Olivia's Pov:
.....bis meine zitternden Füße endlich den Boden berühren, ich atmete kurz erleichtert durch und schaute nochmal nach oben und wank ironisch, als ich dann so schnell es ging mit meinen offen und blutigen Händen nach meinem Rucksack griff und fing an so schnell es geht zu rennen.
Meine Beine brannten bereits aber ich hatte Angst stehen zu bleiben, ich hatte Angst erwischt zu werden. Es musste heute einfach klappen, es musste.
Langsam wurden meine Beine immer schwerer und schwerer und ich wagte einen Blick zurück, die Klinik war mittlerweile schon ein paar hundert Meter hinter mir und scheinbar folgte mir auch niemand.
Egal, ich muss weiter rennen, ich muss unter Menschen!
Ich rannte mitten in die Stadt, in eine Menschenmenge, dabei hörte ich Musik durch meinen MP3 player und versuchte es so gut es geht mich so unter die Menschen zu verkriechen dass man mich nicht fand.
Es war zwar eng und es triggerrte etwas in mir aber das war jetzt für diesen Moment egal, ich bleibe stehen und schaute nach Oben in die Sterne, nach 6 endlosen Monaten endlich wieder frei
Für einen kurzen Moment schloss ich meine Augen und vergaß all den Schmerz in mir und genoss nur die kalte Abend Briese welche meine Haut aufkühlte. Meine Wunden an den Händen Schmerzten sehr und mein t - Shirt war an meinem Bauch etwas gerissen. Aber das war mir in diesem Moment egal, so egal.
Da es gerade Weihnachtszeit war, lief ich einfach auf den Weihnachtsmarkt der genau hier lag und atmete nochmal tief ein und aus. Ich konnte es fast nicht glauben dass ich es geschafft habe, ich werde bald wieder bei meiner besten Freundin sein. Doch da kamen die schwarzen Gedanken auch schon wieder, ich sollte mich nicht zu früh freuen. Schon bald werden die auf Station merken das ich weg bin.
Ich versuchte den Gedanken wieder beiseite zu schieben und lies die ganzen „neuen" Eindrücke auf mich fließen, der Geruch, die Kälte aber auch die Wärme durch meine Jacke, die laute Menschenmenge um mich herum und das Gefühl frei zu sein, der Duft der frisch gebrannten Mandeln und des Popcorns lies mich schwach werden, und ich wollte trotz meiner Essstörung etwas Stärkung für meine Reise haben, wenn alles nach Plan läuft, sollte ich 2 Tage zu ihr brauchen. Das hieß nur leider auch zwei Tage ohne Dach überm Kopf.
Aber das Interessieerte mich nicht wirklich, schließlich liebte ich es auf mich allein gestellt zu sein und Abenteuer zu erleben. Ich liebte es wenn mich keiner zu etwas zwingen kann, ich liebte es wenn keiner mir sagt was ich zu tun und zu lassen habe, ich liebte es wenn keiner mir fragt wie es mir geht. Ich kam super alleine zurecht, ich brauche eigentlich niemanden außer meine Klinge und mich. Ich liebe meine beste Freundin trotzdem über alles und freute mich riesig sie so bald zu sehen.
Als ich mich gerade in eine Schlange für ein wurst Brötchen anstellen wollte fiel mir ein dass ich ja gar kein Geld hatte, ich überlegte kurz und entschloss mich einfach meinem Glück auf der Reise etwas nachzuhelfen, Ich quetschte mich durch die Menschenmenge und ganz ausversehen ergriffen meine Hände ein Portmonee aus der Hose eines Mannes. Ich ging ganz normal weiter und lies das Geld in meiner Jacke verschwinden, ganze 100€ waren in dem Portmonee. Den Rest ließ ich einfach fallen und entfernte mich zügig vom Geschehen.
Das ich gerade eine Straftat begangen habe war mir gar nicht so bewusst. Ich grinste eher vor stolz dass ich es geschafft habe, genug Karma hat mir Gott sowieso schon gegeben.
Mein Leben war die reinste Hölle. Als Kind wurde ich von meinem Vater schwer Misshandelt bis er mich dann auch vergewaltigte. Meine Mutter hat sich daraufhin von ihm getrennt, doch es war längst zu spät. Ich viel in eine schwere Depression, fing an mich selbst zu verletzen, bekam Albträume und Panikattacken, mein Vertrauen in die Menschheit habe ich auch verloren. Ich vertraue eigentlich nur noch einer einzigen Person und das war Star.
Als ich dann vor 6 Monaten versuchte mir das Leben zu nehmen wurde ich in die Klapse gesperrt.
Der Anfang war der Horror ich habe zwar ein paar Freunde gefunden aber der Rest war absolut Scheiße die ganze Therapie hat eigentlich die ganze Sache nur noch verschlimmert. Warum kapiert niemand dass ich es einfach mit mir selbst ausmachen muss?Die letzte Zeit war eigentlich ganz okay weil ich wusste dass ich heute endlich rauskommen werde, und das für immer! Ich werde mich nicht wieder fangen lassen!
So unauffällig es ging schlich ich mich in eine Reihe, und wartete bis ich dran kam. Sobald dies geschah fing meine Hände und meine Stimme an zu zittern, ich hasse es einfach mit fremden Leuten zu reden.
„Hallo, ich hätte gerne ein vegetarisches Wurst Brötchen" stotterte meine heißerne stimme, ich hatte bestimmt seit Tagen nicht mehr geredet, in den Therapie Sitzungen noch weniger.
„Kommt sofort" sagte der Mann hinter dem Tresen genervt was mir sofort ein schlechtes Gefühl gab.
Er reichte mir das Brötchen zusammen mit einer servierte, ich nahm es zitternd an. Ich merkte wie sein Blick hinunter auf meine offenen Stellen an meinen Händen ging. Schnell schob ich ihm das Geld hin und verpisste mich so schnell ich kann.
Schon nach dem ersten Bissen fühlte ich mich schuldig etwas gegessen zu haben, am liebsten hätte ich es einfach wieder ausgekotzt.
Ich lief die Hauptstraße entlang, weg von dem restlichen Geschehen. Erst jetzt merkte ich wie sehr mein Hände eigentlich schmerzten davon mitten in den Draht zu fassen während man einen Meter hoch vom Boden hängt.
Sie pochten schon richtig, ich ignorierte es denn ich konnte jetzt eh nichts mehr daran ändern, ich aß schnell mein Brötchen fertig und lief gedankenverloren umher.
Doch plötzlich riss mich ein Geräusch aus meinen Gedanken, ein Geräusch was mir sehr vertraut war dennoch hasste ich es.
So schnell es ging versteckte ich mich hinter einer Säule und sah kurz darauf 3 Streifen Wagen an mir vorbei rasen
„Oh scheisse sie suchen schon nach mir"Ich musste auf der Stelle ein Versteck finden wo ich dann auch schlafen konnte.
Ich blickte mich eine kurze Weile um und rannte dann so schnell es geht zu einem Parkhaus welches zum Glück gut besucht war.
Ich suchte mir einen gemütlichen Platz zwischen den Autos um nicht gesehen zu werden und setzte mich dort hin, ich war ziemlich aus der Puste vom ganzen Rennen. Doch schnell wurde meine Atmung wieder kontrolliert und ich holte meinen Lieblings Pulli aus meinem Rucksack und versuchte ihn mir so bequem wie es nur geht hinzulegen um ihn als Kopfkissen zu benutzen.
Langsam schloss ich meine Augen, mein Rucksack fest in meinen Armen, draußen immer noch das Geräusch der Streifen wagen.
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Verbotene Liebe | Tom Kaulitz
Romance„Ich kann keinen weiteren Tag verbringen, ohne deins zu sein" „Ich auch nicht meine Rose" nach diesen Worten fielen meine Lippen auf seine... „Ich würde mein Leben für sie geben...ich würde ihr mein Herz schenken..." „...in einer Welt in der ich n...