"Ich brauche Hilfe."
Drei Wörter, die ihr endlos durch den Kopf ziehen während sie auf den weißen Zettel starrt. Elf Zahlen.
Die Telefonnummer der Therapeutin. Der vielleicht fast letzte Ausweg aus diesem Meer der Dunkelheit zu fliehen. Voller Gedanken schaut sie mit dem Telefon in der Hand ins Nichts. Nur drei Minuten. Einfach anrufen und fertig. Nur elf Zahlen. Dieses Gespräch könnte alles verändern. Zukunft. Dazu gehören. Kein Außenseiter mehr sein.
Einfach normal zu sein...
Sie blickt in die Leere und versucht die negativen Gedanken auszublenden. Erfolgslos. Angst und Panik hämmern auf sie ein. Stimmen schreien sie an. Werden immer lauter. Sie hält sich die Ohren zu. Bekommt Kopfweh. Unsicherheit.
Sie wird nie mehr normal sein. Alle werden sie für verrückt halten. Was wenn die Therapie nicht hilft? Wird man sie einweisen? Wird man sie fallen lassen? Lieber gleich sterben als in vollkommener Isolation zu leben. Isolation. Lebt sie nicht schon längst in einer solchen? Angst über ihre Ängste zu sprechen. Weist Freunde lieber ab. Verschließt sich noch mehr. Baut die Mauern höher. Unmöglich nieder zu reißen.
Letzte Hoffnung. Doch die Angst keine Aussicht mehr auf diese zu haben ist zu groß. Sie zittert. Legt das Telefon langsam zurück auf den Tisch. Durchatmen. Erste Tränen fallen auf den Boden. Verschwinden sofort. Niemand wird je wissen was in ihr vorgeht. Angst vor Zurückweisung. Sie steckt den Zettel mit der Nummer zurück und bricht zusammen. Down. Unten. Wie schon so oft gewesen. Aufgegeben. Wie immer. Es wäre der fast letzte Ausweg. Der letzte wird immer der Tod bleiben.
"Ich brauche Hilfe"
~260 words~
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Shitstorm
ПоэзияDer wahrscheinlich bereits unzählbare Versuch den Shitstorm aus meinem Kopf an die Oberfläche zu bringen. Kurz: Jede Menge deeper stuff
