Es dauerte nur bis zum nächsten Tag, dann wurde Chuuya auch wieder zu seinem Boss gerufen. Hoffentlich hatte dieser Mann nicht gemerkt, dass der Orangehaarige etwas mit dem Verschwinden des Detektiven zu tun hatte. Falls doch, war das hier nun sein sicherer Tod. Die Mafia verzeihte nichts. So unbeteiligt wie er nur konnte, stand er nun vor seinem Vorgesetzten und wartete. Die kleine Elise malte derzeit in einer Ecke des Raumes. Das kleine blonde Mädchen war immer in der Nähe des Bosses. Mori hob seinen Blick. Die lilafarbenen Augen schienen durch ihn hindurch zu schauen. Der Schwarzhaarige legte seine Hände, welche stets mit weißen Handschuhen bedeckt waren, zusammen und stützte sein Kinn darauf.
"Unser Besucher hat uns vorzeitig verlassen. Scheinbar wollte er ganz dringend zu seinen Freunden zurück.", sagte er ganz ruhig, doch man konnte einen kleinen Verdacht in seiner Stimme hören.
Chuuya weitete seine Augen und verzog dann das Gesicht. Er war es so gewohnt "in die Luft zu gehen" dass es ihm nicht schwer fiel, dies nun einfach zu spielen.
"Was?! Wie konnte das passieren?!", brüllte er los. "Die sollten doch auf ihn aufpassen?!"
Moris Augen verengten sich. Sein Gegenüber wusste, was als nächstes kam.
"Chuuya.... Hattest du ihn nicht von der Folterkammer ins Verließ geschafft?", fragte der Schwarzhaarige fast beiläufig. "Ich frage mich nur warum."
Sein Blick war nachdenklich geworden. Sein Untergebener musste sich nun genau überlegen was er sagte. Antwortete er falsch, war er tot.
"Ich ging davon aus, dass er nachgeben würde, wenn ich ihm die Möglichkeit gebe im Verließ zu verschnaufen. Kann ja keiner ahnen, dass die Idioten von Wachen ihn fliehen lassen!", bei dem letzten Satz aktivierte er seine Fähigkeit und zerstörte durch die Gravitation ein wenig den Boden, ehe er sich wieder beruhigte.
Sein Boss beobachtete ihn ruhig. Er analysierte. Dann schien er zu einem Schluss zu kommen und lehnte sich in seinem Sitz zurück.
"Dadurch haben wir natürlich nichts mehr gegen die Detektei in der Hand. Aber ich habe bereits einen Plan B parat, wie wir sie trotzdem nach unserer Pfeife tanzen lassen können.", verkündete er und lächelte böse.
Chuuya nahm seinen Hut ab und kniete sich vor seinem Boss hin. Bereit jeden Befehl entgegen zu nehmen. So bereit, wie er es immer war. Mori erhob sich und stellte sich direkt vor seinem Untergebenen auf.
"Es gefällt mir nicht es zugeben zu müssen, aber Fukuzawa hat leider einen gewissen Vorteil uns gegenüber, was die bei einem Angriff Verwundeten angeht.", begann er.
Er wandte sich ab und stellte sich ans Fenster. Der Gravitationsbändiger jedoch blieb wo er war. Hielt den Kopf gesenkt und wartete. Ganz leise konnte er im Hintergrund Elise summen hören.
"Zwar können wir seine Leute verletzen und gefangen nehmen, aber sobald er sie wiederbekommt, sind alle Verletzungen dahin.", erklärte Mori.
Chuuya rührte sich nicht und hörte weiter zu. Seine Gedanken drifteten für eine Millisekunden zu der Ärztin der Detektive und ihm wurde etwas flau im Magen.
"Schuld daran ist ihre Ärztin. Akiko Yosano. Hätte er sie mir damals nicht weg genommen, hätten wir nun den medizinischen Vorteil.", schlussfolgerte der Schwarzhaarige.
Dem Orangehaarigen wurde mit einem Mal eiskalt. Er ahnte bereits worauf sein Boss hinaus wollte. Doch diese Idee gefiel ihm nicht. Mori trat wieder auf Chuuya zu.
"Ich möchte, dass du deine Fähigkeiten dazu einsetzt, sie von ihren Leuten zu trennen. Dann bringst du sie hier her. Ich werde mich danach persönlich um sie kümmern.", verkündete er mit einem gefährlichen Unterton in der Stimme.
Sein Untergebener hielt noch immer den Kopf gesenkt. Er presste seine Kiefer aufeinander und griff etwas fester in seinen Hut. Er tat alles um seine Gefühle im Zaum zu halten. Natürlich... Er hatte mit ihr gekämpft. Er hatte sie sogar in Stücke reißen wollen. Aber nun.... Was war nun? Sie hatte sich so tief in sein Gedächtnis, in sein Herz eingebrannt, dass er nun zweifelte. Konnte er ihr nochmal gegenübertreten?
Er wollte es. Aber... Aus anderen Gründen. Schließlich musste er ihr ja noch mitteilen dass er den Jungen wie vereinbart freigelassen hatte. Nicht, dass der Spinner ihr eine Lüge erzählte. Er ertappte sich bei dem Wunsch ihr gefährliches Lächeln nochmal sehen zu wollen. Wenn er wirklich nochmal gegen sie kämpfte, würde er es wiedersehen. Aber...
"Erwarten Sie, dass sie sich irgendwann gegen die Detektei stellt?", fragte er schließlich beiläufig.
Die Idee fand er tatsächlich nicht ganz so schlecht. Ein kleines Lachen ertönte. Böse und gefährlich.
"Wie ich schon sagte, werde ich mich darum kümmern. Ihr wird keine andere Wahl bleiben.", antwortete Mori.
Chuuyas Herz zog sich zusammen. Ihm gefiel die Vorstellung nicht, die bei diesen Worten entstanden waren. Vor seinem inneren Auge sah er sie bereits in der Folterkammer verängstigt und verzweifelt. Der Boss, der direkt vor ihr stand. Mit einem irren Ausdruck in seinen lilafarbenen Augen und einem triumphierenden Grinsen. Der Orangehaarige schüttelte die Gedanke aus seinem Kopf. Was der Boss ihm befahl, das musste er auch tun. Er hatte keine Wahl. Er musste zu ihr.
"Verstanden. Ich werde sie herholen Boss.", verkündete er schließlich.
Er erhob sich, hielt seinen Hut jedoch noch in seiner Hand, auf seine Brust gelegt. Sein schwarzhaariger Gegenüber sah ihn zufrieden an.
"Ich verlasse mich auf dich Chuuya. Enttäusche mich nicht.", sagte er ernst.
Chuuya nickte, legte wieder den Hut auf seinen Kopf, wandte sich um und ging langsam zur Tür. Er dachte bereits darüber nach wie er dieser Ärztin erneut gegenüber treten sollte. Er trat in den Flur hinaus und ging den Gang entlang. Sein Herz begann zu rasen. In seinem Kopf kreiste wieder seine Begegnung mit ihr. Bald würde er sie wiedersehen. Allerdings wieder als Feindin. Doch er hatte keine Ahnung wie er reagieren würde, wenn er dieses hübsche Gesicht wieder vor sich hatte.
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Secret love
RomanceChuuya hat ein Problem. Bei einer Mission verliebt er sich ausgerechnet in Akiko Yosano von den bewaffneten Detektiven. Da sie seine Feindin ist und noch dazu die einzige Heilerin der Detektive, bekommt er den Befehl sie anzugreifen. Doch kaum sieht...
