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Tagebucheintrag

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Ich weiß nicht, warum ich ausgerechnet jetzt anfange, meine Gedanken niederzuschreiben. In meinem Kopf waren schon immer so viele und unzählige Gedanken, dass ich manche Nächte gar nicht schlafen konnte, doch seit ich ihn kenne, scheint sich die Anzahl an Gedanken verdoppelt zu haben. Er ... Roy. Ein kurzer Name, der für etwas steht, das ich noch nicht fassen kann. Selbst, wenn dieser Junge neben mir sitzt, scheint er mir doch so weit entfernt und ich müsste nur die Hand nach ihm ausstrecken, doch er würde sie nicht greifen.
Noch nicht.
Wir kennen und erst einige Wochen, doch er scheint mir näher zu sein als manch anderer. Ich weiß auch nicht, was es ist, geschweige denn, wie ich es beschreiben soll. Es ist einfach so fremd und doch so schön. Es ist wie Roy, ein einziges Geheimnis. Was würde ich dafür geben, damit er sich mir offenbart, mir sagt, welchen Kampf er mit sich führt? Ich könnte ihn einfach fragen, doch dafür bin ich nicht stark genug.
Noch nicht.
Ich muss Geduld haben und dieses unwohle Gefühl, dass dies bloß die Ruhe vor dem Sturm ist, unterdrücken. Ich muss an seiner Seite stehen, egal, wie schwer die Zeit wird. Und dieser Kampf wird nicht nur seiner sein, es wird meiner sein. Es wird unser sein.
Lächerlich, wie abhängig ich bereits von diesem jungen Mann bin. Wenn ich es versuchen würde zu erklären, würden mich alle für verrückt halten, weil sie es nicht verstehen. Sie verstehen nicht, dass einem das Wohl des anderen mehr bedeutet als das eigene. Sie verstehen nicht, dass man glücklich wird, wenn der andere es ist. Sie wollen es einfach nicht verstehen.
Noch nicht.
Roy und ich werden Stärke beweisen, wir werden ihnen zeigen, dass wir ein Team sind. Und schon wieder schwirren diese kleine Mädchenträume in meinem Kopf herum.
Sie sind immer präsent, genauso wie Roy. Er will meine Gedanken gar nicht mehr verlassen und wenn ich ihm in diese dunklen Augen schaue und versuche, einen Blick auf seine Seele zu erhaschen, um zu sehen, ob es ihm genau so geht, dann erkenne ich nichts. Ich erkenne nur seine anatomisch perfekten Augen, die mir nur etwas verraten, wenn er einen kurzen Moment der Schwäche hat oder er wirklich glücklich ist.
Ich weiß nicht viel über ihn, aber was ich über ihn weiß, reicht aus, um zu erkennen, dass er eine bemerkenswerte Person ist.
Wenn ich träume, dann träume ich von ihm.
Wenn ich denke, dann denke ich an ihn.
Wenn ich lache, dann lache ich mit ihm.
Wenn ich lebe, dann lebe ich für ihn.
Es ist dieses unbeschreibliche Gefühl in meinem Körper, wenn er mich berührt. Er weiß gar nicht, welchen Sturm der Gefühle er dann in mir auslöst. Wenn wir durch die Stadt laufen, schweigend uns die Häuser ansehen und er meine Hand greift, als wäre es das Normalste auf der Welt, dann macht er mich für diesen einen Moment so glücklich. Oder wenn er mir die Haare aus dem Gesicht streift und ganz sanft meine Wange berührt, dann bleibt für einen Augenblick die Zeit stehen und ich würde mir für diesen Augenblick Mut wünschen.
Mut, damit ich sein Handgelenk umgreifen kann und ihm zeigen kann, dass ich es genieße, wenn er mich berührt. Dass er endlich weiß, wie viel er mir doch bedeutet und ich es nicht ertragen kann, dass er leidet. Ich kann diesen Schmerz nicht ertragen, der ihn umgibt, und ich kann es nicht ertragen, dass ich zu schwach bin, um ihm zu helfen.

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von Jasmin Bennet
@JasminBennet
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