Ich hörte ein piepen. Ständig kam es in einem gleichmäßigen Rhythmus und verschwand dann kurz wieder. Langsam öffnete ich meine Augen. Alles was ich sah, war weiß. Doch dann, langsam, konnte ich mehr erkennen... Ein Bett. 'Warte. Was?!' Ich schreckte auf und lag nun nicht mehr, sondern saß auf meinem anscheinenden Bett. "Mary!" hörte ich eine Stimme, die ich sofort zuordnen konnte. Sie gehörte Luca. "Bin ich tot?" - "Nein." lachte er. Ich stöhnte und ließ mich rückwärts wieder ins Bett fallen. Ich war also nicht tot. Aber wie konnte das sein? Ich war doch gesprungen.
"Luca, warum bin ich hier?" fragte ich ihn vorsichtig. Er schluckte, anscheinend fiel ihm das nicht leicht, darüber zu reden.
"Nachdem... Nachdem du gesprungen bist, hat sofort ein Spaziergänger den Notruf angerufen. Er wollte dich erst noch davon abhalten, aber du hast ihn anscheinend nicht gehört." Er machte eine kurze Pause. "Mary, du lagst seit 43 Tagen im Koma und ich war jeden Tag bei dir. Ich habe mir solche Vorwürfe gemacht. Hätte ich nicht so dumm reagiert, wäre das alles nicht passiert. Aber in dem Moment, konnte ich einfach nicht anders. Deine Nachricht hat mir die Augen geöffnet, was für ein Idiot ich war. Ich habe dich fast in den Selbstmord getrieben. Und glaub mir, hättest du es geschafft, wäre ich dir gefolgt. Mit einem gebrochen Herzen und lebenslänglichen Vorwürfen würde ich nicht weiter leben wollen. Vor kurzem war die Beerdigung meines Vaters und glaub mir, deine wäre die letzte, die ich jemals sehen wollen würde." Seine Stimme war brüchig und eine Träne floss aus seinem Augenwinkel. "Bitte, Luca..." ich setze mich wieder auf und griff nach seiner Hand. "Bitte weine nie wieder wegen mir. Und es ist nicht deine Schuld, ich war einfach verzweifelt und wusste nicht, was ich noch tun sollte. Ich möchte dir nur noch sagen, dass es mir leid tut. Wegen mir musstest du so viele Tage lang leiden. Ich wollte das nicht." Jetzt floss auch bei mir eine Träne. "Psssscht" flüsterte er mir zu, wischte die Träne weg und kam mit seinem Gesicht immer näher zu meinem. "Ich liebe dich, Mary." - "Und ich liebe dich, Luca." flüsterten wir uns zu, bevor ich ihn endlich wieder küssen konnte. Meinen Luca. Meinen Freund. Nie wieder würde ich ihn gehen lassen. Nicht noch einmal.
