Kapitel 1:
Ausbruch
Olivia:
„Perfekt" Murmel ich zu mir selbst während ich zur Sicherheit doch noch eine 2. Jacke in meinen prallvollen Rucksack stopfe und dabei versuche möglichst leise zu sein, um Molly, meine Zimmernachbarn aus der Klapse nicht zu wecken, ich habe nicht wirklich etwas gegen sie, aber ich vertraue ihr nicht genug mich nicht zu verpetzen, wenn ich sie versehentlich wecken würde.
Eine Wasserflasche habe ich schließlich schon umgestoßen, zum Glück hat sie sich nur mürrisch auf die andere Seite gelegt, und weiter geschnarcht während ihr ihre dunkelblonden Haare in den Mund fielen. Wie ich dieses schnarchen hasse!
Was passiert wäre wenn sie aufgewacht und tatsächlich die Pfleger gerufen hätte...das kennt man aus den ganzen Hollywood Filmen.
Zwangsjacke, ein Raum voller Gummimatten und Beruhigungsmittel gelten hier als Therapeutische „Unterstützung"
Darauf kann ich wunderbar verzichten.
Für mich gilt das eher als Unterdrückung der wirklichen Probleme und vor allem...Freiheitsberaubung.
Meine Freiheit war mir immer sehr wichtig, bei meiner Tante Diane habe ich mich ständig rausgeschlichen, so sollte man meinen ich hätte etwas Übung.
Naja gut...sie war die meiste Zeit eigentlich nur betrunken und hat ihre eigene Hand nicht mehr klar sehen können.
Wenn ich so recht drüber nachdenke wird das ganze hier wahrscheinlich ziemlich schief ausgehen und ich werde zu Popel Peter in die Gummizelle gesteckt.
Das darf nicht passieren, ich....wir sind zu gut vorbereitet. Ich klappe noch ein letzen Mal meinen Laptop auf, den ich normalerweise unter meiner Matratze verstecke damit ihn niemand finden würde.
Ich bin aber auf keinen Fall die einzige hier die ihre Sachen unter der Matratze versteckt.
Die Pfleger sind wohl nur zu faul nachzuschauen. Oder sie sind wirklich nicht sehr schlau
Ich öffne meine emails und schreibe meiner besten Freundin Star dass ich nun los gehen würde.
Das kleine Lächeln was sich über meine Lippen geschlichen hat verschwand sobald ich die Konsequenzen dieser Nacht vor meinem inneren Auge sah. Ich sollte aufhören das hier als witzige Sidequest zu behandeln.
Ich werde es tun, ich werde hier raus kommen. Unser Plan ist perfekt, ich schneide das Gitter vor den Fenstern mit der Gartenschere auf, die Star hier mit reingeschmuggelt hat, und springe "Einfach" aus dem ersten Stock und renne so schnell ich kann, bis ich dann bei ihr bin.
Dass diese Reise mehrere Tage dauern wird, ist uns zwar bewusst aber ich merke dass wir das ganze etwas zu locker angegangen sind.
Wo schlafe ich überhaupt?
Ein ungutes Gefühl breitet sich in mir aus. Was wenn ich von der Polizei gefasst werde, verhungere oder mir etwas schlimmes passiert?
Ich atme tief ein und aus und denk an Star, der Gedanke sie bald wieder umarmen zu dürfen, lässt mich doch wieder lächeln, ich klappe den Laptop zu und quetschte ihn zuletzt in meinen Rucksack, wobei eine der Wasserflaschen hässlich quietscht.
Ich kneife meine Augen zusammen und lies meine Augen schnell zu Molly fallen, die aber immer noch von ihrem ekelhaften Zitronenkuchen zu träumen scheint den ihr ihre Eltern vor ein paar Tagen ausnahmsweise mitgebracht haben.
Sie ist wegen einer Essstörung hier. Molly ist schwer übergewichtig und kompensiert ihre Gefühle ausschließlich durch Essen.
Das könnte mir ja nicht passieren...
Ich stehe auf und kontrolliere nochmal ob ich alles dabei habe: Zahnbürste, makeup, Parfüm, Kaugummis, Klinge, skincare, nur meine Lieblings Klamotten schließlich würde ich später die Klamotten mit Star teilen, Gartenschere, MP3 Player, Schlafanzug und das war's auch schon.
Ich nehme nicht viel mit, da mein Rucksack klein ist und ich bei Star sowieso den Rest bekommen werde. Ich bin ihr so so dankbar mich aufzunehmen, ihre Eltern sind geschäftlich verreist und werden erst in ein paar Wochen wieder kommen was uns genug Zeit lies um über die nächsten Schritte nachzudenken.
Mit etwas Glück sind sie sogar noch etwas länger weg, man weiß ja nie.
Langsam schlich ich mich zum Fenster, greife nach dem Griff und scheiße..
Mein Handy...
Ich muss unbedingt noch mein Handy holen!
Ich gehe also wieder zurück in Richtung Tür, ich kniff ein Auge zusammen und spähte durch das Schlüsselloch.
Warum hat diese Tür überhaupt ein Schlüsselloch? Wollen die uns einsperren.
Ich sehe dass niemand auf dem Flur ist, also öffne ich leise die Tür, streiche mir noch meine offenen Schuhe von den Füssen um wirklich leise zu sein, und mache mich auf den weg in Richtung Schwesternzimmer.
Die Psychosomatische Station liegt hier auf dem gleichen Flur wie die normale Kinderkrankenstation.
Nachts sind die Schwestern dieser Station für uns verantwortlich, und die sind meistens reichlich beschäftigt. Perfekt um schnell mein Handy zu klauen. Ist ja schliesslich eh meins.
Und genau jetzt geht ein Alarm in einem der Kinderzimmer los, sofort kommt eine Schwester und ein Pfleger die für heute Nacht eingeteilt sind, aus ihrem Zimmer gehuscht.
Die armen sind total unterbesetzt.
Schnell renne ich ins Schwesternzimmer hinein. Hier herrscht totales Chaos.
Meine Augen scannen den Raum so schnell es geht. Na endlich!
In der letzten Ecke sind die Boxen mit den elektronischen Geräten. Ich sprinte schnell dort hin und sehe schon die Box mit meinem Namen, auf dem weg falle ich fast über ein Blutdruckmessgerät.
Schnell schnappe ich mir mein Handy, schaue nochmal Richtung Flur und renne leise in mein Zimmer zurück.
Stolz halte ich mein Handy in der Hand.
Jetzt kann es los gehen!
Erleichtert atmete ich aus, lasse mein Handy in der Hosentasche verschwinden und krame stattdessen die Gartenschere aus meinem Rucksack. Leise öffne ich das Fenster. Es fühlt sich so unwirklich an.
Langsam fange ich an den dicken Draht zu durchtrennen.
Dies hatte ich gestern schon Probe weise an einer Ecke des Fensters ausprobiert nur um sicher zu gehen dass heute auch wirklich nichts schief läuft, denn sollte das doch passieren glaub ich nicht dass ich es noch lange hier auf dieser Erde aushalten werde. Den Gedanken versuche ich aber schnell beiseite zu schieben. Ich muss mich konzentrieren, mein Therapeut wäre stolz auf mich!
Nach und nach durchtrennte ich mehr Draht und es bildete sich immer mehr eine Öffnung durch die jetzt schon meine Hand passte, mein Herz klopft bis zum Hals.
Ich hatte noch 10 Minuten bis der Pfleger oder die Schwester wieder rein kommen werden um zu schauen ob wir noch leben.
Tja bis dahin werde ich hier raus sein!
Weg von diesen arschlöchern die einen immer kontrollieren und über einen bestimmen wollen, die einen wie ein Tier hier gefangen halten.
Obwohl...wenn ich so an die Gruppentherapie denke ist es für manche hier vielleicht doch ganz gut eingesperrt zu sein.
Aber Ich hasse es hier...so sehr
Der Gedanke hier gleich raus zu rennen ließ meine knie schon jetzt zittern.
Ich bohre mich weiter und weiter durch und konnte schon den Mond sehen ohne dass der Draht dazwischen ist.
Doch vor lauter Adrenalin vergaß ich komplett die Zeit, ich schaue panisch auf die uhr, welche mir verriet dass ich nur noch 5 Minuten Zeit habe, ich zittere und versuche schneller den hartnäckigen Draht zu durchtrennen, doch es hilft nichts, würde ich jetzt nicht fliehen werde ich mich nicht schnell genug verstecken und dann rennen können.
Diese Nacht muss ich sowieso unter einer Brücke oder ähnlichem verbringen da Star schon ziemlich weit weg wohnt, scheisse ich verliere mich schon wieder in meinen Gedanken.
Plötzlich öffnet sich die Zimmer Tür und der Pfleger steht dahinter.
Ganz automatisch stelle ich mich vor das loch und nehme meine Hände hinter meinen rücken damit er die Gartenschere nicht sieht.
„Was machst du da Olivia?"
„Ich?"
„Du"
Ich blicke panisch durch den Raum
„Ich...ja ich hab nur die Sterne gezählt, sind ganz viele heute Nacht zu sehen."
„Wie viele hast du denn gezählt?"
Ich merke wie ich rot anlaufe. Bitte. Tötet. Mich.
„ich glaub 23" ich versuche zu lächeln
„Wirklich? Ich habe nämlich keinen einzigen Stern gesehen als ich raus geschaut habe" er zieht eine seiner Augenbrauen nach oben. Gott wie ich diesen schleimigen Gesichtsausdruck hasse.
„Ja...sind ganz viele hier"
„Dann lass mich doch auch mal sehen, Sterne sind faszinierend stimmt's? Jeder einzelne von ihnen ist ein eigener Plantet mit seiner ganz eigenen Geschichte"
Wird er jetzt zum Poeten?
„Ne...ne das geht leider nicht" ich schüttle den kopf während er seine Arme vor seiner Brust verschränkt.
„Wieso nicht?"
Ich bin knallrot
„Wissen sie...ich habe da ein Frauenproblem...wenn ich mich jetzt umdrehe..."
Nun wird auch er rot
„Okay okay...ich verstehe. Soll ich dir was bringen?"
„Ne, nein alles gut"
Er wirkt misstrauisch.
„Alles klar, dann geh mal schlafen" er dreht sich um und schließt die Tür leise hinter sich. Ich atme erleichtert auf. Ob er mir geglaubt hat?
Er kommt bestimmt gleich zurück.
Es hilft alles nichts mehr, auch wenn das Loch noch zu klein ist muss ich da jetzt durch sonst würden sie mich erwischen, ich ziehe meinen Rucksack den ich heimlich unters Bett getreten habe wieder hervor und werfe ihn ins feuchte Grass hinunter, was Glücklicher weise kaum Geräusche macht da ich meine Klamotten extra so positioniert habe das man kein geraschell mehr hört bei jeglichen Bewegungen.
Jaja sehr gut durchdacht.
Ich drehe mich um sodass ich mit dem Rücken wieder zum Fenster stehe, ich blicke noch ein letztes Mal in „mein" Zimmer und seufze, auch wenn ich wusste das ich das richtige tue, habe ich Angst
Ich hasse mich Dafür Angst zu haben
Ich greife mit meinen Armen nach hinten, und stütze mich so auf die Fensterbank das ich nun auf ihr sitze.
Ich bewege erst eines meiner zitternden Beine in das Loch hinein, ganz vorsichtig sodass ich mich nicht verletze, dann das nächste.
Vorsichtig schiebe ich meinen Oberkörper rückwärts, meine Beine baumeln bereits in der Luft.
So tief wie es sich anfühlt hätte ich es niemals eingeschätzt
Als ich schnelle, immer lauter werdende schritte auf dem Flur höre, lies ich meinen ganzen Oberkörper über den Spitzen Draht fließen, bis meine Hände Hilfesuchend mitten Hinein griffen
Ich habe schon leichte Panik, mein Bauch schmerzte und meine Hände bluten also lasse ich jetzt einfach los.
Ich spüre nur noch wie ich falle, was mir eine Ewigkeit erscheint.
Bis...
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(4983 wörter)
(Erstmal vielen vielen Dank dass ihr auf mein buch gestoßen seid und schon das erste Kapitel Gelsen habt
Es wird möglichst jeden Tag eins raus kommen 🤭
Es lohnt sich wie gesagt sehr sehr sehr das Buch bis zum Ende zu lesen, das Ende wird sehr spannend
Also habt Geduld☺️)
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Verbotene Liebe | Tom Kaulitz
Fanfiction„Ich kann keinen weiteren Tag verbringen, ohne deins zu sein" „Ich auch nicht meine Rose" nach diesen Worten fielen meine Lippen auf seine... „Ich würde mein Leben für sie geben...ich würde ihr mein Herz schenken..." „...in einer Welt in der ich n...
