Like a Stranger in the Mirror

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Hello,

lang ist es her seit hier etwas richtiges kam...

Der Os ist in 2 Teile aufgeteilt, da er sonst vermutlich zu lang wäre. Das hier sind jetzt die ersten 6000 Wörter, es passiert noch nicht so viel Larry, aber dafür wird das im 2. Teil mehr ;)

TW: Vielleicht ist gerade der erste Abschnitt des Os triggernd für Leute, die Dysphoria haben. Louis ist in dieser Story Trans und könnte Leute mit seinen Gedanken triggern, die möglicherweise ähnlich fühlen wie er.

Für die, die sich wundern, der erste Absatz sind meine Gedanke/Gefühle die ich an einem dunklen Tag aufschreiben musste. Ich wollte eine Story daraus machen, um anderen Trans-people zu zeigen, dass sie nich allein sind. Es gibt wenige, vor allem im echten Leben, aber im Internet, gerade hier auf Wattpad, gibt es vielleicht ein zwei unter euch, denen ich hiermit helfen kann.

All the Love ~ L xx

《♡》

Ein kleiner Laut zieht wie ein kurzer Lichtstrahl durch das dunkle Zimmer. Es war das Hochziehen einer laufenden Nase.

Still und heimlich, verborgen im Dunkeln laufen sie unter den geschlossenen Augenlidern die schon brennende Wange hinunter. Am Kinn verharren sie eine Weile, wie Jemand der am Rand einer Klippe steht und überlegt zu springen, bevor sie schlussendlich fallen und in dem alten Teppich auf dem Boden versinken.

Das Zimmer ist nicht vollkommen dunkel, eine kleine Lampe steht provisorisch neben der zusammengekauerten Person auf dem Boden und spendet ein wenig Licht. Vor der Person lehnt ein Spiegel an dem Bett an, durch den man allerdings keine freie Sicht mehr hat. Wirre Buchstaben und Formen finden sich auf diesem wieder. Sie wurden in rot geschrieben. Es ist schwer für einen Außenstehenden das Geschriebene zu entziffern, die Person vor dem Spiegel muss allerdings noch nicht einmal die Augen öffnen, um zu wissen was dort festgehalten wurde. Welche Wut, Verzweiflung und Frustration sich auf dem Spiegel in Form von gekrakselten Rotbuchstaben wieder finden. Es sind ganz allein seine Gedanken, die Gedanken, die er all die Jahre für sich behalten hat. Sich nie getraut hat sie auszusprechen, bis zu diesem einen Punkt, an dem er sich in seinem Spiegel nicht mehr wieder erkannt hat.

Das ist nicht er, das war er nie und das wird er auch nie sein, jedenfalls für sich selbst. Aus seiner Perspektive. Nicht aus der der anderen. Aus deren Sicht, ist er genau das, was für alle sichtbar ist. Dabei kennen sie sein Innerstes nicht. Sie sehen seine weichen Gesichtszüge, seine kleinen Händen, seine Kurven, seine Körpergröße, seine langen Haare, sie sehen alles, bis auf das, was ihn wirklich zu dem macht, was er ist.

Gott muss irgendetwas mächtig vertauscht haben, anders kann er es sich beim besten Willen nicht erklären.

Wie sonst hätte es passieren sollen, dass er sich nicht richtig fühlt? Falsch im eigenen Körper? Als würde er das Leben einer anderen Person leben, aber definitiv nicht seins. Das hier kann nicht sein Leben sein. Das hier darf nicht sein Leben sein. Das ist er nicht.

Es ist als würde er alle um sich herum anlügen, er spielt ihnen etwas vor. Alle glauben ihn zu kennen, dabei ist das überhaupt nicht möglich, weil er nie da ist. Körperlich schon, nur mit dem Geist ist er immer wo anders, an einem besseren Ort, den er sich über die Jahre selbst zusammen gebastelt hat. Eine Schutzwelt, in der er alles ist, was er in der Wirklichkeit nie sein wird.

Und genau das ist es, was ihn heute auf den Boden seines fast dunklen Zimmers gebracht hat. Er wird niemals den Mut finden er selbst zu sein, sich so auszuleben, wie er das möchte. Ihm ist das nicht Möglich, er könnte es zwar versuchen, aber die ganzen Rechtfertigungen und Erklärungen, die ihm bevorstehen würden schrecken ihn ab. Wieso muss er überhaupt etwas dazu sagen, wenn er anfängt sich so zu verändern, dass sein Innerstes zum Äußeren passt? Er will doch einfach nur er selbst sein? Wieso werden ihm so viele Steine in den Weg gelegt?

Larry OsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt