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GRAZIELLA

Kaum betreten wir mein Zimmer, fällt die Tür leise ins Schloss hinter uns. Die Nacht liegt still da draußen, aber hier drinnen scheint alles voller Wärme, Aufregung – und dieser elektrischen Spannung, die sich zwischen uns aufbaut, mit jeder Sekunde, in der wir uns ansehen, ohne etwas zu sagen.

Ich drehe mich zu ihm um, die Lippen leicht geöffnet, den Atem ruhig, aber spürbar schneller. Das weiche Licht aus der kleinen Lampe auf meinem Schreibtisch wirft goldene Schatten über sein Gesicht. Sein Blick ist auf mich gerichtet – konzentriert, sanft, aber auch voller ungezähmtem Feuer.

Zyran tritt einen Schritt näher, dann noch einen, bis er direkt vor mir steht. Seine Hände gleiten an meine Taille, ziehen mich langsam an ihn heran. Unsere Körper berühren sich kaum, doch meine Haut prickelt bereits, als hätte er mich mit Flammen berührt.

„Du machst mich wahnsinnig", murmelt er rau, fast ehrfürchtig. „Schon die ganze Nacht."

Ich streiche mit den Fingern über seine Brust, langsam, verspielt. „Ich weiß." Mein Lächeln ist weich, aber nicht ohne Wirkung – er spürt es, ich sehe es an seinem Blick, der für einen Moment zu meinen Lippen wandert, dann wieder zurück zu meinen Augen.

Dann küsst er mich. Sanft, ganz anders als noch unten beim Auto. Es ist ein Kuss, der sich Zeit nimmt. Der mich spüren will. Verstehen will. Einer, bei dem ich vergesse, wo oben und unten ist.

Seine Hände gleiten über meinen Rücken, erkunden mich langsam, als wollte er sich jede Bewegung einprägen. Ich spüre, wie seine Finger sich in den Stoff meines Kleides graben, wie sein Atem an meiner Wange wärmer wird. Ich löse mich einen Moment von seinen Lippen, um Luft zu holen – unsere Stirnen ruhen gegeneinander, unser Atem mischt sich.

„Willst du das wirklich?" fragt er leise, mit dieser leisen Ernsthaftigkeit, die ich an ihm liebe. „Wir können auch warten, wenn du dir nicht sicher bist"

Ich nicke. Ein stilles, festes Nicken. „Ich will dich, Zyran. Nicht nur heute. Immer."

Er antwortet nicht mit Worten. Stattdessen berühren seine Lippen meine Stirn, dann meine Wange, meinen Hals. Zart, liebevoll. Seine Hände gleiten an meinen Rücken, öffnen langsam den Reißverschluss meines Kleides. Nicht überstürzt. Jeder Moment ist bewusst. Voller Gefühl, voller Vertrauen.

Das Kleid gleitet von meinen Schultern, sanft wie fallendes Wasser, und ich stehe vor ihm, nur in feiner Spitze, mein Herz laut klopfend – nicht vor Unsicherheit, sondern vor Vorfreude.

Zyran streift langsam sein Shirt ab, lässt es achtlos auf den Boden fallen. Mein Blick gleitet über seine mit tattoos bedeckte Brust, seine Schultern, und wieder frage ich mich, wie es sein kann, dass jemand gleichzeitig so stark und so sanft sein kann.

Er hebt mich hoch, als wäre ich leicht wie Luft, trägt mich zu meinem Bett und legt mich vorsichtig darauf, als wäre ich etwas Kostbares, das man nicht zerbrechen darf.

Die Matratze unter meinem Rücken gibt leise nach, als Zyran sich über mich beugt, sein Körper warm und fest, seine Bewegungen ruhig, aber voller Spannung. Er stützt sich auf einen Arm, sein Blick liegt auf mir – offen, bewundernd, fast ehrfürchtig.

Ich sehe, wie sein Blick über mein Gesicht gleitet, über meine Lippen, mein Schlüsselbein, meine Haut. Seine Fingerspitzen folgen seinem Blick, ziehen sanfte Linien, erkunden mich, als hätte er ewig Zeit. Und irgendwie fühlt es sich genau so an – als gäbe es in dieser Nacht keine Welt außerhalb dieses Raumes, dieses Moments, dieser zwei Körper, die sich mit einem einzigen Ziel zueinander neigen: einander ganz zu gehören.

Seine Lippen finden meine, tiefer diesmal, verlangender, und ich erwidere den Kuss, gebe mich hinein in diesen Wirbel aus Wärme und Hingabe.

Mit einer gekonnten Bewegung entfernt er meinen BH und verfrachtet ihn zu unserer restlichen Kleidung auf den Fußboden. „So wunderschön" flüstert er und streicht mit einer Hand meine Kurven nach. Gänsehaut breitet sich auf meiner Haut aus.

Second MateWo Geschichten leben. Entdecke jetzt