Ein anstrengender Tag in der Schule neigte sich seinem Ende, wobei die Aufmerksamkeit Koutarous keineswegs der Stochastik, wie der Berechnung Wahrscheinlichkeiten galt, sondern vielmehr einer leichten Angst, die ihn überkam, je näher er sich dem Ende der Stunde wusste.
„Du kannst ihn schon bald besuchen kommen.", kreiste unentwegt in seinem Kopf umher.
Aus Gründen, die er nicht verstand fiel es ihm ziemlich schwer sich zu entschließen Akaashi einen Besuch abzustatten, doch wollte er keineswegs davor davonlaufen.
Als er nervöse Schritte zu seinem Spind tätigte und seine Schuhe wechselte und damit die Schule verlassen würde starrte Bokuto dem goldfarbenen Horizont der Nachmittagssonne entgegen und holte tief Luft.
„Ich denke ich sollte mir noch ein wenig Essen kaufen, ich hab' noch nichts gegessen!"
Seine Gedanken laut verkündend strotzte er dem am weitesten entfernten Supermarkt entgegen, der ihm bekannt war.
Die Blicke der Mitschüler ignorierend, welche durch seinen plötzlichen Sinneswandel und merkwürdige Bekanntgabe an sich selbst fast schon erzwungen waren wurden seine Schritte immer schneller, je weiter er sich dem Krankenhaus entfernte und er erkannte wie seine Anspannung nachließ.
Nach langer Suche fand sich Koutarou schließlich vor dem Backwaren-Abteil wieder und wiegte in seiner linken Hand ein Dinkel- und in der rechten ein Weizenbrot.
Seine Augen verengten sich, um die kleine Schrift auf der Rückseite der Verpackung entschlüsseln zu können.
„Welches sollte ich nehmen? Dinkelbrot ist gesünder, aber Weizenbrot ist auch nicht schlecht...vielleicht sollte ich aber auch lieber Melonenbrot nehmen, meine Mutter ist ein Fan davon..."
Murmelnd blickte er zwischen den verschiedenen Sorten an Brot hin und her und tat sich ziemlich schwer mit der Festlegung.
„Ahh man! Vielleicht aber auch Reisbrot?? Das schmeckt vielleicht besser und ist nicht so europäisch??!"
Nachdem er laut verkündete, wie schwer ihm diese Entscheidung lag und wild an seinen Haaren raufte, sowie diese in völlige Verwüstung zu bringen beruhigte er sich wieder ein wenig und tätigte anschließend einen tiefen Atemzug, da er sich genau bewusst war, warum er dies gerade tat, so legte er die Brote beiseite und verließ den Laden wieder ohne sich wirklich etwas gekauft zu haben.
„Hör auf dich jetzt abzulenken und geh!", versuchte er sich zu motivieren als er nun endlich den Weg zum Krankenhaus antrat.
Auf seinem Weg jedoch kam er nicht umhin an der Sporthalle Fukurodanis entlang zu trotten und einen kurzen Blick auf das Volleyballtraining seines Teams zu werfen, das gerade im Gange war.
Aus Koutarous Blickwinkel konnte er erkennen, wie Konoha den Volleyball gerade auf die andere Seite des Netzes schmettern wollte, jedoch anschließend von Onaga geblockt und aus dem Spiel gebracht wurde.
Nach nur kurzer Zeit Beobachtung merkte der grauhaarige Junge, welcher einer Eule gerade ziemlich ähnlich sah wie es in seinen Fingerspitzen kribbelte und er am liebsten zu den anderen geeilt wäre um den wahren Stolz des Teams zu präsentieren, nämlich ihn, das Ass.
Jedoch zur fast derselben Zeit stellte er sich die Frage, ob ein Spiel ohne Akaashi, der ihm die perfekten Zuspiele gab wirklich Spaß machen würde.
Der Blick der Eule wanderte auf seine Hände und ein Gefühl der Reue überkam ihn.
Wie hypnotisiert fixierten seine Augen einen Punkt, der ihn erneut für einen Augenblick in eine Trance fallen ließ, aus der er jedoch nur wenige Sekunden später wieder entrissen wird.
„Heeey Kapitän! Steh da nicht nur so rum! Komm gefälligst zum Training! Du bist eh schon zu spät!"
Zurückzuckend mit dem Gefühl, als wäre er gerade bei einer Kriminaltat erwischt worden blickte Koutarou auf und erblickte Sarukui, einen Außenangreifer seines Teams am Eingang der Halle.
„Was ist das denn für ein Kapitän, der nicht mal zum Training kommt? Bist du etwa mal wieder im Emo-Modus?"
Sichtlich beleidigt ballt Bokuto seine Hände zu Fäusten und tritt einige Schritte auf Sarukui zu.
„Ganz bestimmt nicht, Saru!"
„Na dann komm endlich her, Vollidiot von Kapitän!!"
Mit einer großen Handbewegung schien Saru zu versuchen seinen Kapitän mit einem imaginären Seil in die Halle zu ziehen.
„Ich hab' keine Zeit!", entgegnete letzterer nur mit leicht arrogantem Tonfall.
„Keine Zeit für Volleyball?? Bist du krank?"
Empörung und gespielte Überraschung legte sich auf Sarukuis affenähnelndes Gesicht, während nun auch die anderen Mitglieder deren, nicht gerade leisen Unterhaltung ihre volle Aufmerksamkeit schenkten und Komi sich zwischen Sarukui drängte.
„Bokuto?...Geht's dir wieder besser?..."
Dieser sichtlich verwundert darüber Koutarou vor ihm zu sehen, wo er doch heute Morgen noch komplett ausgerastet ist.
„Wie besser?? Mir ging's schon die ganze Zeit Gut!"
Ein leichtes Pink legte sich auf die Wangen Bokutos, der sich ebenfalls das Treffen des heutigen Morgens wieder hervorrief und versuchte seine Verlegenheit mit einem etwas lauteren und beleidigten Unterton zu übertönen.
Als Antwort belohnte Komi ihn lediglich mit einem Ungläubigen und bedrohlichen Blick, der sich direkt durch den dicken Schädel der gehörnten Eule bohrte.
„Gah! Und was sollte das dann heute Morgen bitte?"
„Wa? Also ich, naja bin einfach viel zu müde gewesen und..."
„Ist doch vollkommen egal, komm jetzt endlich, wir brauchen deine Anwesenheit, Ass!"
Erneut versuchte Sarukui seinen Kapitän mit einer merkwürdigen Handbewegung in die Halle zu locken, dieser jedoch winkte ab.
„Sorry, aber ich muss Akaashi besuchen gehen, sonst werde ich vermutlich die ganze Zeit wütend auf mich sein...vielleicht komme ich ja morgen zum Training, übt schön weiter!...Bis dann!"
Ohne wirklich auf die Reaktion der anderen zu warten drehte Bokuto sich mit einem leichten Lächeln um und sah nun erneut das Ziel vor seinen Augen, was er bereits im Sinn hatte, als er den Brief der Familie Akaashi las.
Endlich seinen besten Freund in seiner misslichen Lage zu unterstützen.
Von einiger Entfernung konnte er noch hören, wie Komi Saru zurückrief, als dieser erneut versuchte Bokuto aufzuhalten und ihm etwas zu erklären schien.
Vielleicht tat es dem Ass ganz gut von seinem Team etwas aufgemuntert zu werden, auf jeden Fall war er nun bereit das Krankenhaus der Kanto Region zu betreten, welches Keiji Akaashi in seine Obhut nahm und für eine Weile beherbergen würde.
So atmete der Kapitän tief durch und fragte an der Rezeption nach der Zimmernummer, sowie dem Befinden Akaashis und begab sich in den Fahrstuhl um in den fünften Stock zu gelangen.
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Owlways Keep Fighting
FanfictionVieles wird sich verändern, aber wird das jetzt noch einen Unterschied machen? Was er jetzt am meisten braucht ist die Unterstützung seines einstigen besten Freundes. - "Mittlerweile wissen wir auch nicht mehr recht was wir tun sollen, es ist, als...
