Inzwischen ist es Nacht und Hana liegt wach in ihrem Bett. Doch egal wie sehr sie sich auch anstrengt, sie kann einfach nicht einschlafen. Zu viele Gedanken quälen sie und halten sie vom Schlafen ab. Ein leises Seufzen entweicht ihr.
Wie sehr hat sie sich danach gesehnt, jemandem von sich zu erzählen?
Wie sehr hat sie sich gewünscht, ihren Schmerz mit jemandem zu teilen?
Bis Itachi kam, war Hana allein gewesen. Eigentlich schon immer, so lange sie denken kann.
Er ist der Grund, weshalb sie überhaupt noch am Leben ist...
Er allein...
Und dabei weiß er es noch nicht einmal.
Vielleicht sollte sie es ihm erzählen...
Itachi liegt im Bett, als ihn ein Geräusch aus dem Schlaf reißt. Abrupt setzt er sich auf und lauscht, doch alles was er hört, ist das Rascheln der Blätter und Äste vor dem Fenster. Gerade, als er sich wieder hinlegen will, hört er es wieder.
Es ist ein zaghaftes Klopfen an der Tür.
Itachi steht auf und öffnete die dunkle Holztür. Vor ihm steht Hana. Sie trägt ein weites T-Shirt und eine kurze Hose. Ihre langen braunen Haare fallen in sanften Wellen um ihr Gesicht und sie spielt nervös mit ihren Händen.
"Ähmm ich...Hab ich dich geweckt?", fragt sie zaghaft.
Itachi schüttelt leicht den Kopf. Er will nicht, dass sie sich am ende noch schuldig fühlt, ihn geweckt zu haben.
"Kann...kann ich rein kommen?", fährt sie leise fort.
Im Halbdunkeln kann Itachi erkennen, wie ihre Wangen rot werden.
Er nickt nur stumm und tritt einen Schritt zur Seite.
Nachdem Hana das Zimmer betreten hat, setzen sie sich zusammen auf das Bett und Itachi streckt sich leise gähnend.
"Bist du müde? Dann kann ich auch...", beginnt Hana und steht schnell auf.
"Nein.", unterbricht er sie und greift nach ihrer Hand.
Vorsichtig zieht er sie zurück und Hana nimmt wieder neben ihm Platz. Sie hat ihm schließlich versprochen mit ihm zu reden, wenn sie irgendwas bedrückt. Und deshalb wird er ihr zuhören bei allem, was sie zu sagen hat. Egal wie spät es ist.
"Was ist los?", fragt Itachi.
Hana blickt auf ihre Hände und spielt erneut mit ihren Fingern.
"Ich...", murmelt Hana unsicher.
Sie schluckt fest und sieht ihn an. Der Mond taucht sie in sanftes Licht und Itachi stockt der Atem. Wie schön sie ist...
Itachi's Herz schlägt augenblicklich ein wenig schneller und ein warmes Gefühl steigt in ihm auf.
Was ist das?
"Ich würde dir gern eine Geschichte erzählen."
Itachi nickt und Hana wendet sich wieder ihren Händen zu. Dann beginnt sie zu erzählen.
PoV Hana
Vor 12 Jahren
"MAMAAA!"
Oh nein! Kohana weint schon wieder. Laut schluchzend laufen meiner zwei Jahre alten kleinen Schwester die Tränen über die Wangen, ihr Gesicht ist rot und ihre Nase läuft.
Mama kommt herein und nimmt sie auf den Arm.
"Sch...sch...ist schon gut."
Sie schaukelt sie hin und her, doch Kohana weint immernoch. Die Tür geht auf und Papa kommt herein.
"Was ist denn hier los?"
Papa versucht jetzt auch Kohana zu trösten. Ich schaue auf die Uhr. Wir haben viertel vor 8.
Heute ist mein erster Tag in der Akademie.
"Mama...ich muss zur Schule..."
"Ach Hana! Siehst du nicht, dass ich beschäftigt bin? Du kennst doch den Weg."
Ja...ich kenne ihn. Aber ich wäre trotzdem lieber mit ihr gegangen...
Ich nehme meinen Rucksack und gehe aus der Tür nach draußen.
"Hey Imouto-chan (kleine Schwester)!"
Jemand ruft nach mir. Schnell wische ich mir über die Augen, damit man nicht sieht, dass ich ein bisschen geweint habe.
Ein großer Junge kommt zu mir gerannt. Seine dunkelbraunen Haare sind noch nass. Er war ja auch gerade noch im Bad als ich gegangen bin.
"Kenji-nii..."
Mein großer Bruder.
"Ich dachte schon du gehst ohne mich, Hana-chan. Ich komm natürlich mit an deinem ersten Tag! Wo sind denn Mama und Papa?"
Er grinst breit.
Er will mitkommen? Aber Mama und Papa nicht...
Meine Augen werden wieder feucht.
"Mama und Papa kommen nicht mit..."
Kenji legt mir die Hand auf den Kopf. Sie ist ganz warm.
"Hey, Hana-chan. Nicht weinen, okay? Ich bin ja da. Oder reicht dir das etwa nicht?"
Er bläht die Backen auf und versucht beleidigt auszusehen. Aber er schaut so lustig aus. Ich muss lachen.
"Da! Viel besser. Lächel immer weiter Imouto-chan, weil das Leben ist etwas wunderschönes und es kommt immer wieder etwas, wofür es sich zu lächeln lohnt."
Ich schau ihn mit großen Augen an. Was soll das heißen? Egal. Immer lächeln hat er gesagt.
Das Jahr in der Akademie geht ja so schnell vorbei. Kenji-nii hat mir immer mit dem Training geholfen. Er übte mit mir das Verwandlungsjutsu obwohl er sich immer in ganz komische Sachen verwandelt hat. Er hat mich damit immer zum lachen gebracht. Ich bin froh, dass ich ihn habe. Mama und Papa haben keine Zeit für mich. Kohana ist eine kleine Heulsuse obwohl sie schon 3 Jahre alt ist. Ich habe mir versprochen, ich werde nicht mehr weinen, ich bin ja jetzt schon 6. Kenji-nii will das auch nicht. Ich werde stark werden so wie mein großer Bruder. Er ist zwar erst 9 aber schon ein Genin. Und ich hab auch in einem halben Jahr prüfung. Ich bin so aufgeregt.
Ich habe mir die langen Haare abgeschnitten. Sie nerven beim Training. Ich glaube Mama und Papa haben es nicht mal gemerkt.
Kenji ist immer öfter auf Missionen weg und hat keine Zeit mehr mit mir zu trainieren. Dann trainiere ich halt allein um ihm später zu zeigen, was ich kann.
Mama und Papa wollen mir nicht beim Training zusehen. Sie haben keine Zeit.
Ich lächle und sage, dass das nichts macht. Das beruhigt sie, ich sehe das.
Noch 5 Monate bis zur Prüfung.
Kenji-nii hat immer weniger Zeit für mich.
Ich lächle und sage, dass das nichts macht. Er schaut beruhigter aus.
Alle haben so viel zu tun.
Ich will nicht, dass sie sich auch um mich kümmern müssen.
Noch 3 Monate.
Kenji-nii ist schon lange nicht mehr nach Hause gekommen. Er ist viel unterwegs, weil er unser Dorf schützt, sagt Papa. Mama hat alle Hände voll zu tun mit Kohana.
2 Monate.
Keiner ist da. Keiner hat Zeit. Nicht Mama, nicht Papa, nicht Kenji-nii. Ich bin allein.
1 Monat.
Nachts weine ich Die Tränen, die ich tagsüber nicht zeigen kann. Nicht zeigen will. Ich lächle, um niemanden zu sorgen.
1 Tag vor der Prüfung.
Heute ist Kenji-nii wieder weg...
Er wird nicht vor nächste Woche da sein...
Er wird nicht bei meiner Prüfung da sein...
Ich weine nachts und noch bevor es hell wird gehe ich aus dem Haus. Ich muss nicht mal schleichen. Papa und Mama haben eh keine Zeit um nach mir zu sehen. Und Kenji-nii ist nicht da.
Ich laufe aus dem Dorf in den Wald. Hier trainiere ich immer. Hier hat auch Kenji-nii trainiert.
Ich übe, um die Prüfung zu schaffen. Ich hab ja Zeit, die Prüfung ist erst am Nachmittag. Es wird mich eh niemand suchen. Ich bin traurig, aber ich lächle während ich die Wurfnadeln werfe. Ich mag sie lieber als die Shuriken, sie sind viel leichter und fliegen weiter.
Ich übe bis die Sonne ganz oben steht. Dann gehe ich langsam zurück.
Was ist das? Je näher ich dem Dorf komme, umso mehr bekomme ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.
Ich gehe etwas schneller.
Der Wald ist bis zum Ende so dicht, dass man nichts sieht. Ich habe Angst.
Ich gehe noch etwas schneller.
Mir steigt der Geruch von Rauch in die Nase und ich höre die Leute aus meinem Dorf rufen.
Brennt es?
Ich fange an zu rennen. Mir ist ganz schlecht vor Angst.
Völlig außer Atem bleibe ich stehen sobald der Wald endet.
Die Häuser brennen und die Bewohner schreien. Sie klagen und rufen einander. Sie bitten um Hilfe und rennen zwischen dem Feuer der Häuser herum.
Obwohl ich nicht mehr kann laufe ich weiter.
Mama! Papa! Kohana-tan!
Ich muss sie finden!
☆Hallo Leute.
Ich mach hier nen Cut sonst wird das Kapitel zu lang. Im nächsten Kapitel erfahrt ihr, was passiert ist.
Viel Spaß beim weiteren lesen
Eure Kiikii ☆
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Eine zweite Chance (Itachi FF | #Itana) [Wird überarbeitet]
FanficDunkelheit... Der Kampf ist vorbei...und Itachi hat verloren. Der Gewinner heißt Sasuke. Doch was wäre, wenn er überlebt und damit eine zweite Chance bekommen hätte. Was dann? Eine FF über Itachi Uchiha, einem Mädchen namens Hana und seinem Leben...
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