Zuallererst schweifte die Blauhaarige sich einen schwarzen Mantel, den sie zuvor aus ihrem Rucksack hervorzog, über und stülpte sich die an den Mantel anknüpfende Kapuze über den Kopf, bis tief ins Gesicht. Getrieben von ihrem knurrenden Magen, lief sie mit kalten Blick direkt auf die Stadtmitte zu.
Die Menschenmassen die freudig durch die Stadt an ihr vorbei streiften blendete sie aus. Als hätte sie eine durchsichtige Hülle umschlossen, schienen jegliche Gespräche und Geräusche an ihr abzuprallen, dabei schweiften ihre gierigen, im Licht gold braun glänzenden Augen, nach dem erstbesten Wirtshaus, suchend, umher.
Keine fünf Minuten vergingen, da erblickte sie eine kleine unscheinbare Kneipe, deren Standort sich in einer der vielen Gassen in Whiterose befand.
Ihre simple Bauart, die eine Einheit mit der Dunkelheit in der Gasse bildete, glich keineswegs der der umherstehenden Gebäude.
Das Wirtshaus war in dunklem Holz gekleidet, auffällig an diesem war dessen fortgeschrittenes Alter, das allerdings im Gesamtbild des Gebäudes unterging. Zudem zierten die untere, rechte Hälfte der Kneipe zwei große Fenster, deren Glas durch mehrere Eisenleisten in kleine Quadrate geteilt wurde und von innen heraus gelb zu schimmern schien. Neben den Fenstern befand sich eine massive Holztür in deren Rahmen winzige Symbole eingeritzt waren. Die Tür bestand, übereinstimmend mit dem restlichen Gebäude, aus robustem Holz, dennoch unterschied es sich, im Gegensatz zu den restlichen Holzfragmenten, in seiner goldbraunen Farbe.
Hypnotisiert von dem Anlitz des Gebäudes, steuerte die Blauhaarige, ihrer Umgebung keine Beachtung schenkend, geradewegs auf dieses zu. Daher konnte sie den Aufprall mit der breit gebauten, von einem Mantal gezierrten, Statue, eines, mindestens eineinhalb Köpfe größeren Mannes, nicht abwehren.
Unbeindruckt von der monströsen Figur wich sie zur Seite, murmelte ein ,,Tschuldigung", vor sich her und ging, mit einem genervten Augenrollen über ihre Unachtsamkeit, weiter, gezielt auf das Wirtshaus zu. Hinter ihr vernahm sie ein verächtliches Schnauben, das mit einem ,,Wir dürfen kein Aufsehen erregen, reiß dich zusammen." quittiert wurde.
Immernoch geradewegs lief die Frau in eine der Gassen, stieß nebenbei die Tür der Kneipe auf und führte ihren Weg schnellen Schrittes fort. Als die Frau eintrat, herrschte Stille, mehrere Blicke schienen sie bis auf die Knochen durchdringen zu wollen, jedoch ließ sich die junge Frau davon nicht beirren und führte ihren Weg weiterhin zum Tresen fort. Dabei bohrte sich der beißende Geruch von Schweiß, Alkohol gemischt mit Erbrochenem und Zigarettenrauch in ihre Nase. Hinzu kam die nicht enden wollende drückende Stille, die die Frau förmlich von allen Seiten bedrängte und quälend langsam ihren Körper zu zerquetschen schien.
Vor dem Tresen ließ sich Akuma auf einem der Barhocker nieder, ihre Stimme erhob sich, doch verzerrt, schon fast dämonisch, stieg diese aus den Lippen der, den Männern unbekannten, Gestalt empor und halte im ganzen Gebäude bedrohlich wieder. Dies ließ die im Raum sitzenden Männer erzittern und verleitete sie die Griffe um ihre Bierkrüge krampfhaft zu verfestigen. Schon seitdem die umstrittene Gestalt im Raum aufgetaucht war, schien jeder Mann durch ihre dunkle Aura, die den ganzen Raum einhülte, eingeschüchtert.
,,Bringt mir sofort das Gericht des Hauses und einen Krug gefüllt von dem besten Sake!", gab die Stimme von sich und ließ sich auf den Körpern der Männer nieder, die ihnen kalt den Rücken runterlief. Einer der Arbeiter verbeugte sich panisch vor Akuma, murmelte mit zitternder Stimme kaum verständliche Worte vor sich her und verschwand daraufhin eilig in der Küche. Die Zeit stand still, in der die Männer angespannt das nächste Geschehen abwarteten, doch als dieses ausblieb schienen diese wieder allmählich aufzutauen.
Lärm füllte den Raum, dessen Melodie wie Musik in Akumas Ohren erklang. Er erstreckte sich bis in jede Ecke des alten Gebäudes und füllte es mit wilden Gesprächen über die banalsten Themen, frohlockendem Gesang und klirrenden, aneinanderreibendem Glas. Das Herz der Schwertkämpferin schlug eine Oktave höher, diese Art von Lärm hatte sie unwissentlich vermisst, der Lärm, der sie an eine längst vergangene Heimat führte.
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Red haired devil
FanfictionJeder Mensch wird mit einem Inneren Dämonen geboren, dessen Existenz aber nur den wenigsten bekannt ist. Denn Dämonen werden innerhalb Familien schon seit Jahrhunderten vererbt, dabei ist es nur eine kleine Anzahl an Familienmitgliedern die den Dämo...
