PoV Marry
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Nachdem die beiden die Hände des jeweils anderen wieder los ließen, ging der Rest ziemlich schnell.
Alle freuten sich und es ging nicht lange, bis der erste Deckel gewaltsam von seiner Flasche getrennt wurde.
So führt eins zum anderen und es war ziemlich schnell halb zwei Uhr und ich sehr gut dabei. Zu meiner Verteidigung, ich war noch nie bei einem Aufnahmeritual dabei gewesen.
Nachdem wir alle zusammen mit einem Willkommens-Shot angefangen hatten, wurden noch zwei oder drei gekippt. Einige forderten Julian zum kämpfen auf, andere zu einem Trinkspiel, sodass es nicht lange ging und sich kleinere Grüppchen bildeten.
Ich tanzte grade ausgelassen im großen Raum und genoss meinen Pegel, die Musik, die Leute und die allgemeine Stimmung. In meinem Kopf spielte sich wie auf repeat die Szene direkt nach dem Handschlag ab, als Julian seine Hand gewaschen, und einen Verband darum gewickelt hatte. Er drehte sich vom Waschbecken weg, in meine Richtung. Ich hatte gerade ein Bier von Can in die Hand gedrückt bekommen, als sich unsere Blicke trafen. Er war davor von anderen belagert worden, deshalb hatte ich noch keine Gelegenheit bekommen, mit ihm zu sprechen.
Ich drehte mich zur Musik und nahm ein Schluck von meinem Bier.
Ich grinste ihn an. Ich glaube etwas stolz. Er grinste zurück und hob die Hand zum High-five, welches ich ihm nicht verweigerte. Jedoch anders als erwartet zog er mich, direkt nach dem sich unsere Hände berührt hatten, in die Arme und hob mich hoch.
Seelig lächelnd nahm ich einen weiteren Schluck.
Er drehte mich ein Mal im Kreis, wobei ich ein überraschtes Lachen ausstieß.
Noch einen Schluck.
"Hey Julie" unterbrach uns Sam. Mit fettem Grinsen drehte ich meinen Kopf gleichzeitig wie Julian zu ihm um. Was ist das denn für ein Kosename, bitte? "Oberste Regel: Niemand macht sich an meine Schwester ran." Ich sah Sam verblüfft aber glücklich an, ich glaube niemand konnte mir diese gute Laune nehmen. In den Augen meines Bruders sah ich, dass er es nicht ganz ernst meinte, es aber versuchte so rüber zu bringen. Ich drehte mich wieder zu Julian, der, wie ich in dem Moment merkte, seine Hände noch immer auf meinen Hüften liegen hatte, als dieser zu seiner Antwort ansetzte.
Dabei sah er mir in die Augen. "Ich versuch' mein Bestes."Und wie schon vorhin überzog eine Gänsehaut meine Arme.
Ich lachte auf und drehte mich nochmals, bevor ich meine Mische mit einem Schluck leer exte und mich zur Bar umdrehte, welche aus einer aufgestellte Palette bestand, und mit einer Lichterkette geschmückt wurde.
Dort standen Sean und Nils, welcher sich gerade verabschiedete. "Gehst du etwa schon?" fragte ich ihm. "Ja, ich muss los, es wird so langsam spät." "Oh ja, ich sollte dringend Sam suchen." "Hast du nicht morgen auch wieder Schule?" Ich stöhnte genervt auf. "Erinnere mich nicht daran." Gespielt schlecht gelaunt verdrehte ich die Augen und lachte danach. "Naja, ich denke, wir sehen uns morgen?" "Wenn nicht, weiß ich ja wieso du nicht da bist." Erwiderte Nils zwinkernd, drückte mich kurz und verschwand durch die Türe.
Nils dealte bei uns auf dem Pausenhof, ab und an.
"Wieso so gut gelaunt?" fragte Sean interessiert. "Nur so." mein aufkommendes Kichern versuchte ich durch einen Schluck aus dem Becher, welcher vor mir stand, zu verbergen. "Hey, das ist meiner!" gespielt empört nahm mir Sean den Becher aus der Hand. "'tschuldigung." "Auch wenn du nicht lallst, dürftest du trotzdem ziemlich voll sein, hab ich recht?" fragte er. Ich lachte nur und rempelte ihn gespielt an, worauf hin er ebenfalls amüsiert brummte. Ich setzte die Flasche Bier an, welche ich mir grade geöffnet hatte, als ich das Summen der Tätowiermaschine im Übergang von zwei Liedern raushören konnte. Meine Augen weiteten sich etwas. Schnell setzte ich die Flasche wieder ab und drehte mich zu meinem gegenüber um. "Sie stechen ihm jetzt das Tat?" "Anscheinend, lass' mal rüber gehen." Wir stießen uns gleichzeitig von der Bar ab, und liefen in Richtung des Trainingsbereich, auf welchem sich einige angesammelt hatten, um dem Schauspiel zu folgen, welches sich dort bot.
Und das sah so aus: Julian saß in mitten des Kreises und suchte sich ein Motiv aus.
Ich quetsche mich hinter ihn. "Bist du dir sicher, dass du das jetzt machen möchtest?" fragte ich ihn.
Er sah zu mir hoch und grinste mich mit etwas glasigen Augen an. Und ich war mir ziemlich sicher, dass ich nicht weniger betrunken aussah. "Naja, besser als nie." Erklärte er.
Ich warf einen Blick über seine Schulter. Dort waren verschiedene kleine Bilder, welche alle um das selbe Motiv aufgebaut waren. Einen Tropfen (wer hätt's gedacht).
"Schon was gefunden?" schrie ich halb über den Lärm der Boxen.
"Neee, noch nich' so..."
"Soll ich dir eins zeichnen?" fragte ich ohne zu überlegen. Julian hob seinen Blick. "Jaah!! Bittee" In seinem Gesicht zeichnete sich diese betrunkene Freude ab. Ich lachte auf. Chris, Cedric und Can ebenso. Sam und Sean waren schon wieder in ein anderes Gespräch verwickelt.
"Hier, Stift und Papier." Steckte Jo mir direkt einen Block und einen Bleistift hin. Etwas überrumpelt nahm ich alles entgegen. "Ehm.." Aber meine Verwirrung darüber, dass mein Angebot angenommen wurde, hielt nicht lang, und ich machte mich an die Arbeit.
Ich wollte sowas schon immer mal machen. Als erste zeichnete ich den Tropfen. Ich überlegte. Was passte zu Julian, was nicht zu kitschig wäre? Er mag Musik, und als wir uns vorhin begrüßt haben, hatte er nach Rauch gerochen, also ist er ein Raucher. Außerdem hat er eine offene und fröhliche Persönlichkeit. Mir schoss ein Bild von einem rauchendem Einhorn, welches eine Sonnenbrille auf hat, und im stehen einen Regenbogen pinkelt in den Kopf und lachend Äußerte ich meine Idee. "Wenn du es zeichnest, dann kein Thema." Chris hielt sich den Bauch vor Lachen. "Ahhhhahahah. Aber da ist kein Tropfen drin." drückte er raus. "Den Regenbogen kann man ja spritzen lassen." überlegte Julian laut. "Das verbiete ich dir!" lachte Chris nur noch heftiger. "Unser Gangtat als ein Tropfen Einhornpipi zu verpacken." Ich schlug mir auf den Schenkel vor Lachen. Mein Bauch schmerzte, in meinem Kopf drehte sich die Welt etwas mehr als sie sollte, und nichts störte meine Gedanken.
"Okay..." Julian wirkte tatsächlich etwas enttäuscht. "Wolltest du etwa schon immer ein pinkelndes Einhorn auf deiner Schulter haben, oder was?" fragte ich grinsend nach. "Naglaaa, wer nich'?" Okay, er hatte definitiv genug getrunken für heute. Und ich bekam keine Luft mehr vor Lachen.
"Lass mich etwas denken." meinte ich, wieder etwas gefasster. Da kam mir eine Idee. "Wie wäre es damit?" fragte ich ihn, und skizzierte schnell ein Streichholz, an welchem sich gerade ein Tropfen sammelte. "Das ist gut." Er nahm mir den Block ab und sah es sich genauer an. "Warte, lass es mich ganz kurz etwas ausarbeiten." Gesagt, getan. Als ich fertig war, hielt ich Julian den Block wieder hin. "Keine Unterschrift?" fragte dieser. 'Er will meine Signatur auf seinem Körper? Muss ich Angst haben?' schoss es mir ganz kurz durch den Kopf. Meine rationalen Gedanken quetschten sich dann doch ab und an mal durch.
Grinsend verlängerte ich den unteren Strich des Streichholzes und setzte übergangslos dazu meine Unterschrift. Sie Bestand aus zwei Buchstaben: M und F für meine beiden Vornahmen, wobei ich beide Buchstaben in einer schnörkeligen Schreibschrift hielt, und das F im Gegensatz zum M klein geschrieben hatte.
Damit das ganze noch etwas Runder wirkte, zeichnete ich noch einen laufenden Tropfen an den tiefsten Punkt des F's.
"So wird das gemacht!" Der Block ging ein mal rum.
"Leute, das kann aber noch etwas dauern, ich muss es noch kurz abpausen." Julian sprang auf. "Kippcheeen!" trällerte er und hielt mir die Hand hin. "Kommst du mit?"
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Shit! He's fucking up!
Romance-Oh mein Gott! Er atmet nicht mehr!- Marry kommt in die scheiß Situation, einem ohnmächtigen Hotty helfen zu müssen, obwohl sie keine Ahnung hat, wie oder was sie machen muss. Julian kommt in die scheiß Situation, hacke dicht gegen einen Pfosten z...