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Leicht gelangweilt lag ich auf meinem Bett und spielte mit meinen Haaren.

"Bald ist Valentinstag..", murmelte ich und wollte somit ein Gespräch anfangen.

"Naund?", nuschelte Nick, während er sich vollkommen auf sein Mario-Kart Rennen auf dem Nintendo konzentrierte. Ich sah zu ihm hin. Schwarze Hose und ein dunkelroter Pullover. Er saß am Bett angelend, während ich auf dem Bett an der Wand saß. Langsam seufzte ich und ließ meine Haare inruhe. Schnell krabbelte ich zu Nick und sah ihm über seiner Schulter zu, wie er weiterspielte.

"Du störst", murmelte er und ich sah ihn unverständlich an.

"Ich liege nur hier!", meckerte ich und er sah zu mir hin. Plötzlich berührten sich unsere Nasenspitzen und geschockt rückten wir voneinander weg.

"M-Mit deiner Anwesenheit", stockte er und plötzlich rissen sich seine Augen.
"Verdammt mein Spiel-", er achtete wieder auf den Display, während ich nur seufzend mich auf meinen Rücken legte und alles falsch herum in meinem Zimmer sah. Da nun alles auf dem Kopf stand.

"Keiner hat mir je was geschenkt", sprach ich laut aus, wobei ich eher zu mir selbst sprach.

"Keine Sorge, dass wird auch noch lange Zeit so bleiben", antwortete Nick frech und ich sah nur böse zu ihm hin.

"Hast du den schonmal was beko-", ich stoppte im Satz. Diese Frage war überflüssig. Ich war schließlich immer dabei gwesen, wie er sein Schließfach immer öffnete und lauter Liebesbriefe dort zu finden waren. Wenn er mich immer zu meinem Schließfach begleitet hat, war da nur tote Leere. Ich glaube auch des öfteren eine Spinne gesehen zu haben, die wieder in ihr Versteck geschlüpft ist. Nichtmal mein bester Freund hatte mir etwas gegeben, wie Schokolade. Ich sah zu ihm rüber. Du bist ganz schön eingebildet geworden wegen dieser bestimmten Schulzeit. Ich kann mich noch gut an diese ganzen Blicke von den Mädchen erinnern, weil ich seine einzige Freundin war. Weswegen ich auch keine Freundinnen hatte. Am Anfang war ich glücklich, als mehrere Mädchen mit mir etwas zutun haben wollten. Doch schnell wurde mir bewusst, dass sie mich alle samt ausgenutzt hatten. Immer wollten sie somit an Nick ran. Als alle bemerkten, dass ich sowas nicht machte, ließen sie mich inruhe und straften mich mit bösen Blicken. Ich wurde auch des öfteren beleidigungt, wenn Nick mal nicht in der Nähe war, was oft der Fall war. Schließlich waren wir auch ein Jahr nicht in den selben Kursen. Er war zwar immer nett, wie ein kleiner Gentleman, aber keine ließ er an sich ran. Er war wie ein edler Prinz, der unantastbar war. Bis auf den Tag, als er alles rausbekommen hatte. Einmal hatte er mich in der Klasse abgeholt. Drei Mädchen hatten mich umrundet und er dachte eigentlich ich hatte Freundinnen gefunden, wie immer. Deshalb wollte er wieder gehen, doch dann hörte er das Geschrei von Ihnen.

[ Flashback ]

"Weißt du wie scheiße du eigentlich bist!?", ich starrte zu Boden.
"Du hast Nick garnicht verdient!", ich hatte Ihnen schon so oft gesagt, dass ich nicht mit Nick zusammen war.
"Du siehst so hässlich aus, da kommt mir die Kotze hoch! Warum hat er bloß Interesse an Dir", ich sah weiterhin auf den Boden und blieb auf meinem Platz sitzen. Es hatte sowieso keinen Zweck irgendwas zu machen. Zu erklären, dass wir nur Freunde sind. Sie waren zu Dritt. Ich war nur eine Person und konnte nicht viel anrichten. Oft hatte ich es versucht, aber wenn ich es gemacht habe, konnte ich mich auf eine Überraschung nachher freuen und diese bestand nicht aus einer Feier mit Kuchen.
"Wir reden mit dir", plötzlich fasste mir das Mädchen an den Kragen und zog mich auf meine Beine. Ich dachte in diesem Alter wäre man schon erwachsen und hätte so ein kindisches Verhalten abgelegt.

"Wie kannst du nur so seelenruhig hier sitzen, du blöde Kuh", ich kniff meine Augen zu, da sie gerade mit ihrer Faust ausholte, um mir wie meistens in die Magengrube zu schlagen. Sie wollten etwas und waren extrem frustiert, weil sie es nie haben können. Das sie mich nur wegen Nick hassten, hatte ich schon längst vergessen. Der Grund war mir lange nichtmehr Bewusst gewesen und ich glaube bei manchen anderen traf es auch zu, aber es war eine grundlegende Abneigung gegen mich. Ich war die scheiß Schlampe, die alle Tore zu Nick verschloss. Dabei stimmte das garnicht. Es ging von ihm aus! Nicht von mir! Ich war bereit Schmerzen zu spüren durch den Schlag, doch es kam einfach keiner. Leicht verwirrt öffnete ich meine Augen und sah wie Nick von dem Mädchen das Handgelenk festhielt und sie nur mit einem Todesblick ansah. So einen Blick hatte ich von Nick noch nie in meinem ganzen Leben gesehen. Es war ein erniedrigender, angewiderter und abstoßender Blick gegenüber der Person, die er ansah.
Geschockt sah ich zu Nick, während er die Hand angewidert los ließ.

"Fasst du sie noch einmal an, bin ich nicht so nett", sagte Nick dunkel und einschüchternd. Ich sah zum Mädchen, dass langsam begann zu weinen. Geschockt sah ich mit an, wie sie mit ihren zwei Freundinnen aus dem Klassenzimmer raus rannte. Plötzlich sah Nick zu mir mit einem ganz anderen Blick. Ohne zu zögern, zog er mich in eine feste Umarmung, die ich nur erwiderte.
Das war so ein Moment, wo mir bewusst wurde, dass ich mich immer an Nick wenden konnte und er immer für mich da ist.

[ Flashback Ende ]

Leider hatte sich diese Aktion von Nick rum gesprochen und nun hassten mich die ganzen Weiber nur noch mehr, weil sie alle nun komplett davon aus waren, dass wir zusammen waren. Ich seufzte, sah wieder zu Nick und fing automatisch an zu lächeln. Wie er da saß, voll und ganz auf das Spielen fokussiert. Ich krabbelte zu ihm und umarmte ihn von hinten.

"Was hast du den-", er sah in mein Gesicht, dass er von der Seite sehen müsste.

"Danke", lächelte ich wie ein Honigkuchenpferd und er sah mich komisch und verwirrt an.
Das war wohl so eine Situation, wo sich Nick wohl nicht erklären konnte, wie ich plötzlich so gute Laune bekommen konnte. Wo ein Mann, die Taten der Frau nicht verstand.








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