Pain

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Nachdenklich musterte ich die Leute um mich herum, während sich das Glas in meiner Hand immer schwerer anfühlte.

Wo war er nur? Nicht dass ich ihn gerade unbedingt sprechen wollte, aber..

In mir kam ein ungutes Gefühl auf.

Gerade eben hatten wir zwar noch Beerpong gespielt, aber er war einfach nicht mehr der, der er mal für mich war. Er hatte sich verändert, wegen ihr.

Ich hatte gesehen wie er sie die ganze Zeit angeschaut hatte, wie sie ihn geärgert hatte, wohlwissend was sie dabei bei ihm auslöste. Und ich, wie ich daneben stand und einer Person hinterhertrauerte die schon lange verschwunden war.

Ich ließ meinen Blick erneut über die Partymenge in Matthias kleinem Haus schweifen und suchte dieses Mal nach ihrem Kopf Ausschau.

Meine Vermutung hatte sich bestätigt, mir wurde plötzlich schlecht und ich ging schnell in den Keller hinunter in eins der Bäder.

Surrend schaltete ich das Badezimmerlicht an und blickte in den Spiegel. Mein blasses Gesicht schaute mich verletzt an. Von oben hörte ich den Bass der Musikanlage.

Seufzend schmiss ich mir ein wenig Wasser ins Gesicht. So durfte es nicht weitergehen. Er hatte es einfach nicht verdient dass ich ihm so nachtrauerte.

Ich straffte die Schultern und verließ das Bad und blieb stocksteif stehen.

Ich hörte jemanden weinen.

Ich hörte ihn weinen.

''Ich kann einfach nicht mehr''

Mein Herz zersprang in tausend Stücke als ich ihre Stimme daraufhin war nahm, die versuchte auf ihn einzureden.

Ich folgte den Stimmen bis zu einer Tür hinter der dunkel das Kellerzimmer lag.

Erstarrt stand ich vor der Tür und verstand keines der gesprochenen Wörter.

Unentschlossen taumelte ich die Treppe zurück und holte Alexandra.

Ich erzählte ihr was ich unten erlebt hatte und zusammen gingen wir hinuter.

Ich hatte nicht die Kraft oder den Mut die Tür zu öffnen, also tat sie es.

''Alles okay bei euch?'', fragte sie und steckte den Kopf durch die Tür.

''Ja alles okay'', ertönte ihre Stimme und kurz darauf seine, die versuchte so normal zu klingen wie immer.

''Ja, alles ist okay''

''Okay'',erwiderte Alex und schloss die Tür.

Mit einem undeutbarem Gesicht schaute sie mich an.

''Wir werden hier wohl nicht gebraucht. Aber die beiden saßen schon ganz schön eng nebeneinader'', merkte sie an und es fühlte sich an als ob jemand ein Dolch in mein Herz stach.

''Ja, okay. Ich geh mal kurz raus'', murmelte ich und hastete die Treppen hoch, bis ich die frische Luft hinter der Haustür erreicht hatte.

Ich ließ mich auf den weichen Vorgartenrasen fallen und unterdrückte das Gefühl zu weinen müssen.

Es fühlte sich so an als ob mein ganzer Körper auseinander gerissen wurde und mein Herz dabei in alle Richtungen gezogen wurde und immer mehr Risse bekam. Mir schnürrte es die Luft ab und ich schloss die Augen.

Wieso sie? Wieso sie? Nach alldem was wir beide durchgemacht hatten und er mich einfach so fallen gelassen hatte? Warum durfte ich ihm nicht helfen obwohl ich es wollte und es ihm schuldig war? Wieso tat er mir immer so weh?

Was war nur los mit mir.

Wieso gab ich mir das ganze mit John und Melissa überhaupt noch?

Ich sollte ihn vergessen, aber dieser Mensch, der John mal war, ging mir nicht aus dem Kopf.

Ich stand auf und wischte mir eine Träne aus dem Gesicht.

Mit klopfendem Herzen ging ich zurück in das Haus. Nach zwei Stunden ließen sich die Beiden immernoch nicht blicken, und ich wurde des Öfteren gefragt ob ich wusste wo John war. Irgendwann waren nur noch Matthias, seine Freundin und ich da. Und Melissa und John im Keller. Da ich mit Melissa zusammen nach Hause ging, ging ich nach unten um ihr Bescheid zu sagen, dass ich eigentlich vor hatte zu gehen.

Also ging ich mit Kloß im Hals zur Tür, klopfte an und erklärte ihr schnell dass ich bald gehen wollte. Sie erklärte, dass sie gleich kommen würde und ohne dass ich seine Stimme hörte ging ich wieder nach oben.

Nach einiger Zeit kamen die beiden wieder hoch, John war wieder wie immer, man sah ihm nicht an, dass es ihm scheiße ergangen war. Ich ignorierte ihn wohlwissend und ging dann schließlich mit Melissa

''Was ist mit John los?'', stellte ich schließlich unscheinbar die Frage, die mir auf der Zunge brannte.

''Ach der hat nur wieder seine Probleme, du weißt schon.''

Ich spürte wie mich das nur noch mehr verletzte. Ich wollte ihm helfen, konnte aber nicht, sie wollte es eigentich nicht tat es aber trotzdem.

Stories about you and me - KurzgeschichtenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt