Peter
Nachdem sie im Bad verschwunden ist, setzt ich mich etwas aufgewühlt in unser Wohnzimmer. Ich habe zunächst nur mit ihr geflirtet, wie ich es immer mache. Mit Unbedeutsamkeit in meinem Inneren. Weil ich doch weiß, dass mir meine Schnelligkeit im Weg steht, aber dann bin ich irgendwie nervös geworden.
Was soll den das du Idiot? Du bist doch keine sechzehn mehr. Reiß dich mal zusammen. Frustriert über mich selbst und meine irritierende und zu tiefst deprimierende Situation schalte ich den Fernseher an. Es laufen Nachrichten, einer dieser Kanäle, die immer noch nicht verstanden haben, das Mutanten nicht mehr als Bedrohung angesehen werden. Gut, nach Apokalypse ist das irgendwie verständlich, aber schließlich haben wir ihn auch aufgehalten.
Ich will gerade ausschalten als eine panisch aussehende Frau auf dem Bildschirm erscheint. Sie Kommt aus Deutschland und während sie spricht läuft eine Synchron Stimme auf Englisch. "Ich dachte zwanzig Jahre lang, dass ich ein ganz normales Mädchen aufgenommen habe. Doch dann ist Calypso plötzlich ohne einen Grund mit ihren scheußlichen Mutanten Kräften auf mich los gegangen, hat mich fast Tot geprügelt und ist dann mit einer Spur des Caos, in der Nachbarschaft verschwunden, als nächstes will sie wohl ihren Bruder umbri..."
Plötzlich wird der Bildschirm ausgeschaltet. Leise fluchend hat sie einfach das Kabel aus der Steckdose gezogen. Ohne den Dreck, die zerrissenen Klamotten und die fettigen Haare sieht sie richtig umwerfend aus. Ich fürchte ich bin für einen ganz kurzen Moment rot geworden. Was zur Hölle ist los mit mir? "Was für ein Misst" flucht sie erneut. Wobei mir ganz klar ihr Deutscher Akzent auffällt. Warum habe ich das nicht früher bemerkt?
"Bist du diese Calypso?" Frage ich vorsichtig und deute dabei mit einem Nicken auf den Schwarzen Bildschirm. "Und wenn's so wäre?" Sie wirkt verärgert und verunsichert zugleich. "Hast du das wirklich alles getan?" "Natürlich nicht. Jenny übertreibt komplett. ich bin nur weggelaufen." "Und du bist nach Amerika gekommen, weil?" "Ich suche nach meinem Bruder, aber ganz sicher nicht um ihn um zu bringen." Unsicher greift sie nach etwas in Ihrer Tasche.
"Außer ihm habe ich niemanden mehr. Zu allem Übel, wurde mir mitgeteilt, dass er in Gefahr ist. Aber ich kann ihn einfach nicht..." Sie verstummt plötzlich und schaut mich verwirrt an. "Warum erzähle ich dir das überhaupt?" Verärgert über sich selbst beißt sie sich auf die Unterlippe.
So viele Emotionen in einer Person. Erst jetzt bemerke ich, dass ich auf jede ihrer kleinen unwillkürlichen Gesten achte. Am liebsten würde ich mich selbst Ohrfeigen. Ich habe so viel Erfahrung damit mich in jemanden zu verlieben der nicht mit mir Mithalten kann. Es Funktioniert nicht, nie. Einige meiner Freunde, wie Jean und Scott, behaupten zwar ich müsste bloß die Richtige finden, aber ich habe einfach keine Lust mehr zu suchen.
Trotzdem kann ich nicht verhindern, dass mein Beschützer Instinkt anschlägt. "Ich kann dir helfen, aber nur unter einer Bedingung." Sie sieht leicht gequält aus. "Und die wäre?" "du lässt mich deinen Knöchel verbinden." Erleichterung lockert ihre Gesichtszüge. Wie kann ein Mensch nur so leicht zu lesen sein?
DU LIEST GERADE
Schnell²
FanfictionWas wenn Peter nicht der einzige Mutant mit übernatürlicher Geschwindigkeit ist? Kurt sich selber verliert und Hilfe von einer Fremden braucht? Erlebe Calypsos Geschichte, wie sie ihre Familie und ihre erste Liebe findet. Aus der Sicht von Calypso...
