Die Wut kroch immer weiter seine Kehle hinauf. Wie konnte sie ihm das nur antun. Sie war seine Auserwählte. Anders als die anderen. Doch nun, betrank sie sich in einer gewöhnlichen Kneipe. Wenn dieses Lokal, diesen Ausdruck verdienten würde. Und um es noch besser zu machen, trieb sie sich da gemeinsam mit diesem Monster herum.
Er konnte es nicht glauben. Die Faust landete ungebremst auf dem Tisch. Gegenstände auf der Tischplatte machen keinen kleinen Sprung.
„Die Schlampe, da dafür wird sie bezahlen!" Mit einem weiteren Knall flog die Faust ein 2 und später ein drittes Mal auf den Tisch. Die in gerade liegenden Stifte, verzogen einen Freudentanz, blieben sonst aber in ihrer ursprünglichen Form liegen.
„Siehst du, Schlappschwanz! Noch nicht mal ein paar Stifte, zittern vor dir!"Da war sie wieder, diese Stimme. Die Stimme des Meisters. Wie er es auch tat, er war immer bei ihm. Trieb ihn an weiter an sich beeilen, fokussiert zu bleiben. Manchmal trieb sie ihn aber auch in denWahnsinn.
Sowie in diesem Moment. Seine Augen wurden vor Wut vernebelt und sie so schon blasse Haut, schimmerte durchsichtig.
„Nein, ich bin der Auserwählte. Du hast mich auserkoren, Meister!" Der Arm wischte über die Tischplatte. Während die Blätter noch langsam nach unten segelten, zerbrach gerade die Vase in 1000 Scherben. „Das hat sie nicht umsonst getan!" Schwer atmend, erhob er sich hinter dem Schreibtisch. Als er mit den nackten Füssen über die Glasscherben schriet, verzog sich seine Miene nicht ein einziges Mal. „Ja,diese Weiber, alle gleich. Aber denk an unseren Plan. Denk an all die schönen Ideen, welche wir noch umsetzten, möchten."
In der Zwischenzeit hatte er das Bad erreicht. Das kalte Wasser stach wie Nadel in seiner Gesichtshaut, doch die Flammen der Wut konnte es nicht löschen. Aus dem Spiegel starrten ihn 2 hasserfüllte Augen an, bis auch der Spiegel in 100 Teile zersprang. Während das Blut an seiner Hand nach unten lief, spürte er immer mehr das Pochen in seiner Leistengegend.
Wie eine nervige kleine Fliege auf der nackten Haut in einer Sommernacht spürte er es am Anfang nur leicht. Doch er wusste genau, aus dem leichten Klopfen würde ein Ziehen werden und aus dem Ziehen ein Schlagen, bis. Ja, bis seine Triebe erfüllt waren.Doch noch hatte er Meister ihm nicht freigelassen.
Noch musste seine wahre Seele hinter der Fassade ruhen. Er begann, die einschlägigen Sender zu durchsuchen.
Doch das gespielte Stöhnen aus den Boxen brachte ihm keine Erleichterung. Immer deutlicher spürte er den sich aufbauenden Druck. Die Dame im TV kam gerade zum gespielten Höhepunkt, als an der Türklingelte.
Er wohnte nicht in der schlechtesten Wohngegend. Er verdiente ja auch nicht gerade so übel. Und hier war es unauffällig, hier würde nie jemanden wie ihn vermuten. Einen Serienmörder, oh ja, bald dürfte er sich so nennen dürfen.
Als er die Tür öffnete, legte er schon automatisch sein „Bürolächeln"auf. Vor der Tür erwartete ihn seine Nachbarin. Aufgrund der doch noch warmen Tag, nur in leichter Kleidung. Sofort meldet sich seine Leiste zurück und das Klopfen war zu einem Pulsieren geworden. Vorsichtig zog er die Tür auf, sodass zwar sein Gesicht, nicht aber seine Unterkörper zu sehen waren.
„Frau Schwenn, was kann ich für sie tun?" Die gespielte Höflichkeit, war im bereits so in Fleisch und Blut übergegangen, dass er keine Sekunde mehr zum Umschalten benötigte.
„Wir haben so einen Lärm gehört und ich wollte nur nachschauen, ob alles in Ordnung bei Ihnen ist."„Oh,ja danke. Ich bin nur an der Tischdecke hängen geblieben und dabei habe ich den Tisch abgeräumt. Ich bin manchmal etwas tollpatschig, wissen sie?"„Ach, das kann jedem passieren. Machen Sie sich noch einen schönen Abend. Wir gehen jetzt zum See baden!" Mit einem Augenzwinkern drehte sie sich bereits um.„Oh,dann die Badesachen nicht vergessen!" Die Antwort kam ihm sogar spontan, da das Mädel keine Sachen bei sich trug.„Wer sagt denn, dass man die braucht?" Und mit einem vielsagenden Blick war sie verschwunden.
„Das sind sie, Meister! Genau das sind die Frauen! Sie reizten und mit ihrem Körper. Provozieren uns mit ihren Gesten! Und wenn wir uns sie dann nehmen, dann sind wir Sünder? Nein, Meister, das ist nicht in Ordnung!"
Er ließ sich auf das Sofa fallen. Das Pochen wurde schmerzhaft, sein ganzer Körper schrie nach der Erleichterung.
„Meister, ich brauche heute Abend meine Freiheit!" Vorsichtig zog er an der Jeans.„Meister,es schmerzt bereits!"
Doch es folgte keine Antwort. Also stand er auf und ging in Richtung des Schlafzimmers.
Das akkurat gemachte Bett nahm einen zentralen Platz ein.
Ein Besucher, würde sich nur über die Anzahl der Spiegel wunder, die in diesem Raum verbaut waren.Besonders auffällig war dies, da es in diesem Haus, scheinbar keine Frau gab. Generell war das kleine Haus, eigentlich viel zu groß für den alleinlebenden Mann. Doch seinen Nachbarn hielten ihn für jung, sodass es bestimmt noch zur Familienplanung kommen würde.
Unentschlossen stand er vor dem bodentiefen Spiegel und betrachte sein Spiegelbild. Er war, mit einer Größe von 1,95 recht groß, aber sonst unscheinbar.
Nicht dick und nicht übermäßig dünn. Wer ihn auf der Straße sah, würde ihn schnell wieder vergessen haben. In seinem Beruf war dies mehr ein Hindernis, den er stand immer im Schatten Anderer. Aber in diesem Fall erwies sich es als pures Glück.
Nun schaute er an sich hinab. Das Einzige, woran man bei ihm nicht an Durchschnitt denken konnte, begann sich gerade zu zeigen.
Er hatte nicht viele Frauen gehabt, bevor er den Meister kennengelernt hatte und er ihm endliche gezeigt hatte, was Frauen wirklich wollten. Aber die Beziehung, die er vor dieser einschneiden Begegnung hatten, waren nie der Größe seines besten Freundes gescheitert. Er zog sich die Unterhose aus und ließ ihn zu seiner ganzen Pracht anschwellen. Jetzt war der Schmerz fast nicht mehr auszuhalten. Langsam ließ er sich auf das Bett sinken und betrachte sich selbst über den Deckenspiegel.
Als ich seine Hand langsam schloss, stöhnte er vor Schmerz und Erregung.
Ein heftiges Pulsieren durchfuhr seine Hand, während er die Bewegung langsam steigerte. Keine Sekunde ließ er sich selbst aus den Augen, beobachte jede seiner Bewegungen. Er kam nach kurzer Zeit zum Höhepunkt und wusste genau, dass dies nur ein Aufschub war.Der Schmerz war wieder ein Pochen, aber es war da und blieb, bis er endlich erwachen dürfte. .
Gerade als er unter der Dusche stand, erklang die erlösende Stimme.„Geh und hol dir eine. Das ist dann Nummer 4. Aber achte auf unserer Abkommen!"
In seinen Augen schwammen Tränen der Erleichterung. „Ja,Meister, auf mich kannst du dich verlassen. Danke!"
Nun holte er noch Rasierer und Rasierschaum. Kein einziges Haar blieb ans einem Körper, nur die Kopfbehaarung ließ er unverändert. Nachdem er geduscht hatte, zog er sich frisch an.Er nahm sein Badetuch und schaute sich ein letztes Mal lächelnd in der Wohnung um. Das Pochen wurde bereite wieder intensiver, aber das war ihm jetzt egal. Heute Nacht dürfte er raus und seinen Schmerz stillen.
Dennheute Nacht würde wieder eine Frau sterben.
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Das rote Band
Mystery / ThrillerManchmal ändert ein Moment das komplette Leben. So oft hat Kathy diesen Satz schon gehört, aber ihm nie wirklich glauben geschenkt. Sie ist die Tochter einer bekannten amerikanischen Anthropologin und während ihre Familie erwarten, dass sie endlich...
