Ein Jahr ist das her. Vor kurzem wurde ich 15 und bekam mit, dass Reya auch als Jäger ausgebildet werden sollte.
Mein Körper wuchs und nun bin ich fast so groß wie Saba.
Reya hatte sich wenig verändert, ein Lederstück hielt seine Haare zusammen, doch er sah dünn und unmuskulös aus, obwohl er schwerere Arbeit verrichtete als ich. Mal sehen wie das wird.
Dziad und Tapa integrierten mich immer wieder in Gespräche, sie stimmten mir zu, dass ich eher Soldat werden sollte und das sich Ersatz finden ließe. Eine Geste von Dziadek die mir sagen sollte, dass ich aufstehen soll, machte mich stutzig. Wohin bringt er mich? Ich war angespannt, nicht wissend ob aus Vorfreude.
Ein Hinterzelt das zwischen zwei kräftigen Bäumen gespannt war, bekam ich zu sehen. Auf einem Tisch darum lagen schwarze unförmige Dinge.. Von ihnen ging Gefahr aus doch warum lagen sie hier? Diese Gegenstände hoben sich so von der Natur herab, dass ich nicht recht begreifen konnte worum es sich handelt. Goldene spitze Kegel lagen drumherum.
Dziad ließ mich herantreten.
Ich strich über das kühle schwarze Gemisch, was ist das nur? Eine Hand von Dziad griff sich den Gegenstand und positionierte es richtig mit der Hand.
Auch hier fühlte ich Gefahr, doch auch Macht.
"Ziele damit niemals auf einen Freund. Regel Nummer eins!", streng sah Dziad auf mich herab. Ich nickte. Er drückte mir das Ding in die Hände und ich positionierte es wie er.
Man konnte damit zielen und meine hintere Hand fühlte einen Schalter der nachgeben würde.
"Das, Bart, das ist ein Gewehr. Damit tötet man Feinde. Damit führt man einen Krieg.", sprach er mit starker Stimme und eine heiße Masse durchfloss meine Brust. Mit so etwas würden Soldaten kämpfen?
"Dziadek, bringst du mir bei wie man damit umgeht? Mit einem Gewehr", bat ich ihn und er schaute auf mich herab.
Tapa hatte sich gut erholt von dem Bärenangriff und wir beide beaufsichtigten Reya beil Speerschnitzen. Er sah weder auf noch unterbrach er seine Arbeit. Warum war er so geeignet? Er würde auch ein guter Soldat werden.
Jakoj kam mit dem Bären auf Reya zu, dieser sprang auf und umarmte ihn um den Hals. Der Bär wurde Ursus genannt. Jakoj und Reya verstanden sich wohl sehr gut, ich mochte beide auch.
Morgen würden wir jagen gehen. Einmal hatte ich gefragt warum Reya nicht sprach, Dziadek informierte mich, dass seine Fähigkeiten noch nicht ganz entwickelt sind, da er seinen Arm in sehr jungen Jahren verloren hat, konnte das einen Schock bedeutet haben, weshalb er nicht spräche.
Auch stellte ich ihm die Frage warum Frauen nicht jagen gehen. Er hatte mir geantwortet, dass sie mit ihrem Mondblut sonst Fleischfresser anlocken würden und er wies mich darauf hin dass man Frauen schützen muss.
Reya war weder aufgeregt noch hatte eine andere Emotion auf dem Gesicht, es war einfach Reya. Und letztes Jahr hatte er über meine Beute gegrinst. Die Ruhe selbst sprach aus seinen Augen. Er umgriff mit der einen Hand fest seinen Speer und stellte sich stabil hin. Saba musterte ihn griesgrämig, Jakoj stand hinter ihm und führte Ursus an der Leine. Michau klopfte ihm auf die Schulter und die anderen versammelten sich um ihn. Sah man da Angst in seinen Augen? Soviele Leute hatte er nicht gerne um sich.
Er stapfte uns kräftig hinterher, denn die Erde war matschig. Gestern Abend hatte Tapa Regen vorausgesagt.
Reya blieb manchmal stehen und man sah seine Nasenflügel beben, wittert er? Oder war er außer Atem?
Später stapften wir durch den Wald. Mitten auf dem Weg blieb Reya stehen, er bewegte sich nicht mehr, nur man sah wie er langsam witterte. Die anderen Jäger schickten jemanden um uns herzuholen.
"Hab ich eu-!", Saba klatschte mir mit seiner starken Hand auf die Schulter und ich rutschte auf dem Matsch aus, schubste aber Reya auch in den Dreck. Er rappelte sich auf und gab mir die Hand, starrte Saba feindselig an. Wir beide waren braun vor Matsch, doch Reya bedeute uns leise zu sein. Weiter entfernt hörte man quiken, als würde jemand schreien wollen ohne seinen Mund zu öffnen. Das hatte ich schonmal gehört! Es wurde lauter, das hieße es kam auf uns zu. Reya stellte sich breitbeinig hin und hielt seinen Speer bereit, ich wusste nicht warum, das grunzende quiken wurde leiser bis - Vor uns sprangen einige Wildschweine aus dem Gebüsch und Reya zielte genau in den Mund des Ersten, das von ihm aufgespießt wurde. Saba verlor den Halt auf dem Boden und er und ich klatschten auf den Boden. Zum Glück nicht in der Richtung in der die Eber rannten, das Endschwein funktelte uns dennnoch boshaft ab und drehte sich um, um auf uns zuzulaufen.
Ehe wir uns erheben konnten zog Reya Saba seinen Speer aus der Hand und ging auf den Eber los, stumm, doch man sah dass es nicht seine Absicht war das Tier zu töten, wenn es sich aus dem Staub machte. Er fuchtelte mit dem Speer vor den braunen Augen des Ebers herum, der zum Glück kleiner war als Reya selbst. Der Eber schrie und schrie und ich konnte mich endlich erheben ohne auszurutschen. Meinen Speer fest in der Hand warf ich ihn in den Bauch des Tieres, denn es drängte Reya zurück. Saba saß erstaunt auf dem Boden und sah zu wie Reya mit seinem Speer dem Tier die Kehle durchschnitt.
Was wurde ihm alles gezeigt? Das lernte ich erst nach und nach bei der Jagd.
Kurze Zeit darauf hörten wir Rufe und Saba schrie ihnen zurück. Figam erreichte uns zuerst und machte große Augen: drei verdreckte Kinder und zwei blutende Eber.
"Was ist hier vorgefallen?", erkundigte er sich stutzig. "Wir haben Beute erlegt..", mit Seitenblicken zu Reya wollte ich wissen ob er wollte dass man mehr sagte.
Zwei Jäger nahmen das durchbohrte Schwein mit und zogen das andere hinter ihnen her.
Reya wurde von ein paar Frauen hochgehoben und gefeiert, warum haben sie an ihm so einen Narren gefressen?
Dziad sah auf 'mein' Schwein und nickte. Lügen wollte ich nicht, deshalb schüttelte ich meinen Kopf und flüsterte ihm zu: "Reya hat ihm die Kehle durchgeschnitten und hätte ihn mit Leichtigkeit auch getötet, nur er dachte wir sollten nicht mehr als ein Tier töten." Erstaunt hoben sich die Augenbrauen den Alten und linsten zu seinem Schützling: "Das habe ich ihm nicht beigebracht.."
Das erstaunte mich. Wer war Reya wirklich? Vielleicht wurden andere Kinder viel früher erzogen?
Allera hatte sich eine Weile nichtmehr blicken lassen, nun stolperte sie stumm auf uns zu. Mir fiel der Mund auf denn sie hatte einen rundlichen Bauch, durch die Felle wurde das noch verstärkt, doch eigentlich hatte ich als erstes bemerkt dass ihre Brust größer war.
Dziad tätschelte ihr sachte den Kopf, sie lächelte kindlich zu ihm hoch, dann machte sie sich aus dem Staub um den anderen Frauen zu helfen.
Er bemerkte meine Sprachlosigkeit: "Nie patrz! Noch nie eine Schwangere gesehen?"
Schwanger?
"Allera ist noch so jung..", gab ich zu bedenken. Wir wurden recht früh aufgeklärt damit es keine Missverständnisse gab, doch wer sollte mit Allera ein Kind zeugen?
Dziad schwenkt seinen Kopf zustimmend: "Das ist sie. Wer hat das wohl getan? Weißt du es?"
"I-ich??", ungläubig fragte ich mich wer das mit ihr getan habe, da konnte ich beobachten wie sie und Saba miteinander lachten.
"Saba könnte es sein, er zeigt sich ja jedem Mädchen so..", schmiss ich ein. War ich eifersüchtig?
"Saba?", Dziadek machte einen überlegenden Gesichtsausdruck. Es war sehr wahrscheinlich.
Allera war glücklich, was sollte man schon tun.
Ich werde sowieso Soldat, da werde ich mir keine Frau aussuchen müssen. Das befreit mich. Ich sehe den beiden trodzdem neidisch nach, dann erblicke ich Reya und lege ihm brüderlich meinen Arm um die Schulter: "Das war einsame Klasse! Du bist ein Naturtalent!" Beobachten konnte ich nur wie er unter mir erstarrte und er zu Boden starrte. Hatte er Angst? Ich löste die Geste und er entspannte sich, grinste mir breit ins Gesicht.Eines Tages schickte Dziad Reya nach mir, dieser bedeutete mir mitzukommen. Was wollten sie mir zeigen? Ich folgte ihm eine Weile durch den Wald, Zweigchen kratzten an meiner Haut und es roch nach Moos und Feuer. Meine Füße wurden dreckig, doch folgte ich starr Reya, in ihn hatte ich vielleicht zuviel Vertrauen.
Reya blieb stehen und drehte sich zu mir um. Etwas kaltes legte sich an meinen Rücken, von hinten bekam ich ein Räuspern zu hören und Unbehagen erfüllte mich. Ich fühlte mich gefangen wie ein Tier.
"Bart..", flüsterte Dziad gefährlich nahe hinter mir, bewegte den kalten Lauf des Gewehres jedoch nicht: "Was ist Regel Nummer eins?"
Vor Anspannung keuchte ich den Satz: "Niemals auf einen Freund richten!" "Genau..."
Reya wusste auch was Gewehre waren? Wie viele wissen das? Dziad entfernte das Gewehr von meinem Rücken, übergab es Reya der es wieder sicherte und über seine Schulter legte.
Meine Augen wurden groß.
"Reya, schieß auf eines der Ziele."
Nun wurde ich meiner Umgebung wieder gewahr. Um uns herum waren an Bäumen Felle angebracht und diese mit roten Kreisen und einem Punkt in der Mitte markiert.
Reya hielt das Gewehr wieder mit seinem Arm, entsicherte es kurz, zielte in Richtung eines Hasenfells und Betätigte den Hebel den ich auch gefühlt hatte. Ein lautes Geräusch zeriss die Natur, ich hörte es nachhallen. Wie konnte er das alles mit nur einem Arm?
Dziad ließ mich mit offenem Mund stehen und schritt zu dem Fell, Reya zog sich derweil eine andere Bluse über, um den großen schwarzblauen Fleck an an seiner Schulter zu verstecken. Danach erklärte mir Dziad was das alles zu bedeuten hatte. Reya würde mit mir Soldat werden. War das Reyas Willen? Was machte dieser Blaue Fleck an seiner Schulter? Dziadek zeigte mir die Handhabung und nach und nach begann ich die Ziele zu treffen..
Ich hätte mich so gerne darüber mit Reya ausgetauscht. Er brachte mich auch zurück in das Lager, hatten die Leute die Schüsse gehört?
Dziadek hatte uns erzählt dass wir zuerst trainiert werden würden den nahen Feind zu besiegen, die Eur-rus-asische Förderation. Wo genau wir eingesetzt werden würden könnte er uns nicht sagen, nur dass wir auf alles vorbereitet sein mussten.
Reya wich mir von da an nichtmehr von der Seite, das wollte ich auch nicht, denn ich wollte ihn verstehen. Ich wollte sein wie er.
Manchmal wenn ich Saba und Allera nachsah wurde ich ganz eifersüchtig. Wie kann man sich so aufspielen? Wie kann man so viele Frauen auf einmal wollen? Von Dziad wurde Saba verboten noch eine Frau zu haben, da ja Allera schon schwanger ist und sich Saba auch dazu bekannt hat. Es ist ein wenig selbstironisch da Dziad auch einen Harem besaß.
Im solchen Momenten war Reya da und er drückte meine Backen zusammen und sah much aus ungläubigen Augen an. Dann war ich immer froh so einen treuen Freund gefunden zu haben. Oft sprach ich mit ihm und versuchte seine Signale richtig zu deuten und eine Zeichensprache auszufeilen, ich bat ihn auch mir seine Fähigkeiten zu offenbaren.
Dziads Genugtuung konnte ich jedesmal fühlen wenn er uns sah. Seine 2 Rekruten. Abends bekräftigte er uns auch im Privaten mit Geschichten aus den Kriegen und ich zuckte immer wieder auf wenn die Blätter raschelten. Tapa zeigte mir wie man Wetter ließt. Jakoj, Reya und ich bildeten Ursus aus, der Jakoj verlassen müsste wenn wir zu dem Soldatenlager gehen würden.
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Devoured by the Monster of Time
CasualeHier sammel ich ein paar meiner Entwürfe und ich kennzeichne sie normal mit 1.2.3.bla. Falls ihr einen davon gut findet, stimmt ab oder kommentiert, denn eigentlich sollten das ganze Bücher werden und haben einen genaueren Verlauf. Hatte nur leider...