Natürlich ist es die Frage aller Fragen, was man überhaupt studieren soll, d.h. zu welchem Fach man seine Hassliebe, genährt aus Wissensdurst, Faszination, Neugierde und Zeitdruck, Leistungsdruck und Versagensangst, aufbauen möchte. Hier sind ein paar überblickartige Zusammenfassungen zu den verschiedenen Studiengängen und ihren Erzeugnissen. Also überlegt euch gut, zu welchem Clan ihr später gehören wollt.
1. BWL- und Wirtschaftsstudenten:innen
Die Studenten, die schon als Grünschnabel und nicht mal mit dem Schatten eines Bartes im Gesicht, kaum von zu Hause abgenabelt, bereits mit Anzug und Brieftasche zur Uni gehen, wie um sich geistig auf ihre Aufgabe als versnobter Firmenchef, zumindest Abteilungsleiter, bestimmt aber Vielverdiener vorzubereiten. Der BWL-Student ist zumeist männlichen Geschlechts, ließt sehr gerne 'Men's Health' und sorgt sich sehr um sein imaginiertes Bauchfett. Es besteht seit Anbeginn der Zeit eine Fede zwischen ihm und den Angehörigen der geistigen, kulturwissenschaftlichen Studiengängen sowie den Sozialpädagogen:innen, die die Befürworter und träger des Kapitalismus mit ihrer pseudoelitären Art verabscheuen.
2. Sozialpädagogen:innen/ Soziale Arbeit
Sie sind quasi das genaue Gegenteil der eben beschriebenen fingierenden Firmenchefs und die rebellischen Außenseiter im Vergleich zum Rest der Studenten:innen. Allein dadurch, dass sie nicht zur Uni gehören, sondern an der FH studieren und dadurch einen anderen Studien- und Semesterferienrhythmus haben, ist ihnen eine Sonderposition inne. Zu meiner Zeit erzählte man sich, sie würden Barfuß in die Vorlesung gehen und dort Musik hören und Zigarette rauchen. Ganz so krass ist es natürlich nicht, jedoch bestätigen sich bei den meisten die Klischees. Man erkennt sie an ihren Hippie-Hosen, Rasta-Locken, Birkenstocksandalen (und das bevor es Mode wurde). Außerdem findet man in keinem anderen Studiengang so viele viel tätowierte Menschen. Man erkennt die zukünftigen Sozialpädagogen:innen nicht nur an ihrem Aussehen, sondern auch daran, dass sie im Sommer auf der Wiese sitzen und Bier trinken und sich kreativen, lustigen und geselligen Aktivitäten widmen, wie dem Jonglieren, Devil's Stick, Diablo, Ball spielen etc. Sozialarbeiter:innen sind sehr kreative und entspannte Wesen (zumindest bis die Statistikprüfung ansteht, bei der viele durchfallen und dann zu Pädagogik wechseln müssen), die gerne Malen, Stricken, Batiken, Schmuck basteln, um sich damit darüber hinweg zu trösten, dass sie sich nicht für die Ausbildung zum:r Ergotherapeuten:in entschieden haben, wo sie für all diese Aktivitäten bereits während der Lehrjahre bezahlt worden wären. Zu den höchsten Feiertagen der Sozialpädagogen:innen zählt natürlich Feuertanz, die Fusion und jegliche geheimen Raves. Der alternative Lebensstil rührt von einer vollkommen anderen Perspektive auf die Gesellschaft und das Leben her.
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Studentenleben
HumorEine Ewigkeit scheint es her - um so mehr sehne ich mich nach alten Zeiten, die zwar für mich vorbei sind, aber auf so viele andere noch warten. Deshalb möchte ich mit euch heute einige lehrreiche Anekdoten aus dem Studentenleben teilen - der Zeit...