Unter der Führung ihres neuen Gefährten gelangte die Gruppe innerhalb weniger Zeit näher an das Schloss heran, als sie es in fast einem Tag geschafft hatten. Sie gingen wirr durch den Wald hindurch, keinen Weg entlang und doch schien es richtig zu sein. Darien führte sie durch sie seltsamsten Ecken und Winkel dieses Wirrwarrs und brachte sie ihrem Ziel immer näher. Für die anderen blieb er noch ein Geheimnis für sich, aber er bewies sich als ein vertrauenswürdiger Neuankömmling, nachdem sie endlich das Schloss erreicht hatten.
Mina rieb sich ihre Wunden, die sie durch das Kratzen des Gebüsches ertragen musste. Leise murrend beklagte sie sich über die Umstände der Reise, ihr hätte aber klar sein müssen, dass dies alles andere als ein Spaziergang werden würde. Seyren konnte nur kichern, während Midna die Augen verdrehte und der kleinen Prinzessin erklärte, auf was sie sich eingelassen hatte. Es würde nicht leichter werden, je näher sie kamen, und die Gefahren würden nur ständig anwachsen. Es wäre eine Aufgabe auf Leben und Tod, die sie sich eingehandelt hatte.
"Ich werde das trotzdem machen.", meinte Mina bestimmt und stur. Sie verschränkte die Arme und betrachtete das große, hölzerne Tor. Es sah sehr schwer und kompliziert zu öffnen aus, ein sehr verwirrender Riegel zeigte sich an der Außenseite. Vaati hob eine Braue, er konnte sich an keine solche Installation erinnern.
"Es ist neu", klärte Darien ihn auf. "Der Meister hat sein Reich ein wenig umgestaltet. Nur er weiß es zu öffnen."
"Damit willst du uns sagen, wir kommen da nicht herein.", meinte Seyren und betrachtete ebenfalls den Verschluss. Der Dämon lachte auf.
"Na ja. Er weiß es zu öffnen. Ich aber auch.", widersprach er. Ein leises 'Angeber' war von Seiten des Kriegers zu hören, woraufhin Darien nur breit grinste. Mina zeigte sich erstaunt, als sich der Mann ans Werk machte. Mit seinem Finger glitt er eine Musterung entlang, die kurz darauf anfing, leicht bläulich zu glühen. Ein paar Riegel schoben sich beiseite, während er seiner Tätigkeit weiter nachging. Eine Seite zeigte bereits eine seltsame Rune auf, die andere musste er noch vervollständigen.
"Was steht da ..?", wunderte sich Midna, doch Darien wank einfach ab.
"Nichts Wichtiges. Diese Runen ergeben das Losungswort, um hinein gelassen zu werden."
Kaum war er fertig, verschwanden die beiden Symbole auch schon wieder, alle Riegel schoben sich so, dass das Tor sich langsam öffnen konnte. Schwerfällig ging es zu ihnen gerichtet auf, der Dämon half zusammen mit den anderen beiden nach, damit es etwas schneller ging. Midna und Mina huschten durch, als die Öffnung groß genug war, danach folgten Seyren, Vaati und Darien.Dunkelheit. Nichts als Dunkelheit umgab sie, als das Tor hinter ihnen wieder zu fiel. Keine Fackel brannte an der Wand und gab ein Zeichen davon von sich, dass hier jemand lebte. Es war so still, dass man das Wasser aus weiter Entfernung hören konnte. Sogar der Wind von draußen war deutlich hörbar und das durch das dicke Holztor hindurch. Angestrengt versuchte Mina, ein Feuer in ihrer Hand zu entfachen, merkte jedoch, dass es nichts brachte.
"Ich versage immer noch in der Magie .. Mutter und Vater wären sicherlich enttäuscht, wären sie dabei gewesen."
"Wären sie nicht", widersprach Vaati und versuchte, sie aufzumuntern. "Deine Eltern wären immer stolz auf dich. Und sicherlich sind sie das auch, sobald du sie befreit hast. Und wir unterstützen dich dabei."
Ein leichtes Lächeln huschte in der Dunkelheit über die Lippen der Hylianerin. Doch es hielt nicht lange an. Die Fackeln an den Wänden fingen auf einmal Feuer und erschraken die Eindringlinge. Eine Stimme hallte von der Wand wieder.
Darien ... du solltest sie wegbringen, nicht hier her ...
Drohend sprach er zu ihrem neuen Gefährten.
"Du hast mir schon lange nichts mehr zu befehlen, Alter Mann. Deinetwegen sind meine Freunde gestorben. Und du wirst nun meinetwegen sterben"
"Deswegen hast du dich uns angeschlossen?" Verblüffung stand Midna ins Gesicht geschrieben.
"Ich weiß, dass er euch sozusagen dazu zwang vor all den Jahren. Jetzt, nachdem ich erwacht bin, sinne ich lediglich auf Rache. Doch wir müssen vorsichtig sein .."
Er gab ihnen ein Zeichen, dass sie ihm folgen sollten. Die Stimme meldete sich nicht erneut, doch etwas schien in den Gängen umzugehen, dass sie beobachtete. Wie als hätten sie Wände Augen und würden sie unentwegt anstarren. Der Krieger unter ihnen hatte sein Schwert gezogen und schaute sich deutlich um, nicht dass auf einmal Feinde auftauchen und sie von hinten angreifen, das wollte er tunlichst vermeiden. Aber nicht nur er war aufmerksam. Auch Vaati, der neben Mina herging, hatte die Ohren gespitzt und lauschte auf jedes ach so kleine Geräusch. Es war einfach zu ruhig, als dass sie diesem trauen konnte.
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