Eines schönen Abends entschlossen zwei Freunde und ich, dass wir auf eine WG-Party gehen wollten. Einziges Problem: wir waren nicht eingeladen. Wie also sollten wir vorgehen?
Wir liefen zum Haus, in dem besagte Party stattfand. Die Tür war verschlossen. Am Briefkasten hing ein Schild mit der Notiz, man solle einen der Bewohner anrufen, wenn man rein wollte. Wir kannten aber schließlich niemand. Also blieben wir erstmal stehen und die beiden Jungs rauchten. Wir warteten so, bis jemand raus kam und stahlen uns sofort durch die zu fallende Tür, indem wir vorgaben, wir wären schon drin gewesen und nur für eine Raucherpause raus gegangen zu sein.
Meine beiden Helden bestimmten, dass ich vorgehen sollte, da sie meinten, mein unschuldiger Anblick würde nicht so Argwohn erwecken, wie der von ihnen. Schließlich war der eine bekannt als der studentische Casanova, was sehr viel bedeutete gemessen daran, wie viele Leute sich mit sexuellen Errungenschaften schmückten. Und mein anderer Begleiter studierte nicht einmal, sondern machte eine Ausbildung in einem handwerklichen Bereich - was man ihm auch anmerkte, da er anders als die meisten Müttersöhnchen sein eigenes Geld verdiente, anstatt es von Mama und Papa in den Arsch geschoben zu bekommen, dementsprechend reifer war und zudem sein Körper von einem harten Trainingsplan zeugt, den der Zeitplan eines in der Bib lebenden Studenten nicht ermöglichte. Also ging ich als erstes die Treppe nach oben und tatsächlich gab es keine weiteren Kontrollen. Wir gingen von Zimmer zu Zimmer, verschmolzen mit der Menge.
Irgendjemand fragte uns dann mal, wer uns eingeladen hatte. Nun waren wir nicht auf den Kopf gefallen und hatten uns alle Namen gemerkt, die auf dem Briefkasten standen. "Hannah", antwortete ich stellvertretend für alle. "Ich bin Hannah", antwortete die, die uns gefragt hatte. "Jakob hat uns auch Beschied gegeben.", fügte ich schnell hinzu. "Ich bin Jakob", sagte der Typ neben ihr. "Jonas?" Ich erntete böse Blicke von Hannah und Jakob.
UPS! Wir waren aufgeflogen. Wir wurden jedoch nicht rausgeworfen. So viel Tollkühnheit wie der unseren gebührte schließlich Respekt.
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Studentenleben
HumorEine Ewigkeit scheint es her - um so mehr sehne ich mich nach alten Zeiten, die zwar für mich vorbei sind, aber auf so viele andere noch warten. Deshalb möchte ich mit euch heute einige lehrreiche Anekdoten aus dem Studentenleben teilen - der Zeit...