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"Cam mein Engel", begrüßte ich meinen kleinen Bruder, der mir die Tür bereitwillig aufgemacht hatte. Seine blonden Haare hatte er zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammen gebunden, was unglaublich süß aussah. Er hatte ein kariertes Hemd an mit einer normalen blauen Jeans. Ich kniete mich kurz nach unten zu ihm hin und zog ihn in eine Umarmung.
"Willst du mir nachher mal deinen Garten zeigen? Habe von Mama gehört, dass du wieder ordentlich etwas pflanzt?", lächelte ich die kleine Gestalt vor mir an. Er nickte erfreut und während wir beide ins Wohnzimmer gingen, beschrieb er mir schonmal die ganzen verschiedenen Blumen, um die er sich kümmert. Als er fertig war, ging ich nochmal in die Hocke und nickte zufrieden, während ich ihm sagte, dass ich mich sehr darauf freue das alles gleich zu sehen. Damit wendete ich mich zu den drei Männern, die faul auf dem Sofa saßen.
"Na ihr Faulenzer?", sagte ich und verschränkte die Arme voreinander. Im Hintergrund bemerkte ich wie Cam sich aus den Staub machte und warscheinlich zu Mum wieder in die Küche ging, wo ich vermutete auch Ians Freundin anzutreffen. Ian, mein Vater und sogar der unschuldige Luan saßen vor der Glotze und starrten alle wie hypnotisiert drauf. Ich schüttelte den Kopf. Plötzlich hörte ich etwas kichern und ich musste erst garnicht auf den Übeltäter schauen, der die Vorstellung versaut hatte. Luan sah immernoch auf den Fern doch konnte sein Gekicher nichtmehr unterdrücken. Ian neben ihm fing mit einem Grinsen an zu stöhnen.
"Maaan Luan", er griff sich seinen Bruder und verwuschelte ihm die Haare, wodurch Luan nun entgültig im Lachen versank.
"Hallo Rachel, schön dich zu sehen", fing Dad an udn stand dabei auf. Wir umarmten uns kurz bevor er sich entfernte.
"Da möchte man einmal seinen jüngsten Sohn miteinbinden in einen Witz und er-", mein Vater ging grinsend auf Luan los. Währenddessen konnte Ian mich begrüßen. Mit einem Lächeln nahm auch er mich in den Arm.
"Alles in Ordnung?", lächelte er mich und ich nickte nur.
"Die Frage ist eher, du hast frei bekommen?", leicht erstaunt starrte ich meinen Bruder an. Doch er fing an stolz und überheblich zu grinsen und seine Hände in die Hüfte zu stemmen.
"Ganze zwei Tage", ich lachte leise, nicht nur wegen Ians Auftreten, sondern auch weil Luan sich bereit machte vom Sofa aus auf Ians Rücken zu springen. Gerade sprang er los und landete auf Ian, als dieser erschrocken und aus Reflex seine Hände nach hinten nahm, um zu verhindern, dass Luan ihm runterfallen würde.
"Heyy Rachell", sang Luan leicht und kam neben Ians Gesicht hervor. Ich grinste zurück und nickte.
Nichts hatte sich hier verändert. Immernoch ein lebhafter und verrückter Haushalt.

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"Wie geht es dir den Rachel?", lächelte Hanna mich an, die Freundin von Ian. Sie hatte sich kaum verändert, seit dem letzten Mal als ich sie gesehen habe. Wir saßen gerade alle am Essenstisch und Mum hatte mal wieder übermotivert etwas zu viel gekocht, weshalb der Tisch überfüllt war und man Glück hatte ein Platz für sein Glas zu finden.
"Mir gehts gut und bei dir? Läuft alles gut?", ich sah mir Hanna genauer an. Ihre kleinen Sommersprossen auf der Nase und ihre großen blauen Augen dazu. Während diese einen Kontrast zu den braunen Haaren bildete. Sie nickte und stopfte sich eine Gabel Kartoffelbrei in den Mund.
"Muss viel zu viel arbeiten. Bin so froh über diese paar Tage Urlaub. Aber naja gesundheitlich kann ich mich zum Glück nicht beschweren", lächelt sie leicht und ich nickte.
"Morgen müsst ihr wieder weg, oder?", fragte ich sie noch zum Schluss, was sie auch bejahte. Wir redeten noch ein wenig über belangsloses, während wir alle noch zuende aßen. Warum ich überhaupt hier war? Ian war hier und ich dachte es wäre wieder mal seid langem eine Möglichkeit alle zu sehen. Auf die Fragen, ob es mir gut ging, konnte ich nur mit Ja oder Natürlich beantworten oder ob etwas neues passiert sei. Ich hatte keine Lust alles zu erklären. Was gab es den auch da zu erzählen? Selbstverständlich ist viel passiert, soviel das es dumm wäre davon anzufangen. Außerdem könnte ich das irgendwann anders mal erwähnen. Ich wollte schlicht und einfach daran nicht denken. Ich wollte die Zeit und ein wenig Ruhe mit meiner Familie genießen.

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"Und das hier sind Sonnenblumen", murmelte Cam in sich gekehrt, als würde er es eher nur für sich selber erzählen. Trotzdessen nickte ich und hörte ihm weiter bei unserem Rundgang zu. Ian und Luan spielten währenddessen auf dem Rasen ein wenig Fußball. Und die anderen saßen an einem Tisch unter einem Sonnenschirm.
"Und du machst das alles alleine, Cam?", murmelte ich und er sah zu mir hoch. Lächelte stolz und nickte kurz.
"Natürlich was die Bewässerung angeht, hilft mir Papa ein wenig", erklärte er kurz und beugte sich zu einem grünen Strauch runter.
"Mal gucken ob die Erdbeeren dieses Jahr besser werden", murmelte er und suchte etwas herum.
"Hier Rachel. Die Erste... ist zwar noch klein, aber schon rot!", sagte Cam und hielt mir wie es auf den ersten Blick schien eine rote, unförmige Kugel hin. Ich nahm sie dankend entgegen und sah sie mir von allen Seiten an, ob sie nicht irgendwo angefressen war. Als ich mit sicher war, steckte ich sie mir in den Mund. Zu meiner Überraschung schmeckte sie wirklich süß, obwohl ich dachte sie würde sauer sein.
Wir führten unsere kleine Tour fort, bevor ich zum Schluss hin eine Nachricht von North bekam.
Als ich diese sah, musste ich schon etwas schlucken. Ich las sie mir des öfteren durch, bis ich mich gezwungen hatte zum antworten.

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