[03] BRUCHSTÜCKE

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G H O S T
W O R K I N G

"Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, Major", begrüßt Namjoon ihn, als Major in den Schatten unter der rostigen Zugbrücke tritt

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"Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, Major", begrüßt Namjoon ihn, als Major in den Schatten unter der rostigen Zugbrücke tritt. Hoseok nickt zustimmend, hat die Hände in seinen Hosentaschen vergraben. Hier muss er sich nicht verkleiden; sein Vater und dessen Männer würden niemals in dieses heruntergekommene Stadtviertel kommen.

"Ich weiß auch nicht so richtig, was mit mir los war", seufzt der Cyborg mit den rabenschwarzen Haaren und fährt sich seufzend über die Wange. In normaler Kleidung, die nicht auf irgendeine Weise Vorteile für seinen mechanischen Körper hat, fühlt er sich komisch, doch wenn er mit seinen Freunden ausgeht, dann ignoriert er diese Unbequemheit gerne.

Der Club, den sie meistens zusammen besuchen, das 2001, liegt nicht weit von der alten, rostigen Brücke entfernt. Die Idee, immer hierher zu kommen, stammt ursprünglich von Major. Irgendwie war er nach einer Mission über diesen Club gestolpert, der sich schließlich als der perfekter Treffpunkt für die drei Freunde herausgestellt hat.

Hoseok kann hier, wie bereits gesagt, ohne Bedenken herumlaufen, Namjoon wohnt nicht weit entfernt und Major mag den kleinen, charmanten Laden irgendwie. Inzwischen sind die drei Stammgäste im 2001, treffen sich mindestens zweimal in der Woche dort.

Namjoon möchte manchmal in einen anderen Club gehen, aber sowohl Hoseok, als auch Major haben diesen Vorschlag jedes Mal auf's Neue wieder abgelehnt.

"Der Boss war richtig geschockt", fährt Namjoon fort, dessen halbes Gesicht nach einem Unfall durch Cyborgteile wiederaufgebaut werden musste. Zuerst war es Major überhaupt nicht aufgefallen, doch seitdem Namjoon es ihm erzählt hat, fällt Major immer wieder ein mechanisches Flimmern in Namjoon's rechtem Auge auf. "Der wollte sogar, dass ich mit deinem Ghost rumpfusche."

Hoseok zieht ungehalten die Luft ein. "Das hast du hoffentlich nicht getan", zischt er, während Major abwartend zu Namjoon sieht, der augenblicklich heftig den Kopf schüttelt.

"Natürlich nicht!", antwortet er geschockt und wedelt mit seinen Händen in der Luft. "Ich hab vielleicht schon Teile seines Körpers von Innen gesehen, aber mir steht es nicht zu, in sein Bewusstsein einzudringen."

Obwohl er erleichtert ist, dass Namjoon die Finger von seinem Ghost gelassen hat, will Major widersprechen. "Aber der Boss hat es dir angewiesen. Eigentlich musst du seinen Wünschen nachkommen."

"Du hast nicht so gewirkt, als ob irgendein Virus deinen Ghost zerfrisst und die Scanner haben auch nichts angezeigt. Ist mir Schnuppe, was der Boss gesagt hat, man darf nur im äußersten Notfall auf den Ghost einer Person zugreifen", wehrt sich Namjoon und verschränkt die Arme vor der Brust.

"Ich bin ein Roboter, Namjoon", seufzt Major, wobei ihm das Wort Roboter bitter aufstößt. An manchen Tagen kommt es ihm ohne Probleme über die Lippen, an anderen Tagen sticht es ihm wie ein Messer in das künstliche Herz. Im Moment existiert er zwischen Mensch und Maschine, doch irgendwann wird er sich für eine Seite entscheiden müssen. Er wird sich entscheiden müssen, ob er das Wort Roboter akzeptieren oder wegstoßen soll.

Ghost In The Shell - YoonminWo Geschichten leben. Entdecke jetzt