Du beschließt, dich hinter dem dicken Baum zu verstecken. Du wagst es fast nicht zu atmen, aus Angst, ich könnte dich hören. Du schließt die Augen und wartest, bis alles wieder still ist. Nach ein paar Minuten öffnest du die Augen und siehst dich vorsichtig um. Du stehst auf und richtest deinen Blick wieder auf das Lager. Mich kannst du nicht sehen, aber alles andere ist unverändert. Dein Blick schweift immer wieder über den Übernachtungsplatz. Plötzlich spürst du einen kalten Windstoß im Rücken und drehst dich um. Du erschrickst und ein Schrei verlässt deinen Mund: Der gesamte Wald scheint in schwarzem Nebel zu verschwinden während ein riesiges, schwarzes Wesen auf dich zugestürmt kommt. Es wird immer dunkler, du fällst auf den Boden und kriechst immer weiter zurück, bis du gegen den Baum stößt. Dein Herz schlägt extrem laut, du hörst das Blut durch deine Adern rauschen, dein Atem wird immer schneller und du wirst panisch. Das Wesen steht direkt vor dir, es beugt sich zu dir hinunter und du spürst seinen Atem auf deinem Gesicht, welches direkt vor dem des Ungeheuers ist. Es beginnt, dir etwas auszusaugen, was du zum leben brauchst. Du siehst weißen Nebel vor dir und wirst schwach. Du befürchtest,dass du gleich dein Bewusstsein verlieren wirst. Das letzte, was du noch hörst, ist mein Schrei gegen das Monster. Ich vertreibe es und trete zu dir. Oder wohl eher zu deinen bewusstlosen Körper. Du spürst, dass du getragen wirst. An den Rest kannst du dich nicht erinnern, aber in der Abenddämmerung wachst du wieder auf. Du siehst dich um und bemerkst, dass du in einem Zelt liegst, auf einem Fell und mit einer Decke zugedeckt. Von draußen kommen Geräusche, Schritte um genau zu sein. Du versuchst dich aufzusetzen, aber lässt es sofort wieder bleiben, weil dir schwindelig wird sobald du dich bewegst. Der Eingang zum Zelt geht auf und ich komme auf dich zu. "Du solltest lieber liegen bleiben." sage ich emotionslos, als ich sehe, dass du wach bist. "Wo bin ich ? Was ist passiert ?" fragst du verwirrt. "Das hat Zeit. Du musst erst einmal wieder zu Kräften kommen. Du hast viel Energie verloren. Fast wäre er an deine Seele gekommen, und dann hätte selbst ich dir nicht mehr helfen können. Hier trink das." Ich halte dir einen Becher voll Tee entgegen. Du nimmst ihn vorsichtig und ich helfe dir, dich hinzusetzen und ihn zu trinken. Ich setze mich an das Bett in dem du liegst. Immer mehr Fragen kommen dir in den Sinn, aber eine musst du unbedingt stellen. Sie geht dir einfach nicht aus dem Kopf. "Wer bist du?" Du sprichst es endlich aus und ich blicke dich an, sehe dir direkt in die Augen. "Ich bin Siare. Mehr musst du erst einmal nicht wissen." Du nickst verständnisvoll. Du nimmst einen weiteren Schluck vom köstlichen Tee und fühlst dich gleich viel besser. "Möchtest du mich nicht mehr fragen ? Ich kann mir gut vorstellen, dass du vieles wissen willst." Frage ich dich. Du nickst und beginnst : "Was war das im Wald ?". "Ein Nachtschatten. Sie saugen dir solange die Energie aus dem Körper bis sie zu deiner Seele gelangen und diese verschlingen. Lästige Biester, aber nicht die gefährlichsten." Du nickst. "Ach so. Also gibt es noch andere solche .... Kreaturen ?" "Ja. Allerdings hoffe ich, dass du nicht allzu viele davon kennenlernen wirst." "Wieso kennenlernen ? Ich .... Wie lange bin ich hier schon ?" Fragst du, als du plötzlich an deine Familie denken musst, und dir bewusst wird, dass sie sich Sorgen machen würden,wenn du einfach so, ohne irgendeinen Hinweis verschwunden wärst. "Seit heute morgen. Es dämmert schon, also denke ich, dass es bald zur siebten Stunde schlagen wird." Du erschrickst. "Aber ... meine Familie ist bestimmt schon ganz besorgt!" Ich halte dich sofort fest, als du aufstehen willst. "Du bleibst schön liegen! Ich kann dich nicht einfach weglassen, vor allem abends. Die Nacht wird bald kommen. " Du siehst es ein und versuchst, dir nicht zu viele Sorgen zu machen. Wir unterhalten uns noch etwas und dann schläfst du ein. Mitten in der nacht wirst du unsanft von mir wachgerüttelt. Du blinzelst mich verwundert an und fragst : "Was ist denn los ? Muss ich schon aufstehen?" "Nein nein, aber da draußen passiert gerade etwas. Dein Name ist Liv, richtig ?" "Ja .. aber woher weißt du das ?" fragst du mich daraufhin noch verwunderter. "Unwichtig. Wir müssen weg. Sie rufen nach dir. Etwas hat sie geweckt." Bevor du etwas erwidern kannst, packe ich dich am Arm und zerre dich aus dem Zelt, werfe dir ein paar Sachen zu, die du mitnehmen sollst und renne tiefer in den Wald, du mir dicht auf den Fersen. Es ist stockdunkel, nur das Mondlicht dringt in ein paar feinen Strahlen durch die dichten Blätter der Bäume hindurch. Der Wind fegt förmlich zwischen ihnen hindurch, alles wirkt unheimlich und es ist kalt. Auf den Wegen gehen wir nicht, Gestrüpp trifft es eher. Gerade als du denkst, du kannst nicht mehr, halte ich an und ziehe dich hinter einen großen Busch. Dort sind wir etwas windgeschützer und schnaufen erst einmal tief durch. "Wovor laufen wir eigentlich weg?" fragst du, worauf ich nur mit einem 'Pscht'antworte und mich panisch umsehe, also verstummst du und wartest mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend. Plötzlich spürst du, dass etwas nach dir verlangt, du spürst es ganz genau und versuchst, dem Gefühl standzuhalten. Ich spüre genau dasselbe und fasse mir an den Hals um das Amulett meiner Mutter fest mit meiner zitternden Hand zu umschließen.Mit der anderen Hand taste ich nach dir und packe dich an der Schulter. "Lauf ... lauf so weit du kannst. Ich komme schon klar..." flüstere ich dir mit schwerem Atem zu. Bestürzt siehst du mich an.
Was tust du ?
Option 1: Du läufst los und flüchtest . Du findest einen Platz, an dem du übernachten kannst.
(Lies in Kapitel 3/ Option 1 weiter.)
Option 2: Du willst mich nicht zurücklassen und bleibst bei mir.
(Lies in Kapitel 3/ Option 2 weiter.)
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Unheilschwestern.
FantasyMein Name ist Siare. Hier kannst du mich auf meinem kleinen Abenteuer begleiten. Allerdings musst du eins wissen: Ich bin nicht normal. Ich sehe Geister, Dämonen und andere Wesen, die sonst niemand bemerkt. Es könnte sehr furchteinflößend sein, also...
