Kapitel 8

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Unruhig lief sie in ihrem Schlafzimmer auf und ab. Die Zwillinge hatte sie bereits gestillt und danach schlafen gelegt. Was meinte Jethro bloß mit 'Ich komme nachher vorbei.'? Jetzt oder in ein paar Minuten oder vielleicht doch erst in Stunden?! Ein Klingeln unterbrach ihren Gedankenfluss. Er war da. Hektisch blickte Jenny in den Spiegel, und erschrak. "Du siehst schrecklich aus, Jennifer!", sagte sie zu sich selbst, und sprintete los, die Treppen hinunter, zur Haustür. Völlig fertig öffnete sie Jethro die Tür. "Hi.", begann er das Gespräch und lief an der Rothaarigen vorbei ins Haus. "Hey.", wisperte Jen, und folgte dem Agent ins Wohnzimmer, wo sich beide setzten. "Jethro, ich..." Weiter kam sie nicht, denn Gibbs legte ihr seinen Zeigefinger auf die Lippen. "Warum? Ich wäre für euch da gewesen und das weißt du!" Er starrte sie mit seinen pazifikblauen Augen an und ließ seinen Finger sinken, um sie reden zu lassen. "Ich weiß... Ich wollte es dir erzählen, aber ich konnte nicht. Als ich erfuhr, dass ich, nein, dass WIR Zwillinge erwarten, wollte ich zu dir fahren und es dir sagen, aber ich konnte einfach nicht. Du warst zu der Zeit mit Hollis zusammen und ich wollte dir deine Beziehung nicht zerstören." Tränen sammelten sich in ihren Augen und Jenny drehte sich beschämt weg. "Sieh mich an!", forderte er. "Das ist kein Grund, Jen. Das war einfach egoistisch von dir." Langsam wurde sie wütend, und starrte ihr Gegenüber aus zu Schlitzen verengten Augen an.

"ICH BIN EGOISTISCH?! Du warst doch derjenige, der es damals in Paris nicht für nötig hielt, mir von seiner Ehefrau zu erzählen!", schrie sie und die Tränen strömten wie Bäche ihre geröteten Wangen hinunter. "Ich hatte aber einen Grund!", brüllte Jethro zurück und ballte seine Hände zu Fäusten. "Ach ja? Und der wäre?!", Jenny versuchte sich zu beruhigen und griff nach einem Kissen. "DU HÄTTEST MICH VERLASSEN! Jen, vesteh' es doch, ich habe dich geliebt! Ich hätte Stephanie für dich verlassen!" Auch der Ex-Marine wurde langsam ruhiger. "Das hast du aber nicht! Ich dachte, das mit uns war etwas besonderes, aber du hast daraus eine dreckige Affäre gemacht, du Idiot!" Wieder begann Jen zu schluchzen und drückte das Kissen fest an sich. "Es tut mir leid.", wisperte sie und wischte sich mit zitterndem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht. "Nein, mir tut es leid. Ich kann dich ja verstehen, es war nicht die feine englische Art Stephanie vor dir geheim zu halten." Gibbs rückte ein Stückchen näher an Jen heran und griff nach ihrer Hand. Als Jethros Finger ihre umschlossen, nahm eine wohlige Gänsehaut Jennys Körper in Besitz. "Warum haben wir uns damals so zerstritten?", hakte Gibbs nach. "Ich habe dir immer gesagt, wie sehr ich dich liebe, und du hast es nie ausgesprochen.", antwortete Jen, dem Heulkrampf nahe. "Stellst du meine Liebe zu dir etwa in Frage?", schockiert starrte er sie an und blickte in ihre smaragdgrünen, vor Tränen glitzernden Augen.

"Das würde ich nie! Aber...du hättest es mir ruhig mal bestätigen können." "Tut...tut mir leid.", brachte Gibbs hervor und legte einen Arm um ihre Schultern. "Wie geht es jetzt weiter?", ergänzte er noch und zog Jenny an sich. Verwirrt und überrascht blickte diese ihn aus großen Augen an und beantwortete seine Frage. "Ich weiß es nicht. Ich meine, ich hätte nichts dagegen, wenn du Zeit mit den Kleinen verbringst." Gibbs schmunzelte und strich mit seinem Daumen zärtlich über Jens Arm. "Und was ist mit uns? Wir haben beide Fehler gemacht.", meinte der Agent und die ohnehin schon verwirrte Jenny starrte ihn völlig perplex an. Doch bevor sie auf Gibbs' Bemerkung reagieren konnte, vernahm man lautes Geschrei, das von der oberen Etage ausging. "Ich gehe kurz!" Jenny sprang vom Sofa auf und eilte die Treppen nach oben. Erst zögerte er, doch letztendlich übernahm seine Neugier die Oberhand und er folgte ihr ins Kinderzimmer. Im Türrahmen hielt er inne und beobachtete seine ehemalige Partnerin. Sie stand vor einem der kleinen Wiegen, hatte ein Kind im Arm und redete beruhigend auf das Kleine ein: "Hey, Jasper! Shhh... Mommy ist ja da, alles ist gut. Du wirst noch deine Schwester wecken." Augenblicklich hörte Ryan auf zu weinen und Jen schaukelte ihn behutsam. "Wir haben Besuch, ich gehe jetzt wieder nach unten. Versuch ein wenig zu schlafen.", flüsterte sie ihm zu und küsste ihn auf die Stirn. Sobald sie ihren Sohn zurück in die Wiege gelegt hatte, war er fest eingeschlafen.

Die ZwillingeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt