Kapitel 2

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Schattenpfote erwachte, als jemand sie anrempelte. Sie fauchte erschrocken und hob verschlafen den Kopf.

„Entschuldige Schattenpfote" murmelte Haselpfote und setzte sich neben Kirschpfote in sein Nest. Es ist bereits dunkel und Schattenpfote erkannte nur die Umrisse des Baus.

„Stell dir vor... Wir waren bis eben weg" schnurrte Haselpfote und rollte sich ein.

„Aha" grummelte Schattenpfote müde und legte den Kopf auf ihre Pfoten.

„Naja... Gute Nacht dann" murmelte er und kuschelte sich an Kirschpfote. Schattenpfote versuchte wieder einzuschlafen, allerdings wachte sie immer wieder auf, weswegen sie irgendwann aufstand und auf die Lichtung ging. Es regnete und viele Pfützen hatten sich gebildet. Schattenpfote trank aus einer und schlich zum Lagerausgang. Er war leer und so trabte sie raus in den Wald.

Pah... Von wegen Schüler dürfen nicht allein in den Wald... Was soll denn schon passieren? dachte Schattenpfote und folgte dem kleinen Feldweg zur Trainingskule. Sie sah sich um und tappte dann auf die Lichtung. Sie kauerte sich hin und probierte einige Kampftricks aus, die sie mal bei den Kriegern gesehen hatte.

Jetzt werdet ihr nicht mehr über mich lachen. Schattenpfote knurrte leise und dachte über ihre Jungenzeit nach. Damals wollte niemand mit ihr spielen und Weidenzweig, die Mutter von Haselpfote und Kirschpfote wollte sie nicht mit ihren Jungen spielen lassen. Ihr blieb also nichts übrig, als die Krieger und Schüler beim Training zu beobachten. Meistens hatte Schattenpfote sie nachgemacht und offenbar muss es lustig ausgesehen haben, denn alle, die drumherum saßen, fingen an zu kichern und zu lachen.

Schattenpfote zerfetzte ein Blatt bei dem Gedanken und fauchte ihre Wut heraus. Dann setzte sie sich auf die Lichtung und sah in den Himmel. Da hörte sie, wie es im Gebüsch raschelte und drehte sich um.

„Wer ist da?" knurrte sie und sah, wie ein dunkelgrauer Kater aus dem Gebüsch trat. Seine grauen Augen sahen sie interessiert an.

„Hallo... Ich bin Kalt" sagte er.

„Meintest du nicht eher, dir ist kalt?" fragte Schattenpfote ihn.

„Sehr witzig... Nein mein Name ist wirklich Kalt" schnaubte der junge Kater.

„Und was tust du auf Sturmclanboden?" knurrte Schattenpfote.

„Darf ich erst wissen wie du heißt?"

„Schattenpfote" sagte sie misstrauisch.

„Ich suche nach meiner Schwester" erklärte Kalt.

„Und?" fragte Schattenpfote desinteressiert.

„Vielleicht bist du sie." Kalt trat näher.

„Bitte?" knurrte sie.

„Naja...Ihr Name ist Schatten" murmelte er. Schattenpfote sah ihn ungläubig an.

„Verzieh dich" knurrte sie dann und sträubte ihr Fell.

„Was?" fragte Kalt überrascht und trat zurück.

„Hau ab!" fauchte Schattenpfote und sprang auf ihn zu. Kalt drehte um und verschwand im Wald.

„Schattenpfote?" fragte da eine bekannte Stimme. Schattenpfote drehte sich um und sah Finkenfeder am Rand der Trainingskule stehen.

„Was tust du hier? Schülern ist es nicht erlaubt allein aus dem Lager zugehen. Besonders nicht nachts" sagte er und kam zu ihr.

„Ich konnte nicht mehr schlafen" murmelte sie und ging ihm entgegen.

Schattenpfotes SchicksalWo Geschichten leben. Entdecke jetzt