Dance with me

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Pov. Harry
"So ein Scheiß, wie soll ich das bis Morgen können?" Frustriert bleibt mein bester Freund stehen und lässt die Ankleidepuppe los, die er vorher im Arm gehalten hat. Ich liege bequem in seinem Bett und sehe von meiner Zeitschrift auf. Eigentlich wollten wir zusammen in's Kino, aber Louis' Mutter will unbedingt, dass Louis Morgen den Eröffnungstanz mit Eleanor, die Tochter eines sehr reichen Geschäftsmannes, tanzt. Leider ist Louis eine ziemliche Niete im Tanzen, vor allem was Paartänze angeht, weshalb er jetzt auch schon seit geschlagenen zwei Stunden übt. Mit einer Ankleidepuppe wohl bemerkt. Kein Wunder, dass es nicht klappt.

Ich habe mir irgendwann eine Zeitschrift von Lottie geholt und mich andersweitig beschäftigt, bei diesem Trauerspiel konnte ich nicht länger zuschauen. Louis tut mir schon ein wenig leid, dass er jetzt von seiner Mutter so benutzt wird. Seit sein Stiefvater gestorben ist, der nicht gerade unrelevant in der Welt der Reichen und Schönen war, versucht Jay immer irgendwelche Schlagzeilen in berühmten Zeitschriften zu machen. Ob diese jetzt über sie sind oder eins ihrer Kinder, ist ihr egal.

Morgen steht Jays Geburtstagsparty an, zu der sie natürlich nicht gerade wenig einflussreiche und berühmte Persönlichkeiten eingeladen hat. Darunter auch Philip Calder, einer der zehn reichsten Männern aus LA und Vater von dem gefragtesten Model Eleanor Calder.

Und genau mit dieser soll Louis Morgen tanzen, um für Beziehungsgerüchte zu sorgen. Wenn ich genau darüber nachdenke, merke ich erst wie froh ich bin in der Mittelschicht zu leben und mich nicht mit solchen Probleme rumschlagen zu müssen. Louis tut mir leid sowas mitmachen zu müssen, vor allem weil ich weiß wie sehr er sich sein normales Leben zurückwünscht, dass er hatte bevor sein Stiefvater und Jay geheiratet haben. Er hasst die Glamourwelt und will am liebsten jeden Tag in seiner abgeranzten Jogginghose rumlaufen, so wie er es jetzt gerade auch wieder macht.

"Hazza?" Louis lässt sich neben mich auf's Bett fallen und sieht mich bittend an. Ich klappe die Zeitschrift zu und sehe zu Louis, welcher auf dem Bauch neben mir liegt. "Deine Mutter ist doch Tanzlehrerin und du meintest, sie hätte dich füher immer zu ein paar von ihren Tanzstunden mitgenommen, weshalb du jetzt ein paar Tänze kannst" ,meint Louis langsam, weshalb ich ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen ansehe. Worauf will er hinaus?

"Was willst du Louis?" ,frage ich misstrauisch, da es nie auf etwas gutes hinausläuft, wenn er mich so ansieht. "Naja vielleicht könntest du mir helfen?" ,fragt er mit einem Schmollmund. "Gut mein erster hilfreicher Tipp für dich ist, dass du mit einem echten Menschen tanzen solltest" ,sage ich dessinteressiert und widme mich wieder der Zeitschrift. Möglicherweise bin ich etwas beleidigt, da ich von ihm seit zwei Wochen durchgehen versetzt werde. Eleanor hier Eleanor da, ich kann's nicht mehr hören. Ich will einfach nur meinen besten Freund wieder, der der mich nie versetzten würde, wegen irgendetwas was seine Mutter von ihm will.

"Bist du sauer auf mich?" ,fragt Louis jetzt. Wahrscheinlich hat er es an meinem Tonfall erkannt. Ich antworte ihm nicht, er seufzt und nimmt mir die Zeitschrift aus der Hand. "Ist es weil wir nicht in's Kino sind?" ,fragt er mit einem entschuldigenden Blick und ist mir gerade ziemlich nah, dafür dass wir nur Freunden sind, wie er es immer wieder vor unseren anderen Freunden betont. Niall ist nämlich fest davon überzeugt, dass wir zusammen sind und es keinem erzählen wegen Louis' Mutter. Ich hätte absolut nichts dagegen, wenn Niall recht hätte, Louis sieht gut aus, hat einen wunderschönen Charakter, aber leider ist er Hetero und mein bester Freund. Wir kennen uns jetzt seit vier Jahren und das nur, weil ich ihn damals auf einer Party angemacht habe. Er sah aber auch umwerfend aus, tut er zu meinem Leidwesen heute immer noch.

"Nicht nur deshalb, du hast mich die letzten Wochen die ganzen Zeit nur versetzt, wegen irgendwelchen Dingen, die deine Mutter von dir wollte. Ich bin dein bester Freund, wäre schön, wenn wir auch mal wieder was zusammen machen würden" ,erkläre ich ihm leicht genervt, da mich die ganze Situation mit seiner Mutter ankotzt. Er versucht ihr einfach immer alles recht zu machen, anstatt sein eigenes Leben zu leben und das habe ich mittlerweile mehr als nur satt. Ich will meinen besten Freund zurück.

Larry OsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt