Kapitel 9 - Black out

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Um 6 Uhr klingelte der Wecker die beiden Männer aus dem Tiefschlaf. John brummelte laut und drehte sich auf die andere Seite, versteckte dann sein Gesicht und die Ohren unter der Bettdecke. Sherlock streckte sich und gähnte, bevor er mit der Hand nach dem Wecker tastete, ihn dann nahm und ausschaltete.

"J...Jaaaaawn", gähnte er abermals und hob seine Arme. "John wir müssen jetzt aufstehen. Du weißt doch, der neue Fall wartet auf uns!", fügte er mit einer schläfrigen Stimme und rieb sich die müden Augen. Wieder gab John nur ein Grummeln von sich. Sherlock mochte das gar nicht. Er stand auf, lief langsam und vorsichtig um das Bett herum und ließ sich auf John herabfallen.

"Oh GOTT WAS MACHST du denn?", schrie dieser auf und drehte sich schnell auf den Rücken.

"Dich wecken, du Dummerchen!", meinte Sherlock und drückte John einen Kuss auf die Nase. Verwirrung stand auf Johns Stirn geschrieben, doch er küsste Sherlocks Wange sanft zurück. Er drehte seinen Kopf kurzzeitig weg um auf dem Wecker zu schauen.

"Was, so früh? Ich will aber noch schlafen!", protestierte der Blonde und rollte sich wieder in seiner Decke ein, doch Sherlock ließ nicht locker. Er rollte über seinen Partner hinweg, wieder auf seine Seite des Bettes und zog John die Decke vom Leib. Ein Grinsen bis über beide Ohren bekam John zu sehen. Mit Welpenaugen bettelte dieser um noch ein wenig mehr Schlaf. Sherlock schüttelte den Kopf.

"Du weißt, dass das bei mir nicht funktioniert, Mister Watson!", sagte dieser und lachte, als er Johns Hände nahm und ich in den Sitz zog. Die beiden Männer starrten sich eine Weile an. Jetzt endlich war auch John wach einigermaßen ansprechbar und streckte sich genüsslich. Sherlock begab sich aus dem Bett und watschelte zum Schrank herüber. Er nahm seine eigenen Sachen, aber auch die von John und warf sie auf das Bett. Wenige Minuten später war Sherlock voll gekleidet, aber John war noch immer beim Anziehen. Es schien, als würde er fast wieder einschlafen. Schnell griff der Detektiv unter seine Arme und hob ihn etwas von Bett hoch, brachte ihn dann zum Stehen. Als nächstes zog er Johns Jeans über seine Hüfte, schloss den Reißverschluss und knöpfte sie zu. Dann half er seinem Freund in den Pullover. Als dann auch John endlich angezogen war, gingen die Zwei in das Wohnzimmer, wo Sherlock sofort seinen Laptop aufschlug und mit den ersten Recherchen zum neuen Fall begann.

"Also..was war das noch?", fragte sich der Detektiv selbst und runselte die Stirn, als er zu tippen begann. John hingegen lief verschlafen in die Küche und setzte den Wasserkocher auf. Eine Tasse tea am Morgen würde ihm sicher bei "vollständigen" Aufwachen.

"Kaffee oder Tee?", rief John in die Wohnstube. Er öffnete den Schrank und nahm schon seinen Teebeutel heraus. Ein leichter Früchtetee. Den mochte er besonders, und auch Sherlock trank ihn gerne.

"Tee bitte!", rief Sherlock zurück. Das war John klar. Also griff er nach einem zweiten Beutel. Als nächstes holte er die Tassen aus dem Schrank und versuchte sie auf den Tisch zu stellen. Doch etwas stimmte nicht mit John. Sein Arm und der Brustkorb schmerzten plötzlich höllisch. In seine Augen blitze es, bis es völlig schwarz wurde und er zu Boden fiel. Eine Tasse zerschlug am Rand des Tisches, die andere auf dem Boden. Johns Kopf war geprellt oder noch viel schlimmer. Er blutete an der Schläfe. Schnell sprank Sherlock auf und rannte zu seinem Freund, der bewusstlos auf dem Boden lag.

"John? John geht's dir gut? Sagt doch was!", sagte Sherlock laut und nahm seinen Liebsten vom Boden auf. Er brachte ihn schnell zur Couch herüber. Eine Träne rollte über Sherlock's Wange, als John reglos in seinen Armen lag. Mit einer Hand griff er zum Telefon und rief einen Krankenwagen. Die Zeit schien stehen zu bleiben. John regte sich noch immer nicht. Sherlock fühlte im 2 Minuten-Takt, ob sein Herz noch immer schlug. John's Puls war stabil. Doch Sherlock's Herz raste schnell, immer schneller mit jeder Minute, die vergang. Schließlich klingelte es an der Haustür. Mrs Hudson öffnete sie und die Helfer kamen in die Wohnung gestürmt. Der erste packte einen Koffee mit Arzneimitteln und Spritzen aus, der nächste nahm Johns Hand und zählte den Puls, ein anderer kam mit einer Krankenliege herein. Das Geschehen war schnell getan, doch für Sherlocm fühlte es sich an wie eine Ewigkeit. Wie konnte sich John nur so schlimm verletzen? Er war doch nur ausgerutscht. Sherlock machte sich allmälig selbst Vowürfe, doch Mrs Hudson versuchte ihn zu beruhigen.

"Er wird alles gut Sherlock", sagte die Dame und lächelte ein wenig. So wenig, dass es fast gar nicht sichtbar war. Sherlock schüttelte den Kopf.

"Nein...das ist alles meine Schuld! Ich hätte ihn einfach...schlafen lassen sollen. Er...war so unkonzentriert", seufzte der Detektiv und wischte sich ein paar Tränen aus den Augen.

"Wir sind dann jetzt soweit. Kommen sie mit zum Krankenhaus?", fragte einer der Helfer, als sie John auf die Liege packten und sie langsam anhoben. Sherlock nickte und holte tief Luft. Mrs Hudson klopfte ihm auf die Schulter. Gemeinsam gingen sie die Treppe hinunter. Sherlock wollte nicht, dass John geht. Er wollte doch einen schönen Tag mit ihm verbringen. Er wollte mit ihm an dem Fall arbeiten. Als die Helfer John in den Wagen hoben, schluchste Sherlock auf und schloss seine Augen. Dieser Anblick war schrecklich für ihn.

"Kommen Sie. Wir fahren jetzt!", rief der letzte Mann, befor er den Wagen ebenfalls bestieg so wie alle anderen. Sherlock drückte Mrs Hudson schnell aber fest und hüpfte in den Transportwagen. Mit Blaulicht und Sirene fuhren sie zum Krankenhaus, wo auch schon ein Arzt wartete.

"Mister Holmes! Was ist mit ihrem Frwund passiert?", fragte er verwundert, als sie John in ein auf die Notstation verfrachteten.

"Er...Er ist einfach in der Küche ausgerutscht!", versuchte Sherlock zu erklären. Der Arzr nickte. Plötzlich blieb er stehen.

"Sie müssen jetzt hier warten", meinte er und schob John's Liege in den Notsaal, bevor die Tür vor Sherlocks Nase zu fiel. Der Lockenkopf setzte sih auf einen der Stühle, die vor dem Saal und im Gang aufgereiht waren, und starrte die kalte, weiße Wand an. Das Ticken der Uhr über der Stationstür nur einige Meter entfernt wurde immer lauter und bald unerträglich. Sherocks Gehirn brummte und schmerzte.

"Was machen sie gerade mit John? Wird es ihm wieder gut gehen? Bekomme ich ihn je wieder?", fragte sich Sherlock. Die Gedanken kreisten durch seinen Kopf. So viele schreckliche Gedanken. Nach 30 unvorstellbar langen Minuten verließ der Doktor den Raum.

"Mister Holmes! Ihrem Freun geht es...den Umständen entsprechend. Er hat eine ziemlich starke Gehirnerschütterung. Und dazu...naja...auch noch einen Herzinfarkt.", erleuterte der Arzt. Sherlocks Augen weiteten sich.

"W-was? Ein...Herzinfarkt?", fragte er und eehielt als Antwort ein langsames, trauriges Nicken des Doktors. Der Meisterdetektiv schluckte hart. Wie war so etwas möglich?

"Sie sollten...erst einmal nach Hause zurück und sich etwas ausruhen. Kommen sie morgen Nachmittag wieder. Dann können Sie Mister Watson besuchen. Aber...er wird sie wahrscheinlich nicht bemerken. Er liegt ihm Koma.", sagte der Doktor und legte seine Hand auf Sherlocks Schulter. Er schluchste und weinte laut, die Tränen flossen seine Wangen herunter wie ein Wasserfall.

"Kann...kann ich ihn denn wirklich nicht schon jetzt sehen?", fragte er.

"Nein leider nicht", antwortete der Arzt und entfernte sich langsam von Sherlock. Nach einigen Minuten stand dieser auf und ging dem Ausgang der Station entgegen. Als er durch die Flure des Krankhauses ging, warfen ihm Patienten merkwürdige Blicke zu. Eine Mischung aus Mitleid und Verwunderung. Als Sherlock das Krankenhaus verließ und schon ein paar Schritte gegangen war, drehte er sich noch einemal um und schaute zu einem Fenster, hinter dem der Arzt stand und ihm winkte. Sherlock schaute wieder auf die Erde er setzte seinen Heimweg fort. Zuhause angekommen, wurde er bereits von Mrs Hudson in den Arm genommen.

"Oh Sherlock...wo ist John? Wie geht es ihm?", fragte sie entsetzt, als sie sah, dass ihm niemand ins Haus folgte.

"John...hatte...einen Herzinfarkt...und...liegt jetzt im...Koma!", sagte er laut und began wieder zu weinen. Er konnte seine Tränen und die Trauer nicht mehr verstecken. Nicht jetzt. Nicht in dieser Situation. Langsam brachte Mrs Hudson ihren Mieter ins obere Stockwerk. Dort bracht Sherlock auf dem Sofa zusammen. Er schrie und heulte wie ein kleines Kind, doch Mrs Hudson konnte es ihm nicht verübeln. Sie schloss die Vorhänge der Fenster, schaltete ein sanftes Licht ein und verließ den Raum schnell wieder. Diese Nacht sollte nur eine von vielen schlimmen Nächten für Sherlock werden.

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Ich habe keine Ahnung, wie ich gerade darauf gekommen bin, John in ein Koma zu legen. °o°

Wolke 221bWo Geschichten leben. Entdecke jetzt