Kapitel 12

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"Wann soll ich dich denn morgen besuchen kommen?" Ich muss grinsen, als ich Luks Nachricht lese. Darunter ist ein Bild, auf dem ein Teil des aktuellen Fahrplans ist. Morgen ist Donnerstag. Das bedeutet, dass er eher weg muss, weil Orchesterprobe ist. Bis vor ein paar Wochen hätte ich ihn sowieso heute gesehen :). Okay zurück zum Wesentlichen. Wann soll er kommen? Hmmm... Ein Zug wäre um zwei hier und einer um drei. Er muss aber wahrscheinlich schon um halb 5 wieder weg. Also schreibe ich ihm, dass ich mich freuen würde, wenn er den früheren Zug nimmt, er allerdings gucken soll, dass das alles nicht zu stressig wird. Schließlich kann er mich noch öfter besuchen. Das "Hoffentlich" versuche ich aus meinem Kopf zu verbannen. Keine zwei Minuten später antwortet er, dass es für ihn kein Problem ist und er sich freut. Mein Grinsen wird breiter. "Ich freue mich auch.", schreibe ich zurück. "Was ist ?", fragt Mama. "Ach nichts.", strahle ich. Sie erzählt weiter, von Emilia, dem Nachbarskind, dass gerade lauen lernt und daher immer mal wieder bei uns vor der Tür steht. Ich muss lachen, als sie mir ein Foto zeigt. Dann erzähle ich ihr von meinem eher langweiligen Aufenthalt. "War dieser Ross nochmal wieder da?", an ihrer Stimme hörte ich genau, dass sie ihn nicht mag. Irgendwie kann ich es ja verstehen aber sauer macht es mich trotzdem. Er hat es echt nicht verdient, dass so viele Leute ihn hassen. "Nein diese Woche noch nicht. Er hatte viel um die Ohren aber nächste Woche wollte er kommen. Spätestens Anfang übernächster, weil er dann zurück muss.", antworte ich. Das ist zwar nicht ganz die Wahrheit aber wenn ich erzähle, dass wir sonst jeden Tag geschrieben habe aber er mich seit gestern Abend, wo das, was ich heute morgen auf Twitter gelesen habe, gepostet wurde, ignoriert, müsste ich wahrscheinlich erklären warum und das möchte ich erstmal für mich behalten, da ich weiß, dass sie ihn nicht mag. Mama nickt. Mehr nicht. Ich trinke einen Schluck Cola und warte, dass sie etwas sagt. Eine Viertelstunde später gehen wir langsam zum Zimmer zurück und Mama verabschiedet sich. "Grüß zu Hause von mir", sage ich noch schnell. Sie drückt mir einen Kuss auf die Wange und verspricht es. Dann ist sie auch schon weg und ich klappe die Augen zu.

Schon lange habe ich mich nicht mehr so ausgeschlafen gefühlt, wie heute. Ich strecke mich und blinzle auf die Uhr. Gleich viertel nach zehn. Langsam bewege ich mich in Richtung Bad, um zu duschen und mich fertig zu machen. Als ich gegen 11 zurück ins Zimmer komme nehme ich mir einen Apfel vom Nachttisch und beiße genüsslich hinein. Endlich mal Obst! Ich hab ja nichts gegen das Essen hier aber zu Hause klettere ich um diese Zeit lieber auf unsere Bäume im Garten und esse einen schönen Apfel. So wie diesen hier. Zu Hause... Ich hab echt Heimweh. Dabei bin ich gar nicht so der Typ, der immer Heimweh hat. Ich reise viel und hab auch kein Problem mal ohne Mama und Papa wegzufahren. Aber das ist ja was anderes... Das ist spannend, aufregend, neu... Da hat man gar keine Zeit nachzudenken, während hier... Neija... Ich glaub, dass muss an gar nicht zu Ende denken. Ich stehe wieder auf und öffne das Fenster. Es ist echt ein Goldener Oktobertag. Die Sonne scheint und die Luft ist angenehm. Aber leider auch recht frisch, weshalb ich wieder zum Bett gehe. Diese kurzen Wege sind schon echt anstrengend. Aber ich habe es geschafft und darauf bin ich stolz.

Ich mache es mir bequem und gucke etwas Fernsehen. Dabei kuschele ich mich tief in meine Decke.

Zwei Stunden später klopft es leise und Luk steckt seinen Kopf durch die Tür. Ich muss lächeln. "Hey" sagt er und bleibt vor der Tür stehen. Warum denken er und Ross eigentlich, dass sie nicht näherkommen dürften? "Hey", lächle ich und setze mich auf. Er kommt auf mich zu und umarmt mich. "Wie geht es dir?", fragt er und lächelt. "Gut", antworte ich. Dann erzählt er von seinem Seminar. Es klingt wirklich nicht sehr spannend aber dann erzählt er von der Freizeit (Die fast ausschließlich aus feiern bestand) und das ist immer ziemlich lustig. Dann erzähle ich von ein paar Dingen, die hier so passiert sind. Sonderlich viel ist es ja nicht. Aber wir finden immer irgendwas. Er erzählt noch, dass das Orchester nächste Woche einen Auftritt hat. Schade... Ich liebe Auftritte und dann darf ich nicht mit... Neija Ich wünsche schon mal im voraus viel Glück. Seine Schwester hat jetzt meine Gruppe zum ausbilden übernommen und er erzählt stolz, wie gut die sich machen und lobt mich für meine Arbeit. Ich muss grinsen. Dann klingelt mein Handy. Ich gucke drauf und sehe, dass es wieder um diesen fiesen Kommentar auf Twitter geht. Luk sieht sofort, dass etwas nicht stimmt und guckt mich mit ernster Miene an, als ich wieder aufblicke. "Was ist los?", von seiner besorgten Stimme bekomme ich sofort ein warmes Gefühl im Bauch. Ich gucke ihn an und seufze tief. Dann erzähle ich ihm von dem Post. "Das ist hart. Ehrlich gesagt... Ich mochte Ross am Anfang auch nicht. Aber als wir dann hier waren und auf Nachrichten von dir gewartet haben hat sich das geändert. Die Leute, die sowas schreiben kennen ihn gar nicht. Und sie wissen auch nicht, was er durchgemacht hat. Mach dir keinen Kopf. Es ist nicht deine Schuld. ", versucht er mich zu beruhigen.
"Doch ist es! Wenn ich nicht gewesen wäre, hätten diese Leute nichts gegen ihn in der Hand.", versuche ich zu erklären, warum ich mich deswegen noch schlechter fühle, als bei normalem Hate. "Da kannst du doch aber nichts für! Das ganze war ein Unfall.", redet Luk weiter auf mich ein. "Aber..." "Kein aber!", unterbricht er mich. Ich muss lächeln. Er sitzt neben mir auf der Bettkante und ich lege meinen Kopf auf seine Schulter. Es passt einfach perfekt. Seine Schulter hat genau die richtige Höhe, damit ich meinen Kopf bequem drauflegen kann. Ich bin mittlerweile ziemlich müde. Automatisch fängt er an seinen Arm um mich zu legen und mich leicht zu streicheln. So sitzen wir eine ganze weile da, bis er auf die Uhr schaut. "Ich muss los...", murmelt er in meine Haare. Ich hebe den Kopf und erstarre. Unsere Köpfe sind nur Millimeter voneinander entfernt. Er guckt mir in die Augen. Dann auf meine Lippen. Dann wieder in meine Augen. Sie sind sehr hell. Etwas zwischen blau und grün, wie mir zum erstem mal auffällt. Er bewegt sich langsam auf mich zu. Dabei schließen sich meine Augen ganz langsam wie von allein. In dem Moment in dem sich unsere Lippen berühren ist alles um mich herum dunkel doch ich fühle mich sicher. Luk hält mich fest im Arm , während er mich küsst. Ich bin überwältigt. So fühlt es sich also an, wenn man geküsst wird.

Irgendwann bricht der Kuss ab, Luk nimmt seine Jacke und geht. Ich bekomme alles nur noch am Rande mit. Was war das denn gerade??? Tobt es durch meinen Kopf. Und aus irgendeinem Grund muss ich genau jetzt an Ross denken. Warum??




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Sooo ihr Lieben. Wieder ein neues Kapitel. Es tut mir leid, dass ich nach wie vor lange zum schreiben brauche. Schule ist momentan echt stressig und neija .... Wie das dann halt so ist. Vielen, vielen Dank, dass ihr immer noch so fleißig lest :*

~ Jasmin

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⏰ Letzte Aktualisierung: Apr 08, 2016 ⏰

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Ein Unfall mit Folgen (Ross Lynch fan fiction)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt