Nachdem sich der Streit zwischen Vater und Sohn gelegt hatte, begab sich die Gruppe erst einmal zurück nach Schloss Hyrule. Chiro, dem diese Gegend nur allzu gut bekannt war, bewegte sich mit Suhre voraus, um nach Seiycho zu sehen. Mina hing mit Seyren etwas hinterher, ihr Arm schmerzte und am ehesten wünschte sie sich, ihn entfernen zu können. Ächzend und keuchend bewegte sie sich hinter den anderen her, der Schnitt war so tief gegangen, dass es sich entzündet hatte. Darien, der Schuld daran war, dass es der Prinzessin so ging, hielt sich ganz hinten. Er hatte die Ohren angelegt und, seiner Schuld bewusst, den Blick auf den Boden gerichtet. Es tat ihm leid, sie so zu sehen, aber er konnte nichts tun. Nur wenige Dämonen waren der Heilmagie bewandert und er war es definitiv nicht.
Der Weg zog sich hin und die Dämonen, die voraus gegangen waren, hatten die anderen schon längst aus dem Blickfeld verloren. Midna half der Prinzessin, schneller voran zu kommen, bis letztendlich Vaati zu ihnen kam und sie einfach trug.
"Lass mich runter.", beschwerte sich Mina, doch der Magier ließ sie nicht gehen.
"Über meine Leiche.", widersprach er. "So kommen wir schneller voran und werden dieses kleine Problem schneller los."
"Das mit der Leiche lässt sich einrichten.", zischte Seyren ihn von der Seite an, doch verdrehte Vaati auf die Aussage nur die Augen. Dass der Ritter nichts anstellen würde, war ihm sowieso klar. Nicht allein nur, weil der Junge sich das nie trauen würde, sondern weil verschiedene Faktoren, wie seine Magie oder die anderen in der Gruppe, auch einfach dazwischen gehen würden. Diese Konkurrenz zwischen den beiden würde sich aber vermutlich nie legen.
Luna lief der Gruppe vollkommen aufgelöst entgegen und redete hektisch von den Dämonen, die sich im Schloss niedergelassen hatten und sie einfach nichts dagegen tun konnte. Ethan war bei ihnen und behielt sie im Auge, aber sie hatte einfach zu viel Angst davor. Mit einem Lachen im Unterton erklärte Midna dem aufgelösten Mädchen, dass sie keine Angst zu haben brauchte, da diese Wesen auf ihrer Seite waren.
"Bitte ..was? Diese blutrünstigen Dinger auf unserer Seee-", Luna stockte, als sie Darien entdeckte. "Noch einer?!"
Darien schreckte hoch und blickte die Frau an, die ihn anscheinend gerade angesprochen hatte. Hilfesuchend sah er zu Midna, welche den Kopf schüttelte und beruhigend auf Luna einredete.
"Wir erklären dir alles bei den anderen.", meinte sie zum Abschluss und gemeinsam gingen sie rein. Mina wurde mit zu den anderen gebracht, aber während diese einige Dinge besprachen, zum Beispiel die Fortsetzung der Aufgabe, wurde ihre Wunde behandelt. Ab und zu warf Chiro einen Blick herüber zu der Hylianerin, immer ohne ein Kommentar abzugeben, bis er sich letztendlich zu Wort meldete.
"Wir brauchen jemanden mit Heilkräften. Die Klinge eines Gestaltenwandlers hat ein besonderes Gift, dass die Heilung verhindert.", erklärte er und verschränkte die Arme.
"Die einzige, die Heilkräfte hat, war die ehemalige Königin.", warf Midna ein. "Und Minas Kräfte sind zu schwach dafür."
"Es ... gibt auch Dämonen mit Heilkräften", wandte Darien kleinlaut ein.
"Das stimmt.", bestätigte sein Vater und lehnte sich gegen eine Wand. "Mey."
"Das verrückte, kleine Mädel?!", rief Luna aus und schlug mit den flachen Händen auf den Tisch. Diese Aussage entlockte ein Lachen bei den drei der vier Dämonen.
"Mey ist verrückt, das stimmt. Aber wenn man ihre Loyalität hat, dann kann man sich sicher sein, dass es auch so bleibt.", erklärte Chiro und stellte sich aufrecht hin. "Wenn ihr sie holt, werde ich euch begleiten. Damit versichere ich, dass sie nicht versucht, euch zu töten, wenn ihr sie wiederholt."
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