Noch immer prasselten die Regentropfen gegen die Fensterscheibe. John lehnte immer noch über Sherlocks fast nackten Körper. Sie hielten sich beide aneinander fest und atmeten tief ein und aus, als die letzten Freudentränen geflossen sind.
Heute wird ein wirklich schöner Tag, denke ich!", sagte John und lachte fröhlich. Auch Sherlock lachte, was ungewöhnlich für ihn war, denn er hatte sonst immer ein sehr nachdenkliches, fast emotionsloses Gesicht. John war überglücklich, dass er Sherlock zum Lachen brachte. Dieser strich sanft über seine Stirn und gab ihm einen Kuss.
Weißt du...Ich mag ja deinen Namen wirklich sehr. Ordinär, merkwürdig, mysteriös, und super sexy.", kicherte John. Er strich seinem neuen Freund durch die dunklen Haare und fuhr fort. Aber wie wäre es denn, wenn ich dich ab sofort anders nenne?"
An was denken Sie da genau, Doktor Watson?", fragte Sherlock schelmisch.
Wie sieht es aus mit.." John überlegte einen Moment und verzog sein Gesicht. Sherlock kicherte. Wie sieht es aus mit Sherly? Oder Locke?" Jetzt konnte sich Sherlock vor Lachen kaum noch halten, griff zwischen die die beiden aufeinander liegenden Körper und hielt sich den Bauch. John schaute ihn etwas verwirrt an, doch lachte selbst mit.
Nein John! Auf keinen Fall! Nicht in hunderttausend Jahren!" Das Gelächter nahm langsam ab und sie schauten sich wieder in die Augen. Verzaubert von Johns Augen sprach Sherlock nicht weiter. Er war sprachlos. Er konnte sich in Johns himmelblauen Augen widerspiegeln und versinken. Sherlocks Aufmerksamkeit galt nur noch diesen zwei wunderschönen Augen. John schüttelte ihn sanft, um ihn aus seinen Träumen zu wecken.
Sherlock...Baby...Liebling...Detective Holmes...Captain auf der Brücke...Hier Enterprise an Sternflotte...Hören sie mich?", sagte er lächelnd. Sherlock schnappe aus seinen Tagträumen auf und grinste in Verlegenheit.
Ja...Ja ich verstehe sie Captain Watson!", antwortete dieser und das Gelächter begann von neuem. Aber...Aber ich mag es, wenn du mich Liebling nennst. Das finde ich sehr süß."
Okay Liebling", meinte John und küsste Sherlock wieder fest. Endlich rollte er sich von ihm herunter und legte sich glatt neben seinen Partner. Es wurde leise für ein paar Minuten. Stunden. Tage. Jahre. Ewigkeit legte sich in die Blicke der beiden Männer, als sie Seite an Seite an die Decke starrten. Noch war der Regen sehr laut und sehr viel. Er viel jetzt in großen Strömen und lautes Knallen der Tropfen auf das Hausdach war im Raum zu hören. Es wurde immer lauter und John begann zu zittern.
Ist alles in Ordnung mit dir, John?", fragte Sherlock besorgt, als er zu John hinüber sah und sich an ihn kuschelte.
Er antwortete stotternd: Ja, alles okay. Ich...hatte nur gerade einen...nicht so erfreulichen Rückblick zu meiner Armeezeit. Bomben. Du weißt schon." Eine kleine Träne rollte an Johns Wange herunter. Sherlock zog ihm nah an sich und küsste ihn, um ihn zu beruhigen. Je länger sie küssten und sich berührten, desto mehr zitterte er, doch Sherlock ließ nicht ab von ihm.
Keine Angst mein Schatz. Ich bin hier. Du weißt, das dein Sherlock Holmes vor nichts Angst hat und dein perfekter Beschützer ist!", sagte er kichernd. Ein kleines Grinsen legte sich über Johns Lippen und seine Gesichtszüge wurden weicher und gelassener.
Gut, mein Liebling.", kicherte John leise, als er seinen Kopf auf Sherlocks Schulter legte und seine Augen schloss. Er fühlte die sanften Berührungen seines Freundes auf seiner Stirn und merkte, das sie immer langsamer wurden, bis sie plötzlich verschwanden. John öffnete seine Augen nur einen Millimeter weit und lugte durch die Wimpern. Sherlock war eingeschlafen. Auch John fühlte sich plötzlich sehr müde, war aber erleichtert, endlich Ruhe gefunden zu haben und eine wundervolle Beziehung vor ihm stand. Mit dem Mann seiner Träume. Naja, eigentlich hatte er nie über ihn geträumt außer das eine Mal. Sherlock war sein Freund und er sah, wie er ihn küsste. Damals wachte er schweißübergossen und angewidert auf. Jetzt konnte er nur noch darüber lachen. Hätte er es sich doch nur früher eingestanden, dann könnten sie jetzt vielleicht schon...Nein. John wollte nichts überstürzen. Sie waren schließlich gerade mal ein paar Minuten zusammen. Und doch war es eine gefühlte Ewigkeit, neben Sherlock zu liegen und seinen langsamen Herzschlag zu hören.
John sprach mit sich selbst im Gedanken. Oh Gott, wann habe ich mich das letzte Mal so gut gefühlt, als ich den Herzschlag von jemandem gehört habe? Das muss wohl schon Jahre her sein...Seit ich Sherlock kenne." Sherlock. Sherlock. Sherlock. Er wiederholte diesen Namen noch einige Male bevor auch er in den süßen Schlaf abdriftete.
***
Ein leises Kichern ließ John aus seinem Schlaf erwachen. Mrs Hudson, die Eigentümerin des Hauses, stand an der Schlafzimmertür und kicherte süß. Als John sie sah, erschrak er und stand sofort auf. Er tat so als würde es nur ein Versehen sein, dass er mit Sherlock in einem Bett lag und dieser nur eine Unterhose trug. Er versuchte sich ihr gegenüber so unauffällig wie möglich zu verhalten.
John! Das sieht so süß aus! Ich hab doch schon immer gewusst, dass ihr ein Paar seid! Ihr passt einfach perfekt zusammen!", sagte Sie noch immer kichernd.
Also...das...das ist nicht das, wonach es aus sieht! Wir hatten nichts! Wirklich!", entgegnete John sofort, kratzte sich dabei am Hinterkopf und lief rot an.
Schon verstanden, John.", zwinkerte Mrs Hudson und ging ein Stück von der Tür zurück in den Gang. Ich wollte euch gerade etwas Tee bringen, wie jeden Nachmittag. Aber ihr wart nicht in der Küche und auch nicht im Wohnzimmer. Ich habe ein paar Mal nach euch gerufen, aber mir hat niemand geantwortet. Da habe ich mir Sorgen gemacht und habe kurzerhand selbst nach euch gesucht. Und euch dann hier zusammen gefunden." Mrs Hudson kicherte wieder. Johns Gesicht war rot angelaufen und wusste nicht recht, was er antworten sollte.
Ja.", sagte John nur, strich sich einmal durch die Haare und ging aus dem Raum an seiner Vermieterin vorbei.
Danke für den Tee, Mrs Hudson. Das ist wiedermal sehr nett on Ihnen." John versuchte freundlich zu sein und lächelte. Ihm war diese Situation sichtlich peinlich, doch er wusste, dass er damit in Zukunft öfter konfrontiert werden würde. Er ging schnurstracks in die Wohnstube und ließ sich mit einem lauten Seufzer in seinen Sessel fallen. Mrs Hudson ging ihm nach und stand jetzt in auf der Türschwelle.
Ist alles okay, John?", fragte sie besorgt und verdrehte den Kopf ein wenig.
Nein, nein. Alles in Ordnung. Mehr als das.", antwortete John und schaute sie mit funkelnden Augen an. Mrs Hudson, Sie wissen nicht wie froh ich gerade bin!" John fuhr sich mit den Händen über sein Gesicht, als wollte er sich erfrischen. Er wusste, dass Mrs Hudson eigentlich Recht hatte und er Sherlock liebte. Er war überglücklich.
Das sieht man Ihnen an, John! Sherlock tut Ihnen sichtlich gut!", meinte Mrs Hudson. Sie griff zur Teekanne und füllte etwas davon in eine kleine Tasse, in der sie zuvor etwas Milch goss. John nahm die Tasse vom Tablet und nahm einen kleinen Schluck des heißen Getränks. Genau das, was er jetzt brauchte. Er war plötzlich sehr aufgewühlt. Die Gedanken an Sherlock als seinen festen Freund waren unvorstellbar schön für ihn. Plötzlich kam jemand in die Stufe gewatschelt. Es war Sherlock der Mrs Hudson mit verschlafenen Augen anguckte.
Oh, Mrs Hudson. Schön, Sie zu sehen.", sagte er müde, als er sich auf die Couch schmiss. Sein Morgenmantel fiel über das gesamte Möbelstück. Sherlock rollte sich zu einem Ball zusammen und blickte rüber zu John in seinem Sessel. John lachte glücklich und erleichtert.
Ich liebe dich, John.", flüsterte Sherlock leise, so dass man es nicht hören konnte. Doch trotzdem verstand John genau die Worte, die über die elegant geschwungenen Lippen seines Freundes huschten.
Ich liebe dich auch", sagte er laut und ging zu Sherlock herüber, küsste ihn kurz. Noch immer stand Mrs Hudson in der Tür. Ihr war der Atem stehen geblieben bei dem wunderschönen Anblick der beiden Männer. Sie seufzte leise und ein kleines Funkeln erschien in ihren Augen. Langsam drehte sie sich um ging leise die Treppe zu ihrer Wohnung herunter. John lehnte über Sherlock und küsste ihn immer noch. Nach einigen Küssen ließ er dann ab und lächelte ihn an. Sherlock lächelte zufrieden zurück.
Würdest du mir bitte auch etwas Tee eingießen, Schatz?", fragte er und John stand auf. Er ging hinüber zum kleinen Tisch neben seinem Sessel und nahm eine Tasse.
An was hattest du eigentlich gedacht, als du gesagt hast Wir könnten ja vielleicht..'?", interfragte Sherlock noch einmal, doch John zuckte mit den Schultern und antwortete Hab ich vergessen", als er ihm die Teetasse überreichte. Sherlock lachte und nahm einen Schluck. John lachte erfreut zurück. Den ganzen Nachmittag verbrachten die beiden in der gemütlichen Stube und lauschten dem unendlichen scheinenden Regen.
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Wolke 221b
FanfictionLiebe? Leidenschaft? Das würde Sherlock doch nur von seiner Arbeit ablenken. So sieht es auch John. Das sollte dann aber schlagartig ändern und die Welt der beiden Junggesellen auf den Kopf stellen...Eine Geschichte voller Liebe, Verführung, Schmerz...