Beim Abendessen war Emily still und stocherte nur in ihrem Essen herum, wobei sie Kartoffelbrei sonst über alles liebte. Sie wirkte trostlos und etwas verloren, was Mutter nicht entging. Wir aßen still bis Emily fragte, ob sie schon hoch gehen dürfte. Mutter nickte nur und sah zu wie ihre kleine Tochter aufsprang und die Treppenstufen hinaufjagte.
"War sie vorhin auch schon so still?", fragte Mutter und sah auf Emilys vollen Teller, ehe sie sich den zerstocherten Kartoffelbrei auf ihren Teller schob.
"Ja, sie verhält sich so seit wir Zuhause sind.", meinte ich, "Sie macht seltsame Dinge."
"Inwiefern seltsam?", fragte Mutter und schaute mich an.
"Als ich heute Nachmittag in ihr Zimmer bin, saß sie lächelnd vor dem Spiegel und das Fenster war speerangelweit offen. Es war eiskalt im Raum.", erzählte ich und bekam bei dem Gedanken kurz Gänsehaut.
"Kinder machen manchmal eigenartige Dinge.", lächelte meine Mutter, "Solang sie nicht behauptet sie könnte fliegen und sich aufs Fensterbrett stellt, ist alles in Ordnung."
"Welches Kind würde das tun?", fragte ich. Das ging doch über kindliche Fantasie hinaus.
"Du.", sagte nun Mutter lachend, "Du warst kaum älter als Emily jetzt, da standest du auf dem Fensterbrett und meintest du könntest fliegen."
"Das ist nicht wahr!", sagte ich aufgebracht, dass war nie und nimmer wahr! So war ich nicht.
"Doch, du erinnerst dich nur nicht mehr.", antwortete sie immer noch mit einem Lächeln.
"Wie kannst du da lachen?", fragte ich etwas entsetzt.
"Oh glaub mir, damals habe ich nicht gelacht, aber wenn ich jetzt zurück denke...du hast sehr glücklich ausgesehen.", meinte Mutter.
"Und was war danach?", fragte ich.
"Ich habe dich natürlich vom Fensterbrett genommen und eine Kindersicherung an dem Fenster anbringen lassen. Ebenso war ich mit dir zwei Wochen später bei einem Kinderpsychologen.", erklärte sie.
"Wegen einem Vorfall gleich zum Psycho-Dok, dein Ernst?", grinste ich.
"Es war nicht der erste Vorfall. Du standest in einer Nacht auch vor meinem Bett und hast mich so lange angestarrt bis ich wach wurde.", meinte sie mit ernster Miene.
"Wie eins dieser Mädchen aus Horrorfilmen?", fragte ich und schüttelte mich. Allein diese Vorstellung. Horror.
"Was ich damit sagen wollte..Kinder machen manchmal seltsame Dinge. Bei Emily geht das auch wieder vorbei.", sagte meine Mutter und stand anschließend auf, um den Tisch abzuräumen. Ich stellte meine Sachen in die Spüle und ging dann hinauf in mein Zimmer.
Kurz bevor ich schlafen ging, schlich ich noch einmal in Emilys Zimmer, um sicher zu gehen, dass ihr Fenster geschlossen war. Der Raum war in Dunkelheit gehüllt und Emily lag ganz still und friedlich in ihrem Bett. Die Decke hatte sie sich bis zum Kinn hochgezogen. Es sah niedlich aus, aber dennoch fiel mir auf, dass der Raum kühl war. Ob sie das Fenster offen hatte, bevor ich hier her kam? Hatte sie wieder vor dem Spiegel gesessen und hinein gegrinst? Ich würde keine Antwort darauf bekommen, also verließ ich den Raum wieder leise und schloss die Tür mit einem leisen Klick, was mir verriet, dass das Schloss eingerastet war.
Müde kuschelte ich mich unter meine Decke, Draußen tobte ein kleiner Windsturm, der die Äste des Baumes vor meinem Fenster, heftig zum Knacken brachte. Das schwache Mondlicht fiel durch mein Fenster auf mein Bett und erhellte ganz sanft den Raum. Ich hörte ein paar Autos noch vorbei fahren, aber sonst ertönte nur das Heulen des Windes, wenn er um die Hausecken zog. Ich blinzelte noch einmal, bevor ich meine Augen endgültig schloss und mich der Traumwelt hingab.
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7 Devils [Robbie Kay FF]
Fiksi Penggemar"The Devil is real and he's not a little red man with horns and a tail. He can be beautiful, Because he's a fallen Angel. And he used to be God's favorite." Mona lebt mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Emily in einem kleinen Haus in Sheffi...
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