Kapitel 2
>PoV Sebastian<
„Was?!", schrie Lal in die Hörerschale. Mein Ohr. Lal. Mein Trommelfell.
„Ich hilf dir dabei, keine Sorge. Ich werde die nächsten Tage an meinem Plan arbeiten mach dir keine Sorgen. Du musst mir nur sagen ob du wirklich nach Köln willst, denn nur deine eigene Entscheidung zählt jetzt." Wow klang ich dramatisch. Respekt, ich wusste nicht, dass ich so ein Talent hatte. Man lernt halt jeden Tag was neues dazu, so ist das Leben. Junge! Jetzt kling ich wie Taddl, was ist los bei mir?!
„Ja.", kam es leise ihrerseits. Hab ich da ein „Ja" gehört?? Ich grinste breit. Das ist meine Lalita.
„Ich werd jetzt mit Palle einen Plan machen, wir werden dich von diesem Gefängnis entführen als würden wir bei Prison break sein. Professionell und genial."
Sie lachte leicht. Um ehrlich zu sein tat sie mir leid, so einen Vater wünschte sich niemand. Das arme Mädchen geht schon seit 3 Wochen nicht mehr raus außer auf ihr 5 quadratmeter Balkon und das wenn ihr Vater nicht anwesend. Es war wie eine Art Inhaftierung für sie und womöglich auch für alle anderen, auch für ihren Vater. Er wusste ziemlich genau was er da tat. Nicht seine beschützenden „Vaterinstinkte" hatten sich durchgesetzt, nein, er war komplett aus den Schienen geschleudert. Wem fällt es bitte ein seine Tochter, die außerdem 20 ist, in ihr Zimmer einzusperren und ihren Kontakt zu Jungs zu verbieten? Einfach unter alles Sau, auf gut deutsch gesagt.
„Bist du glücklich, bin ich glücklich." Ich bin manchmal süß, aber wirklich nur selten. Das sollte man genießen.
„Danke für deine Hilfe Seb und bedank und grüß Palle von mir schon für all seine Hilfe die er bei dem Plan leistet." Ach stimmt. Palle weiß von diesem grandiosen Vorhaben noch nichts. Das wird sehr schmackhaft, wie Palle es immer sagt, ihm das Schritt für Schritt zu erklären.
„Ich mach mich ran an die Arbeit, dann bis später. Machs gut, ciao " Mein klassischer Abschied. Im normalen Leben als auch in meinen Videos.
Ein langes „Tschüss" erklang in meinem Ohr bevor die gut bekannten Piepser nach einem Telefonat kamen. 1 Stunde und 34 Minuten. Naja ich hab nun mal mit einem Mädchen geredet, da ist das normal. Das Rekord von Felix, Palle und mir lag bei insgesamt 15 Minuten und das weil Felix wiedermal eine mitgeschleppt hatte und er die Schlüssel für die Wohnung nicht hatte. Wieso so lange? Wir haben darüber diskutiert ob er nicht seine weibliche Gesellschaft in einem Hotel Zimmer beglückte und nicht in unserer Chaos WG, die nicht dafür geeignet war.
Der Name unserer WG sagte was anderes aber es stand sicher nicht dafür, dass man hier jeden zweiten Tag nicht schlafen konnte wegen dem lauten Gestöhne. Palle gab mir Recht. „Dann zieht doch in eine andere Wohnung!", waren seine letzten Worte bevor das Telefonat zuende ging. Das hat er natürlich in einem betrunkenem Zustand gesagt. Zumal dazu, dass er nicht bei der Gründung unserer WG dabei war sondern erst ein halbes Jahr später zu uns gezogen ist, weil er alleine oben zu einsam wäre, laut seiner Aussage. Wir trottel alter.
Ich errinere mich nicht gerade gerne an dieses Telefonat. Aber was jetzt noch wichtiger war, dass ich Palle unseren Plan erzähle. Felix auch, wenn er da ist. Er könnte Hilfe leisten, wenn ich ihn nett frage dann schon.
Ich klopfte an Palutens Tür uns betrachtete seinen Namensschild der an seiner Holztür hing und ging auf und ab. Ich fands spannend solche Pläne zu machen. Wobei, welcher Plan? Den mussten wir ja erst kreiren.
Ehe ich mich versah öffnete ein müder Paluten die Tür. „Junge.. wie viel Uhr haben wir?", die letzten drei Wörter sagte er gähnend. Ich ging in sein Zimmer uns setzte mich auf seinen Sessel. „Dir auch Guten Morgen, wir haben 12:36 und ich hab dir was wichtiges zu erzählen." Alles zusammenfassen konnte ich in wenigen Sekunden. Aber wenns darum ging etwas ausführlich zu erklären, dann versage ich. Meistens.
„Alter was gibts denn so früh spannendes? Hat Felix dich wieder in Craftattack mit einer vollen Ladung TNT geprankt und du willst dich rächen, weil was anderes kann ich mir bei euch nicht vorstellen." Er kannte uns einfach In und auswendig. Aber diesmal war es nicht ein Racheplan bei Craftattack. Nein! Ich schüttelte meinen Kopf. „Es ist viel genialer als du denkst", begann ich und zählte dies als kleiner Trailer für meinem Vortrag.
„Dann schieß los", er richtete nebenbei sein Bett und räumte Sachen auf die einfach auf dem Boden lagen. Typisch Chaos WG. Aber ich glaub er hat die Wichtigkeit meines noch nicht begonnen Vortrags nicht gecheckt.
„Wir werden ein Münchner Mädchen entführen!", platzte es aus mir heraus. Ich grinste breit. Palle drehte sich in Blitz Schnelligkeit um und sah mich geschockt an. Er blieb erstmal 2 Minuten so. Okey nein 20 Sekunden vielleicht.
„Wir werden was machen?", fragte er sicherheitshalber nach. Er denkt wahrscheinlich er hätte Hörprobleme. „Wir werden ein Münchner Mädchen entführen, Lally wirst du wohl hoffentlich noch kennen?" Er nickte immer noch mit seiner Kinnlade offen. „Genau, sie will in Köln studieren aber ihr Vater lässt sie nicht raus. Das heißt wir werden sie entführen damit sie sowohl in Köln ihr Studium abschließen kann als auch ihr Youtube Leben hier wirklich richtig leben kann. Du weißt doch wie streng ihr Vater ist." Fasste ich wiedermal in kurzen Worten zusammen und tat somit noch ein weiteres Mal das Ding was ich gut konnte.
Palle schien sich beruhigt zu haben und saß mittlerweile lässig auf seinem Bett. „Und sie meinte wirklich ja und will allen ernstes, zu uns, in die Chaos WG ziehen?" Er zog wieder diese ungläubige Grimasse.
„Also das mit in die WG ziehen hab ich ihr noch nicht vorgeschlagen, aber ich denke mal sie wird nicht nein dazu sagen, vorallem hat sie hier sonst keinen zu dem sie gehen könnte und ihr Youtube Money zieht ihr Dad ab. Dann bleiben nur wir ihr zu Verfügung."
„Das arme Mädchen", kam es aus der Tür. Felix. Er hat uns die ganze Zeit belauscht. Nicht, dass es mich stört, ich wollte es ihm selber erzählen aber krass wie leise dieser Junge bleiben konnte auch wenn er manchmal der totale Verrückte war. Palle klopfte zweimal neben sich auf das Bett, damit Felix sich neben ihn setzte. Er stieß sich vom Türrahmen ab und ließ sich neben Paluten fallen. Die beiden sahen sich zuerst kurz an und kamen dann durch die Augen Sprache, die sie vermutlich ohne mich erfunden hatten, zu einem Schluss. Beide sahen mich mit einem „Was-kommt-als-Nächstes?"- Blick an, was so viel wie „Wir-sind-dabei" bedeutete.
Ich liebe diese Jungs.
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Tränen |Dner FF|
FanfictionEin Mädchen, eine Kamera, ein Schicksal. Lalita oder meistens auch Lally genannt, scheint für ihre Fans ein nettes, humorvolles und auch selbstbewusstes, 20-jähriges Mädchen zu sein. Doch was sie in ihrem privaten Leben durchmacht könnte keiner ahne...