Kapitel 7

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Am nächsten Tag wurde Schattenpfote vom Geruch eines frischen Fisches geweckt. Sie hob verschlafen den Kopf und sah, dass sich Kieselstein neben sie ins Nest gelegt hatte und an einem Eichhörnchen nagte.

„Guten Morgen" sagte er und blickte zu ihr.

"Morgen" murmelte Schattenpfote und streckte sich.

„Fisch?" fragte er und bot ihr den Lachs an.

„Danke." Schattenpfote nahm den Fisch entgegen und biss rein. Da kam Finkenfeder in den Bau getappt.

„Guten Morgen" sagte er und ging zu ihnen hinüber. Schattenpfote nickte ihm kurz zu und biss nochmal in den Fisch.

„Tut mir Leid das ich gestern nicht da war, aber Kleeohr hatte wieder Beschwerden. Ich schätze aber Seerosenblatt hat das genauso gut gemacht, wie ich das getan hätte" sagte Finkenfeder und sah sich die Wunden an.

„Die Heilpackungen haben auf jeden Fall geholfen" sagte er und mischte neue Kräuter an. Schattenpfote sah ihm kurz zu und fraß dann auf.

„Wie geht's denn Kleeohr jetzt?" fragte Schattenpfote.

„Ach ich glaub sie hat sich eine Infektion eingefangen. Also solltet ihr ihr nicht so nah kommen, wenn ihr nicht krank werden wollt" sagte Finkenfeder und sah kurz zu Kieselstein. Dieser nickte nur und sah kurz aus dem Bau.

„Darf Schattenpfote raus? Also ganz raus?" fragte er.

„Wenn ich die Wunden versorgt hab ja. Aber nur spazieren. Nicht klettern. Nicht rennen. Nicht jagen und erst recht nicht schwimmen" sagte der Heiler streng und schmierte die Paste auf ihre Flanke.

„Wollte ich eh nicht" sagte Schattenpfote und sah zu Kieselstein.

„Gut. Und bleib nicht lang weg." Finkenfeder ging zum Kräutervorrat und fing an, Kräuter zu sortieren. Schattenpfote stand auf und ging mit Kieselstein raus in den Wald.

„Wo willst du denn hin?" fragte Kieselstein.

„Zum Donnerweg" sagte Schattenpfote.

„Ich glaub nicht, dass sich Albtraumpfote nochmal drüber getraut hat" sagte der Älteste, folgte ihr aber zum Donnerweg.

„Vielleicht sehe ich ihn aber" murmelte sie und blieb am Rand des Donnerweges stehen. Sie sah sich um und bemerkte dem schwachen Geruch von Albtraumpfote, der von der anderen Seite her wehte. Allerdings war der Gestank der Monster zu überwältigend, weswegen sie sich bald in den Wald zurück zog. Kieselstein wartete dort auf sie.

„Und?" fragte er.

„Nur sein Geruch" murmelte sie.

„Muss ja nichts heißen. Vielleicht versteckt er sich im Zweibeinerort" sagte der Älteste aufmunternd. Schattenpfote nickte und ging weiter zum See. Dort legte sich Kieselstein wieder auf seinen Stein. Schattenpfote legte sich diesmal zu ihm und betrachtete die Wasseroberfläche.


Gegen Nachmittag verließen Schattenpfote und Kieselstein den See wieder und gingen zurück zum Lager. Dort erwartete Seerosenblatt sie bereits.

„Schattenpfote! Wo bist du so lang gewesen?" fragte die junge Heilerin und lotste sie zum Heilerbau.

„Finkenfeder hat mir erlaubt einen Spaziergang zu machen" erwiderte sie und ließ sich vor dem Bau im Schatten nieder. Kieselstein hatte sich mittlerweile wieder in den Ältestenbau begeben.

„Aber doch nicht so lang! Ich muss die Wunde neu behandeln." Seerosenblatt kam mit einer großen Kräutermischung wieder raus und schmierte sie auf die Wunden, die daraufhin anfangen kurz zu brennen. Schattenpfote verzog das Gesicht, sagte aber nichts. Seerosenblatt verschwand kurz wieder im Heilerbau und kam mit Spinnenweben wieder, die sie der Schülerin auf die Mischung klebte.

Schattenpfotes SchicksalWo Geschichten leben. Entdecke jetzt