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GRAZIELLA

Hätte mir jemand vor ein paar Wochen gesagt, das ich meinen 18. Geburtstag damit verbringen würde, jeden den ich Liebe aus dem weg zu gehen und in meinem Bett zu liegen. Dann hätte ich die Person wohlmöglich schräg angeschaut und ihr gesagt, dass sie verrückt sei.

Doch hier bin ich. Alleine in meinem Zimmer, mit einem Fetten Pullover und einem Buch in der Hand. Mein Handy liegt im Flugmodus neben mir. Ich habe Kopfhörer auf und lausche zu meiner Musik, während ich friedlich mein Buch lese, um abzuschalten.

Meine Familie hat die gesamte zeit versucht meine Aufmerksamkeit zu bekommen, doch ich habe nicht ein einziges Mal reagiert. Die einzigen die ich zu mir lasse, sind meine kleinen Schwestern, welche von dem ganzen Theater sowieso nicht viel verstehen.

"Ella spielst du mit uns?" Fragt mich Amalia und hüpft auf mein Bett. Ich streiche die Kopfhörer von meinen Ohren und schaue zu den Beiden. "Bitte" Amalia und Aurelia schauen mich mit großen Kulleraugen an und ich kann nichts anders als dahin zu schmelzen und zuzustimmen.

[...]

Am Morgen an dem wir wieder zur Schule müssen, habe ich das Haus verlassen, bevor irgendjemand aus meiner Familie aufsteht. Ich habe mich dazu entschieden zur Schule zu laufen und mir dabei gewaltig Zeit zu lassen.

Gedankenverloren kicke ich den Schnee vor mir her und Summe das Lied mit, welches mir über meine Kopfhörer in die Ohren schallt.

Es sind nicht viele Menschen um diese Uhrzeit unterwegs. Hier und da ein paar, die früh zur Arbeit müssen. Mir kommen ein paar Hundebesitzer entgegen und auch vereinzelt fahren Autos über die verschneiten Straßen.

Als ich an der Schule ankomme und auf die Uhr schaue, stelle ich fest, das ich noch anderthalb Stunden Zeit habe, bis es zum Unterricht klingelt.

Zusammen mit dem Hausmeister, der jeden Morgen die Schule aufschließt, betrete ich das Schulgebäude und laufe in schnellen Schritten Richtung Bibliothek. Dort verkrieche ich mich in einer Ecke und lese mein Buch weiter.

Eine Weile habe ich auch meine Ruhe gehabt, doch wird diese von jemanden unterbrochen der mir meine Kopfhörer von den Ohren zieht. Mit zusammengezogenen Augenbrauen schaue ich auf und in die blauen Augen von Hazel.

Sie steht mit verschränkten Armen vor mir und lächelt mich leicht an. Ich verdrehe meine Augen und schaue zurück auf mein Buch. „Hey. Sei nicht sauer auf mich, Greggels. Ich wusste genauso wenig wie du, das Livia die mate von deinem großen Bruder ist. Sie haben es mir erst erzählt nachdem zu weggelaufen bist"

Sie lässt sich neben mich auf die Couch fallen und schaut mich entschuldigend an, als ich wieder zu ihr schaue. „Ich kann ihnen nicht einmal verübeln, das sie es mir nicht gesagt haben. Ich hätte es dir nämlich sonst sofort gesagt. Selbst wenn sie es mir verboten hätten."

„Da wärst du aber die einzige" murmle ich und schaue zurück auf mein Buch. „Hey" sie pickst mir in die Seite und bringt mich zum Lächeln. „Da ist dieses Lächeln das ich so liebe. Hör auf mit schmollen, Greggels. Ich meine Halloho, vielleicht triffst du heute deinen Mate"

„Meinst du?" frage ich sie neugierig. Ich bezweifle das ich meinen mate heute finden werde. Ich habe mich zu niemanden, außen Angelo, hingezogen gefühlt oder hatte das Gefühl wo ich sagen konnte: „Jup. Der isses. Diese Person könnte mein Mate sein."

Second MateWo Geschichten leben. Entdecke jetzt