Jenny und Brett

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Gedankenverloren spielte ich mit meinem Kugelschreiber, der bei meinen Bewegungen hin und her wippte. Ich saß gerade vor meinem Fernseher und versuchte mich zu entscheiden was ich gucken sollte, da klingelte plötzlich mein Telefon. Erschrocken zuckte ich zusammen und ließ meinen Stift fallen, mit dem ich mir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Shows aufgeschrieben hatte. Leicht seufzend griff ich nach meinem Handy und hob ohne nachzusehen wer dran war ab. Erst als mein Freund anfing zu sprechen wusste ich wer am anderen Ende der Leitung war.

"Hey Babe", begrüßte Brett mich. Bei diesem Spitznamen verdrehte ich grinsend die Augen erwiderte jedoch nichts darauf. "Was machst du gerade?," fragte er mich worauf ich versuchte ihm meine schwierige Lage zu erklären. Ich meine hallo, welcher Mensch konnte sich denn bitte zwischen Die Schöne und das Biest und Spongebob entscheiden. Also ich definitiv nicht. Anstatt jedoch auf Verständnis zu stoßen fing mein Freund nur zu lachen an und schlug vor das wir das Debakel gemeinsam lösen könnten.

Da wir beide uns schon eine Weile nicht mehr gesehen hatten, stimmte ich sofort zu. Zum Glück wohnte Brett nur ca. 5 Minuten von meinem Haus entfernt, sodass wenig später die Türklingel ertönte. Als ich die Tür öffnete zog er mich direkt in eine feste Umarmung und vergrub seinen Kopf in meiner Halsbeuge. Schmunzelnd strich ich ihm über den Rücken, bevor ich mich von ihm löste.

Ich zog ihn an seiner Hand mit ins Wohnzimmer und ließ mich kaum angekommen auf das Sofa fallen. Brett tat es mir gleich und blickte auf die Liste mit den Stichpunkten, die auf dem Wohnzimmertisch lag. Mit hochgezogenen Augenbrauen las er sie vor."Spongebob ist gelb und hat eine Schnecke als Haustier, aber das Biest hat eine riesen Bibliothek. Patrick ist pink und ein Seestern, aber Tassilo ist süß und hat einen Henkel als Nase."

Stolz auf meine bisherigen Schlüsse schnappte ich mir Block und Stift, um einen weiteren Punkt aufzuschreiben. Da stoppte mich Brett in meiner Bewegung und schüttelte seinen Kopf. "Jenny, ich weiß du meinst es gut, aber bitte. Du vergewaltigst die Ideale von Kindershows, die dich immer entweder zum heulen oder zum ausflippen bringen," sagte der braunäugige mit einem leichtem Grinsen im Gesicht.

Schmollend verschränkte ich meine Arme vor der Brust und drehte ihm beleidigt den Rücken zu. Einige Minuten herrschte Stille, bis ich plötzlich zwei Hände spürte, die mein Oberteil etwas anhoben und meine Seiten auf und ab strichen. Bei Bretts Berührungen jagte es mir kleine Schauer den Rücken herab, als seine Hände auf einmal abrupt aufhörten sich zu bewegen und  begannen mich zu kitzeln.

Ich gab einen lauten Quieker von mir und versuchte mich vor seinen Angriffen zu retten, doch seine Finger folgten mir überall hin. Mein Bauch tat bereits jetzt schon vor lauter Lachen weh und ich hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen da hörte er plötzlich auf. Dankbar darüber endlich wieder richtig atmen zu können schnaufte ich und versuchte wieder etwas zu Atem zu kommen. Nach ein paar Minuten hob und senkte sich meine Brust wieder gleichmäßig und ich setzte mich auf.

Dabei entgang mir jedoch nicht der belustigte Blick, den mir mein Freund zuwarf. Ich kümmerte mich jedoch nicht darum sondern stand auf und lief in die Küche. Dort schnappte ich mir ein Glas und füllte es mit Wasser. Brett, der mir gefolgt war lehnte sich an die Theke und beobachtete mich beim Trinken. "Weißt du eigentlich wie wunderschön du bist?", begann er plötzlich zu reden. Etwas überrascht über das plötzlich Kompliment drehte ich mich zu dem Werwolf und stellte mein Glas in das Waschbecken.

Danach ging ich zu ihm und schlang meine Arme um seine Hüften und vergrub mein Gesicht an seiner Brust. "Und weißt du überhaupt wie sehr ich dich liebe?", fragte ich mit einem liebevollen Lächeln. Er legte ebenfalls die Arme um mich und zog mich an sich. So standen wir eine gefühlte Ewigkeit da, als Brett sich von mir löste und mich wieder ins Wohnzimmer führte. Dort setzte er sich auf die Couch und zog mich auf seinen Schoß. Lächelnd strich ich ihm durch die Haare. Da begann Brett wieder zu sprechen.

"Jenny, hoffentlich weißt du wie unglaublich sehr ich dich liebe und wie wichtig du mir bist. Falls du es nicht weißt werde ich es dir noch einmal sagen. Du bist der bezaubernste und wunderschönste Mensch den es auf dieser verkorksten Welt gibt. Jeden Morgen wenn ich aufstehe bist du mein erster Gedanken und wenn ich schlafen gehe mein letzter. Immer wenn ich dich längere Zeit nicht sehe fühlt es sich so an als wäre ich nicht vollständig, doch bist du an meiner Seite bin ich glücklicher als je zuvor. Als ich dir erzählt habe was ich bin, hast du mich nicht verstoßen. Nein. Du bist bei mir geblieben und hast mir den Rücken gestärkt und in den wenigen Momenten meines Lebens, in denen es sich anfühlt als wäre ich an alle dem hier schuld bist du da. Du bist einfach immer da. Selbst als ich auf der Todesliste stand und um mein Leben gekämpft habe, hast du versucht mir zu helfen. Auch wenn manche vielleicht denken mögen ich sei ein Monster, bist du der lebende Beweis dafür das ich es nicht bin. Zumindest nicht wenn du an meiner Seite bist."

Gerührt von seinen Worten wollte ich etwas sagen, doch da hielt er mich mit einem seiner Finger an meinen Lippen auf." Ich bin noch nicht fertig." mit hochgezogenen Augenbrauen deutete ich ihm fortzufahren. Tief einatmend begann er wieder zu sprechen.

"Bevor ich dich getroffen habe war mein Leben von Satomi abhängig. Sie und meine Schwester waren der einzige Grund warum ich mich überhaupt noch geliebt fühlte. Doch dann kamst du und hast mir von Anfang an den Kopf verdreht. Du wurdest bei Vollmond mein Anker, du wurdest der verdammte Grund den ich brauchte um mich zu akzeptieren. Dank dir kann ich wieder mit einem Lächeln im Gesicht aufstehen und dafür möchte ich dir danken. Danke das du für mich da bist. Danke das du einfach du bist."

Kopfschüttelnd löste sich die erste Träne aus meinen Augen, die Brett jedoch sogleich mit seinem Daumen wegstrich. Ich konnte einfach nicht fassen, wie ich diesen Jungen und seine Liebe verdient hatte. Er war alles was ich mir je gewünscht hatte und noch so vieles mehr.

"Ich liebe dich so verdammt sehr."

Mit diesen Worten drückte ich meine Lippen auf seine und steckte all meine Emotionen in diesen einen Kuss. Ich hatte ihn gefunden. Meinen Seelenverwandten.

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Hey liebe Jenny/deletename ich hoffe das Kapitel entspricht deinen Vorstellungen. Wenn nicht kannst du es ruhig sagen❤

ᴛᴇᴇɴ ᴡᴏʟғ ᴘʀᴇғᴇʀᴇɴᴄᴇs/ɪᴍᴀɢɪɴᴇsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt