MB10

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Ich verstand den Unterricht überhaupt nicht. Kein einziges Wort. Irgendwas vom 2. Weltkrieg. Mein Pech war nur, dass die Klasse mitten im Thema war und keine Zeit hatte, mir alles zu erklären.

Der Drang, dem Klassenzimmer zu entkommen, wurde immer stärker. Ich beschloss, auf die Toilette zu gehen und einen Moment für mich allein zu haben.

Ich verließ leise das Klassenzimmer und eilte den Flur entlang zur Toilette. Als ich die Tür hinter mir schloss, spürte ich eine Welle der Erleichterung.

Während ich durch den Flurgang versuchte, meinen Kopf freizubekommen, sah ich Melo niedergeschlagen auf einer der Bänke sitzen.

Ich ging näher ran und sah, dass sein Gesicht von Sorge gezeichnet war. Ich setzte mich neben ihn und blieb still. Keiner sagte ein Wort.

Nach einigen Minuten stand Melo auf und wollte gehen, ich hielt ihn aber auf. „Was ist los, Melo?", fragte ich mitfühlend.

Er hob seinen Kopf und sah mich mit müden Augen an. "Es ist nichts.", sagte er ruhig. Ich wusste, dass es nicht nichts war. Irgendetwas muss gestern passiert sein.

„Hat Lavar dir gestern noch sehr viel Ärger gegeben?", fragte ich direkt raus.

„Naja, geht. Als Vater hat er mir keinen Ärger gegeben. Aber als Coach. Ich werde für 3 Tage vom Training suspendiert." Von seinem eigenen Vater würde er suspendiert? Wie konnte Lavar nur so streng sein? Man merkte, wie Melo es leid tat. Warum musste er ihn dazu noch suspendieren?

"Warum hast du überhaupt den Vorschlag gemacht, wenn du weißt, wie streng dein Vater ist?" Ich meine, wenn ich wüsste, wie mein Vater darauf reagieren würde, dann hätte ich es gar nicht erst gemacht.

Melo seufzte und nickte langsam. "Ich bin nicht wie meine Brüder. Mein Vater sieht in mir ein Projekt. Er will, dass wir alle NBA-Stars werden. Ich will aber einfach nur Basketball spielen, ohne diesen ganzen Druck. Ich bin 15, und er macht mir jetzt schon Pläne für den NBA Draft." Wow. Das hätte ich nicht gedacht. Deshalb wollte er rebellieren, um diesem Druck zu entkommen. Er hat also auch Dämonen, gegen die er kämpfen musste, genau wie ich.

"Melo, dein Vater liebt dich. Ich kenne ihn erst ein paar Tage. Ich denke aber, dass er nur das Beste für dich will. Vielleicht zeigt er dir seine Liebe nur auf eine andere Weise." Ihm ein wenig Trost zu spenden wird bestimmt helfen.

Ein kleines Lächeln erschien auf Melos Gesicht, und er nickte dankbar. "Danke, Ary. Du hast bestimmt recht. Es sind ja nur 3 Tage. In der Zeit können wir doch was unternehmen. Hast du morgen nach der Schule etwas vor?" Seine Stimmung stieg rapide, was mich auch freute. Wie ich aber schon sagte, wollte ich mich etwas von Melo fernhalten. Deshalb sagte ich ihm, dass ich schon etwas vorhatte.

Er nickte verständlich, und wir beide verabschiedeten uns voneinander, weil ich wieder zurück in den Unterricht musste, da schon 10 Minuten vergangen waren.

Wieder auf meinem Platz angekommen, beendete der Lehrer den Unterricht, 5 Minuten später.

„Ary, kommst du mit? Ich gehe in die Cafeteria." Entweder alleine verloren herumgehen oder nicht alleine verloren herumgehen. Die Entscheidung fiel mir leicht, und ich ging mit ihr zusammen in die Cafeteria, wo sie uns zu einem Tisch mit einem Mädchen und einem Jungen führte.

„Was geht. Das hier ist Ary, sie ist neu", stellte sie mich vor, und ich winkte nur unbeholfen. „Hi, ich bin Kaila. Und das ist mein Freund Eli." Beide waren also ein Paar.

„Endlich bin ich nicht mehr allein mit den Beiden." Ich lachte. Sie war bestimmt die ganze Zeit ein drittes Rad am Wagen. Ich fühlte mich schon gleich wohler.

„Na dann, bin ich wohl der Held", spottete ich ironisch. „Ganz bestimmt", sagte Mona. „Ja genau wie die Helden gestern. Wegen ihren Kostümen konnte sich keiner mehr vor Lachen halten." Meine Augen weiteten sich. Sie meinte damit die Aktion von gestern. „Ja, das war echt crazy. Melo wird deswegen vom Coach für 3 Tage suspendiert." Alle blieben ruhig. Sie fanden es also genauso schade wie ich.

„Melo, war schon lustig. Die andere Person fand ich aber noch lustiger. Es wird behauptet, dass sie auf eine andere Schule geht und dazu die Freundin von Melo ist." „Was!" Schrie ich erschrocken auf. Ich hatte davon noch nichts gehört. Wie denn auch? Ich kenne niemanden, der mir solche Gerüchte erzählen konnte. „Ich glaube das nicht. Melo ist nicht der Typ für eine Freundin", sagte Eli besserwisserisch. Er kannte ihn gut. So kam es mir jedenfalls vor, deswegen fragte ich ihn auch, woher er ihn kannte. „Ich bin im Basketballteam. Einer der besten Spieler sogar", prahlte er stolz und stemmte seine Arme in die Hüfte.

Noch ein Basketballspieler, na toll.

Noch ein Basketballspieler, na toll

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