Kapitel 13: Hana's Geschichte #3

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Die weiße Decke gehört zu einem Krankenhaus und die Stimmen zu den Medizinern. Sie sagen ich muss noch eine Weile hier bleiben, weil ich Knochenbrüche habe.
Aber das ist schon in Ordnung.
Ich kann eh nirgendwo anders hin.
Sie sagen mir, dass mein Dorf überfallen wurde und ich die einzige Überlebende bin.
Ich höre still zu. Ich kann nicht einmal mehr weinen. Ich fühle mich leer.

Nach einem Jahr darf ich das Krankenhaus verlassen. Aber wo soll ich hin? Ohne meine Familie, ohne meinen großen Bruder?
In Iwa haben sie einen Stein aufgestellt mit den Namen der Verstorbenen. Auch der meiner Eltern steht darauf, der meiner Schwester, der meines Bruders.
Und ich bin ganz allein.
Ich stehe vor dem Stein und weine. Dann trockne ich meine Tränen und lächle. Das ist das einzige, dass ich von meinem Bruder noch habe. Mein Versprechen.
Ich darf die Akademie in Iwa besuchen und auch dort wohnen.
Jeden Tag gehe ich zu dem Stein und erzähle meiner Familie, was es Neues gibt. Und jedes mal weine ich, bevor ich mich zwinge wieder zu lächeln.
Ein Jahr später schließe ich die Akademie ab. Ich bin jetzt schon 8 Jahre alt und damit genauso alt wie Kenji, als er Genin wurde. Vor dem Gebäude warten Eltern und Verwandte um die neuen Genin zu beglückwünschen.
Nur ich bin allein.
Es tut so weh. Am liebsten würde ich schreien.
Aber ich lächle und tu so, als ob es mir nichts macht.
Die Worte meines Bruders gehen mir durch den Kopf.

Lächel immer weiter Imouto-chan, weil das Leben ist etwas wunderschönes und es kommt immer wieder etwas, wofür es sich zu lächeln lohnt.

Aber wann? Ich weiß es nicht, aber ich glaube fest an diese worte. Sie sind es, die mir Hoffnung geben.
Ein kleiner Funken in der Dunkelheit meines Selbst.
Ich komme in ein Team mit zwei Jungen. Ich mag sie nicht. Sie prahlen und sind viel zu stolz auf ihre Herkunft.
Auf ihre Familien...

Mein zweites Jahr als Genin...
Ich will nicht mehr...
Die ständigen Missionen, das ganze kämpfen.
Ich hab genug. Wie hat Kenji-nii das nur ausgehalten?
Einer meiner Kameraden wird bei unserer letzten Mission verletzt und wir bringen ihn ins Krankenhaus.
Der Mediziner hält seine Hand über die Wunde, sie leuchtet blau vom Chakra.
Wow.
Die Verletzung schließt sich und nicht einmal eine Narbe bleibt zurück.
Wenn ich das doch auch nur könnte. Ich könnte dafür sorgen, dass ich soetwas wie früher nie wieder erleben muss. Einfach alle Wunden heilen...
Ich bitte den Mediziner eine Woche später, mir das beizubringen. Er redet lang mit meinem Sensei, aber am Ende darf ich es lernen.
Ich bin glücklich, seit langer Zeit wieder, auch wenn es nur für den Moment ist.

4 Jahre...
Wow wie die Zeit vergeht. Ich habe meine Ausbildung als Medizinerin abgeschlossen und ich würde sagen, ich bin gar nicht schlecht. Mein Lehrmeister ist sehr stolz auf mich. Er sagt mit meiner Chakrakontrolle bin ich ein Naturtalent und ich habe ein Händchen für die Versorgung von Verletzten und Kranken.
Auch wenn es nicht immer leicht war die ganzen Verwundeten zu sehen, habe ich doch bis jetzt jeden einzelnen geheilt.
Immer mit einem Lächeln auf den Lippen.
Ich gehe immernoch jeden Tag zum Stein und erzähle meiner Familie von meinem Leben. Manchmal will ich noch weinen, aber ich tue es nicht.
Schließlich habe ich es versprochen.

In Iwa gibt es nichts mehr zu lernen. Ich habe gehört, dass die neue Hokage von Konoha eine großartige Medizinerin ist. Vielleicht sollte ich nach Konoha gehen. Oder auch noch in andere Dörfer. Die Welt ist so groß, es gibt so viel zu sehen.

Ich berichte meiner Familie von dem Entschluss, dass Dorf zu verlassen.
Beim Abschied Lächel ich.
Wie immer.
Ich glaube inzwischen mache ich das schon unbewusst.

Ich verlasse Nachts heimlich das Dorf, weil ich keine offizielle Erlaubnis habe. Ich glaube nicht, dass ich hier her zurückkommen werde...
Doch mich hält hier nichts.

3 Jahre bin ich schon unterwegs.
Mit meinen 16 Jahren habe ich schon einiges erlebt. Ich ziehe von Dorf zu Dorf, entdecke neue Kräuter und Pflanzen, sowie auch neue Techniken. Jedem Kampf gehe ich aus dem Weg. Ich will lernen anderen zu helfen, nicht sie zu verletzen.
Ich behandle Kranke auf meinem Weg.
Kranke aus armen Dörfern oder die zu schwach sind, um in ein Krankenhaus zu gehen. Dafür lassen mich die Bewohner ein paar Tage bleiben.

Im Feuerreich habe ich eine kleine Hütte in der Nähe von Konoha gefunden. Sie steht verlassen, ist aber in gutem Zustand. Ein paar Sachen repariere ich, um hier zu wohnen. Im Garten pflanze ich Kräuter an.

Ich bin allein, Tag und Nacht. Der Vorfall ist jetzt 12 Jahre her und trotzdem träume ich jede Nacht davon.
Immer das selbe Szenario...
Diese Bilder machen mich noch wahnsinnig!
Ich frage mich, wie lange ich das noch aushalte...

Ich laufe ziellos durch den Wald.
Ich kann nicht mehr...
Ich will nicht mehr...
Mein Leben hat keinen Sinn...
Ich bin allein und gebrochen...
Wäre ich doch nur mit ihnen gestorben...
Warum bin ich überhaupt noch am Leben? Ich bin schwach, ich bin nutzlos...
Ich bin allein...
Ich will nur noch sterben...
Es fängt an zu regnen...
Der Himmel weint für mich, da ich keine Tränen mehr habe...

Ich stehe vor einem riesigen Fels. Um ihn herum tanzen wilde Flammen. Was ist das für ein Feuer? Es ist pechschwarz.
Ich könnte mich von dort oben nach unten stürzen...
Bei der Höhe würde ich einen Aufprall nicht überleben und das Feuer wird nichts von mir übrig lassen...
Nichts wird daran erinnern, dass ich einst existiert habe...
Ich finde einen Eingang und laufe in den Berg.
Hier geht es relativ steil nach oben.

Die Spitze ist ein Trümmerfeld!
Alles ist zerstört.
Was ist das? Liegt da jemand auf dem Boden? Ein Mann?
Er bewegt sich nicht...
Er ist bestimmt tot...
Eigentlich egal, ich werde auch nicht mehr lange hier sein...
Langsam trete ich an die Kante und blicke hinab.
Wie klein die Bäume von hier oben aussehen...
Der warme Regen durchnässt meine Kleider vollkommen und der Wind spielt mit meinen langen, braunen Haaren.
Nur noch ein Schritt...
Dann ist mein ganzes Leid endlich fort...

Ich zögere...
Warum?
Ich drehe mich um und laufe zu dem jungen Mann am Boden.
Ich will nur kurz schauen, ob er wirklich tot ist.
Ich knie mich neben ihn und betrachte ihn kurz.
Seine Augen sind geschlossen, er lächelt.
Warum?
Seine langen schwarzen Haare sind zu einem Zopf gebunden und sein Körper ist über und über mit tiefen Wunden übersät.
Alles ist voller Blut.
Zitternd fühle ich seinen Puls...
Ganz schwach ist er zu spüren.
Jemand anderes hätte ihn für tot befunden, aber ich habe genug Erfahrung um das Gegenteil zu wissen.
Und jetzt?
Ich kann nicht einfach springen und ihn hier lassen.
Hier wird nie jemand hochkommen und ohne Hilfe stirbt er.
Er ist ja jetzt schon fast tot...
Was soll ich tun?
Kenji-nii...
Was würdest du tun?
Ich lege seinen Arm um meinen Hals und mit ganzer Kraft ziehe ich ihn nach oben.
Ich werde ihn zu mir bringen, um ihn zu behandeln.
Ich kann ihn nicht sterben lassen.
Mein Leid wird noch ein wenig weiter gehen müssen...

☆Hallo Leute.
Das wars mit Hana's Geschichte. Das nächste Kapitel geht normal weiter :-)
Viel Spaß beim weiteren lesen
Eure Kiikii ☆

Eine zweite Chance (Itachi FF | #Itana) [Wird überarbeitet]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt