Chapter three

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Dunkelheit. Ein schwarzer Schleier hüllt den Flur in seinen Besitz.
Schwaches Licht. Aus dem Wohnzimmer klingen fröhliche Stimmen. Lachen. Erzählungen. Freunde. Ein Ort der Geborgenheit. Er könnte dort unten sein. Spaß haben. Am Leben teilnehmen.
Er ist anders.
Fröhlichkeit zieht ihn runter. Anwesenheit von Menschen ist unertragbar. gerade zu abwegig.
Er wird nie so sein wie die anderen. Unbeschwert. Unbekümmert. Glücklich.
Badezimmer. Er steht vor dem Spiegel. Jeden Abend. Minuten. Stunden. Unzählbar. Er sieht auf und blickt seinem Gegenüber in die Augen. Fremd. Krank. Runtergekommen. Abstoßend.
Und doch so unglaublich vertraut. "Was ist nur aus dir geworden..." Ein leisen Flüstern im dunklen Raum. Sein Flüstern. Eine Entäuschung für jeden. Bekannte. Familie. Freunde. Alle enttäuscht. Langsam baut sich Druck auf. Unglaubliche Wut auf sich selbst. Hass.
Er verliert die Beherrschung. Versucht die schlechte Kopie seiner selbst zu zerstören. Auszulöschen. Ein lautes Scheppern lässt ihn zusammenfahren.
Realität. Die Stimmen von unten verstummen. Er hält den Atem an. Unexistent. Dann ein erneutes Lachen aus dem Wohnzimmer. Unbeschwert. Freude. Spaß.
Er sitzt zwischen den Scherben gleich den Trümmern seines Lebens. Verlassen. Von sich selbst. Betrachtet sich im übrigen Schwimmern des Metalls. Streckt seine Hand aus. Kalt. Wie er. Blass. Mager. Nur noch ein Schatten. Narben zieren seine Handgelenke. Seine Stimme beginnt zu zittern. Er zieht den nächstbesten Hoodie über, beseitigt die Überreste und verlässt das Zimmer.
Eltern. Freunde. Ahnungslos.

~220 words~

ShitstormWo Geschichten leben. Entdecke jetzt