Kapitel 1.

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Calypso

Ich werde vom klingeln meines Handys geweckt. Verschlafen schaue ich auf die leuchtenden Ziffern. 7:52 Uhr. Scheiße! Ich habe extrem verschlafen. Meine Mutter Jenny hat mich auch nicht geweckt, wahrscheinlich ist sie schon zur Arbeit gefahren. Gut, dann muss ich mich halt beeilen.

Das ticken der Uhr über meiner Tür wird langsamer und hört fast ganz auf. Gemütlich schlendere ich zum Badezimmer, so kommt es mir zumindest vor, eigentlich bewege ich mich viel schneller als für gewöhnliche Menschen möglich. Ich denke auch viel schneller, weshalb sich für mich alles verlangsamt anfühlt.

In weniger als einer halben Minute bin so gut wie fertig, doch auch super schnell ist es schwierig meine Haare zu bändigen. Nicht nur das die Locken sich immer verknoten und ich sie deshalb zu einem hohen Zopf zusammenfasse, das eigentliche Problem ist die Farbe. Ich glaube es hängt mit meiner Geschwindigkeit zusammen, aber meine Naturhaarfarbe ist dunkel Blau. Ja genau, Blau. Es ist so dunkel wie die Nacht, so das man es fast für schwarz halten könnte, aber eben nur fast.

Deshalb sagen meine Lehrer immer ich soll aufhören meine Haare zu färben, meine Mutter hingegen ignoriert es einfach, ich habe es inzwischen aufgegeben sie von der Wahrheit zu überzeugen. Nachdem ich es endlich geschafft habe meine Haare einigermaßen ansehnlich aussehen zu lassen, renne ich mit meinem Frühstück im Mund in die kleine Seitenstraße neben meiner Universität. Ein Blick auf meine Uhr verrät mir, dass ich dafür nicht einmal eine Minute gebraucht habe. Meine Uni ist mit dem Auto gut 20 Minuten entfernt. Neuer Rekord.

~Seminar Ende

Ab jetzt beginnen meine ersten Semesterferien. Auf dem Rückweg nach Hause laufe ich allerdings mit meinen Freunden. Obwohl es mir unglaublich schwer fällt ihnen zu zuhören, bei dem Anfang eines Satzes habe ich selbigen schon auf zehn verschiedenen Arten beendet. So geht es mir auch in den Meisten meiner Seminare, weshalb ich immer alles Automatisch mit schreibe um es mir hinterher noch einmal durch zu lesen. Anders lerne ich einfach nichts.

Allerdings weiß niemand etwas von meinen Fähigkeiten. Ich halte es Geheim und mich unter strenger Kontrolle. Nicht einmal meine Mutter weiß davon. Als ich heraus fand, dass ich ein Mutant bin, wie uns die Gesellschaft so reizend nennt, war ich 13 und mir war sehr wohl bewusst, wie sehr Jenny Mutanten hasst.

Sie hat versucht mir klar zu machen, dass sie Monster sind und falls ich jemals einem begegne solle ich sofort die Polizei rufen. Jedes mal wenn ich in den Spiegel schaue lache ich darüber. Naja, nachdem ich selber zu einem wurde war mir ihre Meinung zu diesem Thema herzlich egal, denn ich bin kein Monster und es gibt genügend normale Menschen, die man stattdessen als solche bezeichnen kann.

Jedenfalls geht das alles ziemlich an mir vorbei, dafür verstecke ich mich halt und denke mir meinen Teil. Mein Vorteil ist aber auch, dass ich nicht so auffällig bin wie manch andere Mutanten. Meiner Meinung nach geht mich das alles nichts an, da wusste ich aber auch noch nicht was alles zum Abend hin passieren würde.

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