SAG EIN WORT UND DU BIST DER NÄCHSTE ZWILLING
- TICK TACK, DAS SPIEL GEHT WEITER
"Das ist übel. Das ist schlimm. Das ist der pure Horror - die reinste Katastrophe!"
"Kannst du bitte aufhören, aufzuzählen, wie schrecklich das ist?", fuhr ich Amber an.
"Sorry", murmelte Amber. "Ich finde das einfach alles so krass. Ich fühle mich wie in Pretty Little Liars mit den Drohnachrichten. Bloß, dass niemand mit A unterschrieben hat."
Ich war vorher vor Schreck und Angst fast in Ohnmacht gefallen. Diese Warnung hatte Gianna's Mörder geschrieben. Daran gab es keinen Zweifel. Der nächste Zwilling... Hieß das, dass wenn ich mich nicht benahm und nicht die Klappe hielt, dass mir das gleiche Schicksal wie meiner Zwillingsschwester bevorstand?
Mir lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinab. Dass diese Botschaft Gianna's Mörder in der Hand gehabt hatte, hat mich würgen lassen. Die rote Farbe stach in meinen Augen und ich hatte Amber den Zettel in die Hand gedrückt, weil mir von seinem bloßen Anblick schwindelig wurde.
Ich schwebte in Todesangst und befand mich in Gefahr. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst empfunden. Irgendwie fühlte ich mich beobachtet und stellte mir vor, wie mich der Mörder meiner Schwester verfolgte und sich gerade still ins Fäustchen lachte.
Ich presste die Lippen zusammen. Ich war aus dem Haus gerannt, ohne dass meine Eltern es mitbekamen und war zu Amber gerannt, beziehungsweise zu dem Answesen der Stones, in den Amber mit ihrer Mom wohnte seit Miss Sullivan den Bürgermeister Mr Stone, Kimberly's Dad, geheiratet hat.
Als ich kleiner war, war ich öfters hier gewesen, weil meine Eltern mit Mr Stone gut befreundet waren. Mr Stone hatte uns oft zu Festen eingeladen, aber an die konnte ich mich nicht wirklich erinnern.
Neulich war ich auch hier gewesen bei dem "Meeting" unseres "Teams". Ich fand das ja noch immer unnötig und sinnlos. Ich meine, Amber hatte einfach einen Haufen Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammengebracht. Cohen Smith, Summer Wilson, Kimberly Stone, Serena Woods, Joe Quinn, Sam Cooper und Jade Coleman. Sie alle, mich eingeschlossen, außer eben Joe und Amber waren bei dem Fund von Gianna's Leiche dabeigewesen. Verschiedener konnten wir alle nicht sein und dieses "Ermittlerteam" oder was auch immer wir waren, hatte bis jetzt nicht viel genützt.
Heute war ich zum ersten Mal in Amber's Zimmer, das eher wie in einem Hotel aussah. Es wirkte überhaupt nicht persönlich. Außerdem war es sehr unordentlich und sie hatte nichts an den Wänden hängen. Keine Bilder, keine Familienfotos. Auch die Obeflächen der Kommoden waren leer. Keine Deko, keine Bücher - nichts.
Amber war wie ein Rätsel. Vielleicht hatte sie sich deshalb so gut mit Gianna verstanden, weil sie das größte menschliche Mysterium gewesen sein musste. Vielleicht war Amber aber auch nur so durch Gianna's Tod geworden.
"Was sollen wir jetzt machen?", fragte ich mit klappernden Zähnen. "Sollen wir es melden?"
Amber fuhr hoch. "Nein!"
"Aber was sollen wir sonst tun? Was ist, wenn mir etwas passiert?"
"Das wird es nicht."
"Wie kannst du dir da so sicher sein?"
Amber hielt inne und ich starrte sie an. Mein Herz raste.
Sie bemerkte meinen Blick und lachte vorwurfsvoll. "Verdammt! Fuck, du denkst doch nicht ernsthaft, dass ich die Botschaft geschrieben habe, oder?!" Entsetzt sah sie mich an. "Mir wäre was besseres eingefallen. Ich meine, komm schon. Das ist echt billig."
Da hatte sie recht. Das war nicht Amber's Stil. Um ehrlich zu sein, vertraute ich ihr sogar. Sie hatte es nicht getan und daran gab es keinen Zweifel. Amber und ich standen auf derselben Seite.
"Wieso willst du dann nicht, dass wir zur Polizei gehen, hm?", fragte ich und musterte sie.
"Weil wir es besser können."
Ich schnaubte. "Besser als die Polizei? - Du spinnst doch wohl! Was willst du machen? - Den Absender selbstständig suchen?" Ich schüttelte meinen Kopf. Es war einfach lächerlich. "Das macht keinen Sinn. Das ist total dumm."
"Ist es nicht", widersprach Amber mit fester Stimme.
Ich verschränkte meine Arme. "Ach ja? Wieso bist du dir da so sicher?"
"Was glaubst du, warum ich dieses Team gegründet habe?" Ihre Augen bohrten sich in mich. "Weil der Verfasser dieser Drohung unter uns ist."
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Just The Way You Are
Teen FictionGrace Morris ist 16 Jahre alt und lebt in einer Kleinstadt an der Westküste der USA. Sie ist schüchtern, hält sich immer zurück und hasst Partys. Seitdem sie auf der Highschool ist, haben sich ihre Freunde verändert. Grace ist sehr kritisch mit sich...
