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Leicht nervös und aufgeregt zupfelte ich an einer meiner Haarsträhnen. Sah das wirklich gut aus? Ich hatte ja keine Freundin, die mir sagt, ob das eine gute Frisur war oder nicht. Ich seufzte kurz. Ich war wirklich freundelos... Das ist schon ein trauriges Leben. Warscheinlich war es doch garnicht so schlecht, dass ich in Lenn so langsam einen neuen vielleicht Kumpel sah. Ich lächelte leicht. Er wollte mir doch auch seine anderen Freunde vorstellen, oder? Ich sah mich kurz um und dann auf die Uhr. 14:55. Ich war viel zu früh hier gewesen.

"Rachel!", hörte ich plötzlich und ich sah nach oben. Lenn kam leicht joggend mit einer winkenden Hand zu mir. Ich lächelte, winkte auch leicht und umklammerte meine Tasche.
Mir war das alles sichtlich unangenehm.

"Ich dachte schon du kommst nicht", lächelte er. Die Entscheidung war aufjedenfall nicht einfach gewesen, ob ich jetzt komme oder nicht. Da ich aber nichts zutun hatte und vorallem nicht unhöflich sein wollte, dass ich ihn einfach so sitzen gelassen habe, entschied ich mich dafür das ich komme.

"Okay komm wir gehen erstmal ins warme", lächelte er und ich nickte einfach nur.
Um diesen Tag zu überstehen, glaube ich brauche ich erstmal Alkohol. Ich hätte mir was mitnehmen sollen, verdammt. Ich komm doch wie eine alte steife Oma rüber, die noch nie ein Date mit jemanden hatte. Oh...
Stimmt ja. Ich hatte wirklich noch nie eins... außerdem bin ich wirklich steif und nicht locker.
Bitte einfach keine Blamagen.

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"Was hast du dir den da für einen Film ausgesucht", lachte Lenn und ich wischte mir auch meine Lachtränen weg.

"Der war doch sau gut", grinste ich und er nickte.
Wir gingen gerade aus dem Kino raus, als eine Gruppe von verschiedenen Leuten Lenn stoppten.
Sie unterhielten sich, während ich ein wenig abseits stand. Irgendwie waren die Leute mir nicht so geheuer. Ich wusste nicht warum, aber sie sahen alle irgendwie komisch aus. Ich konnte es selbst nicht erklären, es war halt einfach eine Intuition. Das waren also Lenns Freunde? Ich sah mir seinen Rücken an, da er vor mir stand. Er sah garnicht wie einer aus.

"Wer ist das den hinter dir?", ich zuckte leicht zusammen und Lenn drehte sich zu mir.

"Ach das ist Rachel! Man könnte sagen eine Freundin", grinste er freundlich zu mir und ich lächelte ihn auch leicht unsicher an.

"Naja wir müssen jetzt auch", beendete Lenn das Gespräch und alle verabschiedeten sich von ihm.

"Hattest du Angst?", wir gingen irgendwohin und ich folgte ihm einfach. Ich nickte langsam.

"Das brauchst du wirkl-", fing er an.

"Ich weiß", murmelte ich und er nickte nur.

"Nadann wollen wir die Lady Nachhause fahren, oder?", lachte er und ich nickte erleichtert. Es war wirklich ein schöner Tag gewesen und ich habe einiges über Lenn gelernt. Aber besonders war es, dass man mit ihm unglaublich viel Spaß haben konnte.

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"My Lady", wie ein Chauffeur hielt er vor meinem Apartment.

"Möchte der Herr noch auf ein Getränk zu mir hoch kommen?", fragte ich höflich und er lachte nickend.

Beide stiegen wir aus und sofort kam mir die kalte Nachtluft entgegen. Unter mir fing wieder an der Schnee zu knirschen und ich atmete kurz aus, wobei eine kleine Wolke aufstieg. Wir gingen gerade die Treppe hoch im Treppenhaus, als mir Bilder aufblitzten. So eine Szene gibt es auch in Filmen immer wieder. Ich wurde hochrot. Er folgt ihr in die Wohnung. Sie macht gerade die Tür zu, als er sich an sie ranschmeißt. Geschockt sah ich auf meine Hand, die auf dem Geländer war.
Anscheinend wurde ich langsamer, denn Lenn fragte mich kurz, ob alles in Ordnung sei. Ich nickte einfach und ging dann weiter. Ich schüttelte leicht und unerkennbar den Kopf. Wir haben uns erst kennengelernt! Außerdem sind das Filme. Ich nickte für mich zur Bestätigung. Alles cool. Alles cool. Gerade machte ich mein Apartment auf. Ich schloss die Tür hinter mir, sah Lenn dabei zu wie er seine Jacke und Schuhe auszog, während ich das Gleiche tat. Danach führte ich ihn in den Hauptraum.

"Da du ja zurückfahren musst, kann ich dir leider kein Alkohol anbieten", grinste ich und er lachte leicht.

"Stimmt", grinste er.

"Also was kann ich dir bringen?", fragte ich und er überlegte kurz.

"Hast du etwas zum aufwärmen", ich wurde leicht rot. Ich war kein Kaffee-Trinker, ich trank nämlich nur Kakao.

"Ich hätte- ehm", stotterte ich.

"Kakao!", sagte ich es direkt heraus und sah zu ihm hin. Er nickte und lächelte wie ein kleiner Junge überglücklich. Erleichtert atmete ich aus und machte kurz zwei Kakaos fertig.

"Bitteschön", lächelte ich.
Und so begann unser Abend. Ich hatte das Gefühl, dass Lenn wie eine Freundin war, die ich nie so hatte. Man konnte mit ihm quatschen und ihm bestimmt viele Dinge anvertrauen. Außerdem ging nie das Thema aus und man hatte immer was zu Lachen mit ihm. Ich hatte, auch wenn wir uns nur unterhielten bei mir, noch eine Menge Spaß.



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