Familie Black

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Ich werde durch leises Geflüster geweckt. "Sie ist Sirius Brut!", höre ich Narzissa hasserfüllt zischen.
"Das Blut der Blacks fliesst in ihren Adern, Narzissa. So reines, mächtiges Blut", wispert eine dumpfe Frauenstimme melancholisch. "Diese Bastardin muss sterben, Bellatrix", beharrt Narzissa.

Mein Herz beginnt rasend schnell zu schlagen. Der Raum ist magisch versiegelt, ich bin ihnen hilflos ausgeliefert! Mein Körper beginnt unkontrolliert zu zittern. "Wir müssen sie zum Dunklen Lord bringen!", haucht die Frau namens Bellatrix. "Seine Gunst wäre unserer Familie auf ewig sicher!"
"Sie muss sterben!", knurrt Narzissa. So leise wie möglich, robbe ich meinen Körper von der Tür weg.

Bellatrixs Lachen jagt mir kalte Schauer über den Rücken. "Geduld, Zissy. Denkst du wirklich, er lässt sie am Leben?" "Dieses kleine durchtriebene Monster hat schon Lucius auf seine Seite gezogen!" "Lucius?", lacht Bellatrix hämisch, "er sieht bloss ihre Mutter in ihr!" "Sie hat eine von Medusas Töchtern für sich eingenommen!" "Was?" "Anastacia." Eine bedrohliche Stille senkt sich über das Anwesen. "Woher weisst du das?" "Lucius hat es mir erzählt!" Bellatrix bricht in schallendes Gelächter aus. "Lucius erfindet diese Lügenmärchen bloss, weil es ihm peinlich ist, dass es ihm nicht gelungen ist, sie zu fangen!" "Wage es nicht ihn als Lügner zu bezeichnen!", zischt Narzissa! "Ich würde es Lucius zutrauen, dass er sich einfach irgendein Mädchen geschnappt hat!", kichert Bellatrix bösartig. Betetenes Schweigen.

"Sie ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten!" Eine leichte Unsicherheit liegt in Narzissas Stimme. "Wir können den Dunklen Lord nicht wegen irgend einem dahergelaufenen Gör rufen!" "Warum beschützt Lucius sie dann?", murmelt Narzissa misstrauisch. "Töten wir sie einfach!", lacht Bellatrix bösartig, "wenn sie die Falsche ist, auch egal!" Ein ängstliches Wimmern entfährt meinen Lippen. Mir ist schrecklich übel und abwechselnd kalt oder heiss. Hier wird es also enden. Aber ich will nicht sterben, ich muss den schwarzen Hund wieder finden! Verzweifelt halte ich nach einer Waffe Ausschau.

"Alohomora", flüstert Narzissa kaum hörbar. Ängstlich kauere ich mich in der Ecke zusammen. "Die verfluchte Tür lässt sich nicht öffnen!", flucht Narzissa. "Sprengen wir sie einfach weg!", kichert Bellatrix schrill. Gerade noch rechtzeitig hechte ich in die Ecke. Ein lauter Knall und die Tür zischt haarscharf an mir vorbei. Gesteinsbrocken prasseln gegen meine Arme und Beine. Ein undurchdringlicher Staub legt sich über das Zimmer. Dort, wo sich die Tür befunden hat, sehe ich zwei schemenhafte Gestalten. Ich muss hier weg!

"Lily", flötet Bellatrix, "komm und zeig dich. Wir wollen doch nur spielen!" Ihr wahnsinniges Lachen lässt mich erschauern. "Darf ich mitspielen?" Lucius! "Lu-uci-", stammelt Narzissa fassungslos. Angst und Erleichterung erfüllen mich zugleich.

Freund oder Feind?
"Es ist sehr unhöflich die Nachtruhe unseres Gastes zu stören", lächelt er kühl.
"Der Dunkle Lord wird nicht erfreut sein zu hören, dass du seine Feinde beherbergst", knurrt die Dunkelhaarige triumphierend.
"Bella!", keucht Narzissa erschrocken. "Ich entscheide selbst darüber wer zu meinen Freunden und Feinden gehört. Bitte verlass dieses Haus!" "Nicht ohne das Mädchen!", kreischt Bellatrix ausser sich. "Wenn du dir so sicher bist, warum hast du ihn noch nicht herbeigerufen?", spottet Lucius. "Das werde ich!" "Tu was du nicht lassen kannst", lächelt er gelassen.

Der Nebel hat sich gelegt und ich sehe, wie sich die beiden ein Blickduell liefern. Ängstlich mustere ich Bellatrix. Sie wirkt sehr hochmütig, ist gross und dünn. Ihr wallendes schwarzes Haar und ihre dunklen Augen verleihen ihr ein kriegerisches Aussehen. Bestimmt ist sie einst schön gewesen, doch Hass und Verbitterung haben ihr Gesicht verunstaltet. Ihr Gegenüber Lucius, der glatt als Ebenbild des Erzengels Gabriel durchgehen könnte. Seine blauen Augen strahlen Entschlossenheit und Stärke aus.

Zauberfeder - Draco FF 🖌Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt