Konzentriert streichte Akuma über das beschriebende Papier. In Gedanken versunken begutachtete sie jedes einzelne niedergeschriebene Wort, ohne sich über dessen Bedeutung klar zu sein. Automatisch folgte ihr Blick Zeile für Zeile dem Strom an Wörtern. Sie musste nicht verstehen welches Geschehnis dort niedergeschrieben war, denn sie wäre selbst im blinden Zustand fähig zu erraten worüber die Seite handelte.
Eines der ersten Kapitel ihres Lebens festgehalten in einem kleinen Notizbuch, der einzige Gegenstand der ihre Existenz bestätigte.
Sie fuhr auf, zog die Luft die den Raum ausfüllte scharf ein, als ein Räuspern hinter ihr erklang. Akuma klappte ihr Notizbuch schnellsmöglich zu um dem hinter ihr stehenden den Einblick zu verweigern und ließ es in ihrer Hosentasche verschwinden.Nach dem kurzen Schreck folgte die Wut, da ein ungebetener Gast fast einen Einblick in ihr Buch riskiert hatte. Niemand hatte ansatzweise das Recht nur eine der darin enthaltenen Informationen zu erspähen. Ihre Augen zu Schlitzen verformt, drehte sie sich zu dem hinter ihr stehenden Mann um. Die Identifizierung der Person fiel ihr leicht, die große Statue, leicht gebräunte Haut, freizügiger Kleidungsstil deutete auf den Mann von letzter Nacht und von den Tagen zuvor hin, der stetig an der Seite von Kid kämpfte.Ohne über ihr Handeln nachzudenken ließ sie sich von ihren Emotionen leiten und verrutschte in Gewohnheiten die bis vor ein paar Tagen zu ihrem Alltag gehörten.Ihre düstere Aura machte sich in Form von schwarzen Rauch bemerkbar. Er quoll unter ihren Füßen empor und vermischte sich mit der umherstrebenden Luft. Blitzschnell umkreiste sie den großen Mann. Sie nutzte die neu erworbene Fähigkeit ihren Dämonen zu kontrollieren, welche sie durch den Zusammentreff mit dem rothaarigen Teufel erlangte. Immer schneller umringte sie den Körper des Mannes, dabei stiegen schwarze Rauchwolken empor, die dessen Körper, wie bei einer Boa, die langsam den Körper seines Opfers erdrosselte, einhüllte.
Die Schwertkämpferin zischte mit ihrer dämonenverzerrten Stimme:,,Was willst du, Teufelshurre?"
,,Wire"
Der Rauch verging und der Körper der Frau kam zum Stillstand, verwirrt blickte sie dem Mann in die Augen. ,,Ich heiße Wire", wiederholte er, ,,Leg dich hin", sprach Wire monoton weiter. Ein Knurren entglitt dem Rachen der Frau. ,,Leg dich hin", wiederholte dieser nochmals, diesmal schien seine Stimme strenger und der Unterton bedrohlicher. Widerwillig schritt die Frau auf das Bett, setzte sich hin, konnte sich dabei aber kein, durch den aufkommenden Schmerz ausgelöstes, Keuchen verkneifen. ,,Schone dich", merkte Wire an.
Auch er begab sich nun zu dem Rand des Bettes, nahm die Flasche Wasser welche sich auf dem Nachtschrank befand in die Hand, drückte diese in die eine Hand der Frau, die sich inzwischen ein wenig aufgerichtet hatte und gab ihr die Tabletten in die andere Hand, die sie letzten Endes widerwillig annahm.,,Nimm sie täglich und in ein bis zwei Wochen bist du fähig wieder zu kämpfen."Sie nickte, ihren Blick führte sie zur Zimmerdecke, stellte nebenbei ihre Flasche wieder auf den Nachttisch ab und ließ ihr ganzes Gewicht mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf dem Bett nieder.
Wire kniete sich an das Bett um den Körper der Frau zu begutachten, langsam strich er das Oberteil der Frau hoch, die perplex seine Hand wegschlug. Als er seinen Blick auf die Frau richtete, enthüllte sich der Anblick von entsetzten Augen die fragend den Größeren musterten. ,,Muss die Wunden kontrollieren und Verbände wechseln", entgegnete er kurz. Mit einem großen Atemzug füllte Akuma ihre Lunge mit Sauerstoff auf, schloss die Augen für einige Sekunden, öffnete diese wieder, fixierte den Größeren und zeigte zögernd ihr Einverständnis in Form eines Nickens, daraufhin presste sie wieder den ganzen Sauerstoff aus ihren Lungenflügeln und atmete befreit aus.
Wire fuhr fort und schob ihr Oberteil hoch und ihre Hose bis zu den Knien runter. Er führte einen kurzen Check durch, traf jedoch auf keine negativen Ergebnisse und widmete sich daraufhin den Verbänden zu, die er zunächst begutachtete.
Kurze Zeit später bat er Akuma sich aufzurichten um ihre Verbände zu wechseln, sodass sie nun auf dem Bett saß, der Blick starr zur stählernen Wand rechts von ihr gerichtet, sichtlich unglücklich über den vielen Körperkontakt. Der Größere krammte ein paar Verbände aus seiner Tasche und legte diese auf den hölzernen Nachttisch. Zuerst begann er mit den oberen Partien ihres Körpers, nahm die Klammern die die alten Verbände zusammenhielten behutsam ab, löste die Verbände, reinigte die Wunden, was Akuma viele schmerzhafte Stiche bescherte und wickelte die neuen Verbände um die betroffenen Körperstellen und befestigte diese widermals mit einer Klammer.
Drückende Stille jagte durch den Raum, nervös biss sich Akuma auf die Lippe, sie probierte die Situation zu verdrängen und im Gegenzug plagte sie nun die Neugier, die mit ihrem Stolz rang. Doch schon nach kurzer Zeit gewann diese die Oberhand, ohne es kontrollieren zu können entglitten ihrem Rachen die ersten Worte.
,,Der Untote...Wie lautet sein Name?" Wire begann gerade, nachdem er es schaffte einen der Vebände um ihren Bauch zu lösen, die Wunde zu reinigen. Er nahm ein Stück Watte, tränkte es in Alkohol und reinigte behutsam die Wunde, dies löste bei der Schwertkämpferin ein unangenehmes Ziehen aus. Als ihre Worte die Stille aushüllten drückte er die Watte tiefer in die Wunde, woraufhin die Schwertkämpferin erschrocken aufkeuchte und vor Schmerz die Augen verdrehte. Der Größe entfernte die Watte die sich in seiner rechten Hand befand schnell von ihrem Körper und blickte sie daraufhin mit einem konzentrieren wie auch leicht entschuldigenden Blick an, seine Stirn in Falten gelegt. Nachdem sie sich von dem Schmerz erhollte musterte Akuma, ihren Kopf leicht nach unten gerichtet, mithilfe ihrer Augen den Größeren gespannt, trotzdem hielt sie ihre gelangweilte Fassade aufrecht. Der Größere zog sichtlich erleichtert darüber, dass er eine Antwort gefunden hatte, seine Augenbrauen hoch. ,,Ich glaube du meinst Heat." Vorsichtig mit einem Hauch von Unsicherheit begann Akuma mit ihrem Kopf zu nicken. ,,Der Maskenträger ist Killer?" Nun war es Wire der ein Nicken von sich gab.
Immernoch blickte er ihr in die Augen, als würde er weiterhin auf eine Frage warten. Nach einigen Sekunden der Stille fuhr Akuma deshalb fort: ,,Ich bin gefangen auf eurem Schiff?" Wires Augenbrauen zogen sich zusammen verwirrt beäugt er die Frau vor sich ,,Ja?" ,,Trotzdem werde ich behandelt?" Seine Augenbrauen wieder auf seinen Platz findend nahm Wires Gesicht wieder seine übliche Mimik an. ,,Kaptain hat noch nicht vor dich verbluten zu lassen."Akuma schluckte. ,,Wie nett von ihm..." die Monotonie auf ihrem Gesicht beibehaltend und einem Hauch Sarkasmus in der Stimme, blickte sie kurz zur Decke um den Blickkontakt zu unterbrechen, welcher ein unangenehmes Gefühl auf Ihrer Haut auslöste, während Wire mit dem Verbände wechseln weiterfuhr.
Als die Stille wieder ihren Platz im Raum fand senkte Akuma plötzlich ihren Kopf. Erschrockene Augen die weit aufgerissen wurden funkelten den Größeren an. In ihrem Schock hatte sie sogar vergessen ihre Fassade aufrecht zu erhalten. ,,Ein lederner Rucksack, schwarz, wo ist er?", sprach sie mit aufgebrachter Stimme. Der Mann vor ihr richtete den Blick auf, schüttelte jedoch mit dem Kopf, richtete seinen Blick wieder auf ihren Körper und führte weiter sein Tun fort.
Einige gewechselte Bandagen später, saß Akuma zähneknirschend auf dem Bett, wie konnte sie nur ihren Rucksack der fast all ihre Wertgegenstände beinhaltete vergessen, sie musste ihn finden und verschwinden. Sie wollte ihre Schwerter widerhaben.
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Frohe Weihnachten (ein wenig verspätet xD) und genießt schön den letzten Feiertag🎄🎉 Und zur Feier des Tages (und vielleicht auch weil ich schon lange die Story nicht geupdated habe) ist das Kapitel heute mal ein wenig länger gewesen :)
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Red haired devil
FanfictionJeder Mensch wird mit einem Inneren Dämonen geboren, dessen Existenz aber nur den wenigsten bekannt ist. Denn Dämonen werden innerhalb Familien schon seit Jahrhunderten vererbt, dabei ist es nur eine kleine Anzahl an Familienmitgliedern die den Dämo...
