ihn am liebsten gepackt und geschüttelt hätte, ich wollte von solchen Dingen absehen, aber es fiel mir so schwer. Es würde nur einen Keil zwischen uns treiben und das durfte ich nicht zulassen.

Also erhob ich mich von seinem Bett und warf ihm einen letzten Blick zu. In der Hoffnung, er würde es verstehen können.

»Weißt du, Chady, ich gebe mir wirklich Mühe, um euch etwas bieten zu können. Ich gebe wirklich alles für dich und für deine Geschwister.«

»Und trotzdem versuchst du mich weiter einzulullen.« Irgendwann setzte er sich auf und starrte mich aus verengten Augen an. »Du willst mich doch nur dazu bringen, dass ich ihm eine Chance gebe!«

Selbstverständlich entging es Chady nicht, dass Bryant den nächsten Schritt in unserer Beziehung wagen wollte. So, wie er mir diese bösen Blicke zuwarf und mir die kalte Schulter zeigte, konnte es nur das sein.

Augenblicklich nahm ich meinen Sohn in Augenschein und stieß die angesammelte Luft wieder aus. »Ich möchte dich zu nichts bringen, Chady. Aber du solltest dich selbst fragen, ob es wirklich der richtige Weg ist, dich so zu verhalten. Abgesehen davon, dass du mit deinen Freunden um die Blocks gezogen bist, möchte ich dir nur dazu raten, dir Gedanken dazu zu machen.«

»Das ist es ja«, fing er an und warf die Hände nach oben. »Du hättest mich nicht abholen oder Paddy als meinen Aufpasser ansetzen sollen. Ich bin alt genug, um selbst zu sagen, was ich haben möchte und was nicht!« Chadys Stimme wurde immer lauter, bis er hinterher schob: »Und nur weil du in deiner Midlife-Crisis steckst, heißt das nicht, dass du dich bei mir einmischen kannst.«

Darf ich vorstellen: Chady Followhill, mein dreizehnjähriger Sohn, der ziemlich reif für sein Alter war. Nicht nur, dass er so anders dachte als seine Freunde. Er schaffte es immer wieder, die Diskussionen an sich zu reißen und sie zu seinesgleichen zu machen. Ich male es mir wirklich aus, dass Chady ein guter Anwalt werden könnte, weil er nie locker lassen konnte. Trotzdem bohrte er tief in meinen Wunden herum, die nicht ganz verheilt waren.

BOSS of DisasterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt