"Du warst heute wirklich gut. Du machst dich, Padawan."
Ezra lächelte und stieß Kanan sanft gegen die Schulter.
"Ich habe auch von dem Besten gelernt", gab er zurück und grinste seinen Meister an. Da er nun vollkommen genesen war, hatte Kanan am Morgen entschieden, dass es Zeit war ihr Training wieder aufzunehmen. Ezra war völlig aus dem Häuschen gewesen und so kam es, dass die beiden Jedi den ganzen Tag zusammen verbrachten und sich auf dem Rückweg zur Ghost befanden. Ezras Lichtschwert hing wieder an seinem Gürtel und es war ein fantastisches Gefühl es wieder bei sich zu haben - Kanan hatte sich noch mehrere Male für sein Verhalten entschuldigt, aber Ezra hatte abgewinkt. Calvin war im Gewahrsam der Rebellion, sie würden einander nie wiedersehen und der Verräter war mit seinem Vorhaben Ezra von der Crew zu trennen gescheitert - die Sache war endgültig vorbei.
Kanan lächelte und zerzauste die Haare seines Padawans, was Ezra erfolglos zu verhindern versuchte.
"Kanan!"
"Ich versuche nur dich für deine Zeremonie zurecht zu machen, Padawan. Du verkörperst immerhin die Jedi", sagte Kanan
"Du meinst Ahsoka, dich und mich?"
"Wir sind zwar wenige, aber solange auch nur einer von uns da ist, existieren die Jedi weiter. Als ich in deinem Alter war gab es um die 10.000 Jedi, die die Galaxis beschützten...jetzt gibt es halt nur noch uns."
"Ja..", sagte Ezra nachdenklich und verschränkte die Arme vor dem Oberkörper.
"Deshalb ist es wichtig, dass du bei deiner Ehrung einen guten Eindruck machst, Padawan."
Der Angesprochene verdrehte die Augen. Ihm wurde ganz flau im Magen, als er daran dachte.
"Wie konnte mir Hera das nur antun?"
Ezra verzog verzweifelt das Gesicht und schüttelte den Kopf. Kanan hatte von Anfang an gewusst, dass Ezra gegen eine Ehrung seinerseits sein würde, aber gegen Heras Willen hätte niemand von ihnen eine Chance gehabt - am Allerwenigsten Kanan selbst. "Ich meine ich und eine Ehrung und dazu noch öffentlich? Nach allem was passiert ist...muss das wirklich sein, Kanan?" Der Padawan stöhnte laut auf und der Jedi schmunzelte.
"Ich fürchte du hast keine andere Wahl, kid. Hera, Sato und Ahsoka werden sich nicht umstimmen lassen. Außerdem hast du es verdient - gerade nach allem was geschehen ist." "Ja, aber...Ich fühle mich nicht so. Ich habe ihm geglaubt und euch dadurch beinahe verloren. Ich konnte Calvin besiegen, aber nur durch euch! Ich hatte erst die Kraft dazu, als ich gesehen habe was er dabei war euch anzutun..wie er dabei war dich zu erwürgen...Ich wollte einfach um jeden Preis verhindern, dass euch etwas geschieht oder er euch dem Imperium ausliefert...Ich hatte solche Angst, Kanan." Ezra war stehengeblieben und starrte nachdenklich in die Ferne. "Es ging alles so schnell, dass ich nicht nachdenken konnte, sondern einfach reagiert habe. Mein einziger Gedanke war euch zu schützen..meine Familie." Kanan legte seinem Padawan eine Hand auf die Schulter und umfasste sie sanft.
"Ein Jedi denkt immer zuerst an Andere und reagiert instinktiv um jemanden zu beschützen. Du hast gegen Calvin gekämpft und ihn besiegt und bist stehts dabei den Idealen eines Jedis treu geblieben. Ezra, du hast einen Sith besiegt - etwas, was nur wenigen Jedi jemals gelungen ist. Und das nur um die zu beschützen, die du liebst - nicht mehr und nicht weniger. Du hast dich wie ein wahrer Jedi verhalten in jeder Hinsicht. Ich bin sehr stolz auf dich, Padawan", sagte Kanan und zog seinen Schüler in eine enge Umarmung. "Ich weiß das du zweifelst, aber sei dir versichert, dass du diese Ehrung mehr als verdient hast. Das sehen wir alle so, kid." Ezra erwiderte die Umarmung seines Meisters und genoss die Liebe, Geborgenheit und Fürsorge, die diese Geste ausstrahlte.
"Kanan?"
"Mhm?"
Ezra zögerte, aber musste seine Frage einfach stellen. Der Gedanke lag ihm seit Tagen auf dem Herzen.
"G-gab es einen Moment, wo du ihn als deinen Padawan wolltest? Ich meine..wo du ihn lieber gehabt hättest als mich? Wenn du gewusst hättest, dass er stark in der Macht ist?"
Kanan zog seinen Padawan enger an sich und legte seinen Kinn auf seinen Kopf, mit einer Hand streichelte er über Ezras Haar.
"Nein, Ezra. Das habe ich nicht eine Sekunde, dass hat niemand von uns - es ist uns gar nicht in den Sinn gekommen. Wir wussten, dass Calvin nur auf bestimmte Zeit bei uns sein würde, außerdem habe ich Hera gleich gesagt, dass das nicht lange gut geht. Zwei Teenager reichen wirklich vollkommen aus", scherzte er, aber spürte Ezras Unsicherheit und Angst, sodass er ernst fortfuhr: "Kid, hör mir gut zu. Selbst wenn Calvin der perfekte Padawan gewesen wäre, es hätte mich keine Sekunde lang interessiert. Wir haben dich aufgenommen und ich habe dich als meinen Padawan gewählt. Nichts könnte das je ändern, kid. Ich gebe zwar gerne zu, dass du undiszipliniert, störrisch, dickköpfig, aufbrausend und eigensinnig sein kannst, aber das bist eben du und anders möchte ich dich auch nicht haben. Du bist für mich wie mein eigener Sohn und du bedeutest mir sehr viel. Ohne dich wäre ich niemals wieder auf meinen Weg zurückgekehrt und hätte mich wahrscheinlich irgendwann selbst verloren. Nur durch dich konnte ich ein Jedi- Ritter werden und meine Ausbildung beenden. Du bist der beste Padawan, den ich mir jemals wünschen konnte und ich bin stolz darauf dein Meister zu sein."
Kanans Worte ließen Ezra eine nie zuvor gekannte Wärme erfahren und ihm war, als ob nun auch die letzten Zweifel und die offenen Wunden der letzten Tage endlich verschwunden waren. Er hatte seinen Meister nicht enttäuscht, nein und Kanan würde ihn niemals abweisen. Nein, er liebte ihn und akzeptierte ihn genauso wie er war. "Versprichst du mir etwas, Ezra?" Der Padawan nickte und sah auf. "Wenn du etwas auf dem Herzen hast - ganz egal was oder dich etwas bedrückt, dann versprich mir, dass du mit mir oder mit irgendjemanden sonst darüber redest. Hera, Sabine, Zeb, Ahsoka, Rex...wir werden alle da sein um dir zuzuhören und dir zu helfen, kid. Du bist nicht mehr alleine, Ezra, nicht mehr."
"Ich verspreche es...Dad."
Kanan blinzelte und sah zu seinem Padawan hinunter. Dann breitete er sich ein Strahlen auf seinem Gesicht aus und er drückte Ezra noch enger an sich.
"Ich liebe dich, Sohn."
"Ich dich auch, Dad."
Sie verharrten so eine Weile, dann entriss eine vertraute Stimme sie aus ihren Gedanken:
"Es ist ja echt süß wie ihr beiden knuddelt, aber Hera sucht euch! Du wirst in der Empfangshalle erwartet, Ez." Kanan und Ezra lösten sich voneinander und drehten sich um. Sabine stand nicht weit von ihnen und winkte ihnen zu. Der Padawan stöhnte und Kanan lachte laut auf. "Komm kid. Je schneller wir dort ankommen, desto eher bringst du es hinter dir." Er wuschelte seinem Sohn durchs Haar und lächelte. "Du hast gut reden. Ich weiß ja noch nicht mal, was ich da machen soll. Was soll ich überhaupt sagen?" "Lass dich einfach von der Macht leiten, Padawan. Es wird schon alles gut gehen." "Jungs, wir müssen los", rief Sabine und wartete ungeduldig auf die zwei Jedi. "Du hast sie gehört", lachte Kanan und zusammen nahmen sie Kurs auf die Rebellenbasis.
Hoffe es hat euch gefallen, wir haben noch zwei Kapitel vor uns :-)
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Unwanted?
FanfictionCalvin Davis tritt der Rebellion bei und auch temporär der Ghost Crew - was Ezra ziemlich missfällt. Auch sonst scheint er kein gutes Gefühl über den Neuzugang zu haben. Ist es wirklich nur Eifersucht oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Überhau...
